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Alle Texte  © gregor riegler

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Seniorn

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Des kaunn ma wendn, wi ma wüll,

es rennt de Zeit und steht nia stüll,

und bist vor guat sechzg Joahrn geborn,

daunn zählst schon zu de Seniorn!

Da gibts a goar nix zan Beklogn

Solaung de Boana oan nu trogn

Waunn Herz und Lunge und de Niern

Da Mogn, und d‘ Blosn nu pariern

Und üwahaupt de gaunzn Sochn

Wos si im Innern wichti mochn,

So laung gehts da jo eh net schlecht!

Und passts in Kopf drobm nimmer recht

Daunn is des a net so furchtboar

Weil des nimmst selba eh net woahr!

So kaunnst im Seniorenlebm

Durchaus nu maunches Ziel aunstrebm

Kaunnst bandern, werkn, Gartl pflegn,

a Hobby goar a neuchs zualegn,

kaunnst fortfoahrn, in de Berge kräuln,

kaunnst Leut, de’s net guat geht betreun,

es gibt oiweu wos ztoan und z‘ richtn

und wer sunst nix kaunn, der tuat dichtn!

logisch

-

laut aumtlichn

gsundheitsbericht

haum in da

gesaumtbevölkerung

de dickn -

statistisch gsehgn -

a deutlichs

üwagwicht!

statistik

-

3 steign öpfe

10 sechzga und

6 hundata birn

4 winterradln

512 megabeits

8 mauhnungen van inkassobüro

2 meter stiagnglander

39 tonnen gesaumtgwicht

1 atomunterseeboot

220 volt wexlstrom

12 geschworene

7 hoibe bier

4 obstler

45 prozent und

1000 und 1 unnedige frogn

-

mocht in

statistischn durchschnitt

124,93  –

Bilderflut

Eines Tages beschloss Nolen, den Herrn aufzusuchen. Er hatte ein sehr gutes Verhältnis zu ihm und so würde dieser ihm wohl helfen, ein Problem, das ihn schon seit längerer Zeit beschäftigte,  zu lösen. Nolen packte also einige Zeitschriften zusammen, klemmte sich seinen Laptop mitsamt mobilem Datenspeicher unter den Arm und begab sich zu Gott.

„Herr“, sprach er erregt, während er den Stapel Zeitschriften auf den Schreibtisch warf. „Herr, sieh dir das an, diese Unmengen von Bildern, allein in diesen paar Heften sind es Hunderte! Wie soll man das alles anschauen! Und dann erst hier“, fuhr er fort, während er mit fliegenden Fingern durch endlose Archive auf dem Laptop scrollte. „Hunderttausende Bilder, wie soll ich die alle mit gebührender Aufmerksamkeit betrachten? Hast du vielleicht einen Ratschlag für mich?“

„Verbrenne die Zeitschriften und lösche die Fotos auf deinen Festplatten!“ meinte Gott trocken! „Da sammelst du für weiß ich was diese Unmengen an Bildern und findest doch gar keine Zeit, sie anzusehen!“ „Aber mir ist doch viel zu leid um die Bilder!  Könntest du mir nicht wenigstens ein zweites Paar Augen geben, dann könnte ich doppelt schnell schauen?“ bat Nolen. „Ja, ein zweites Paar Augen könnte ich dir schon geben“, antwortete Gott. „Aber nicht ersatzlos! Ich müsste dir dafür etwas anderes, etwa die Ohren, abnehmen! „

„Die Ohren? Unmöglich!“ schrie Nolen auf! „Ich könnte nicht einmal mehr Radio horchen! Und was würden mir meine zigtausend mp3 Files auf dem Computer nützen, wenn ich sie nicht mehr anhören könnte! Abgesehen davon wüsste ich nicht, wohin ich dann meine Stereokopfhörer klemmen sollte! Nein, auf meine Ohren kann ich nicht verzichten!“ „Ja, das wird dann schwierig“, meinte Gott. Er schlug auch noch Mund und Nase vor, die Daumen und anderes, ja, es begann ein regelrechter Handel um verschiedene Körperteile, die dem Tausch für ein Paar zusätzliche Augen dienen sollten. Überall hatte Nolen jedoch etwas einzuwenden,  bis er plötzlich eine Idee hatte! „Ich weiß etwas, wovon ich leicht zehntausend abgeben kann, um eben so viele Augen zu erhalten!“ sprach er schlau. „Nimm mir einfach die entsprechende Menge Haare ab!“

„Gut, wenn du es so willst soll es geschehen!“ sprach Gott, weil er der unwürdigen Feilscherei langsam müde wurde. Er schnippte mit den Fingern und schon hatte Nolen links und rechts am Kopf  jeweils fünftausend Augen! Allerdings krabbelte er jetzt als Fliege auf dem Schreibtisch und über seine Bilder!

© gregor riegler 2014

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Herr Trost und die Kunst


Was man von Trost nicht mutmaßt, aber,

er ist ein großer Kunstliebhaber,

stets aufgeschlossen für Kultur,

er mag Musik, Literatur,

auch Schauspiel, oder Volkslied singen

und Malerei vor allen Dingen,

die er besonders deshalb liebt

weil es oft Vernissagen gibt!

Trost lobt den kühnen Federstrich

gibt geistreiche Bonmots von sich -

die Malerei ist sein Metier

und dann erst recht noch das Buffet

mit Brötchen, Kuchen, Bier und Wein,

doch ist er hier ja nicht allein

denn viele passen in das Bild

dass man hier Durst und Hunger stillt

und sie aus diesem Grunde kamen –

Da fällt Herr Trost nicht aus dem Rahmen!

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niedergaung

jö, schau amoil

der kloane do!

mei is der liab!

Schau da den aun

a so a liabs

kloans spuckerl

der chevrolet do!

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energiekrise

es is koilt

so entsetzli koilt da herunt.

mi friat

af de diarrn oidn bam

glaunzt da raureiff

d´ bachln sand bis am grund owe zuagfread

und wo früaha amoil koihln für a

gludhoasse feuerstöll glegn sand

liengan hiatzd eiswürfön umanaund

wia pflosdastoana

in de hoar und am boart

haun i eiszopfm hänga

wia launge, koide finger

foahrns ma zwischn

de schuiddabladln üwa

d´ wüawesäuln owe

mir is koilt

so entsetzli koilt

des haun i ma owa

aundas vüagschtöllt g´hod

gaunz gaunz aundas

do herunt

in da höll!

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