Fensterspucker

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Seit vielen Jahren spucke ich im “Regionalen Marktspiegel” nun schon aus dem Fenster. Hier gibt’s meine medialen Auswürfe zum Nachlesen, zurück bis zur ersten Ausgabe im November 1998.

11/2015

Legenden

Dieser Tage feiern wir wieder das Fest des Hlg. Martin. Vordergründig ist er heute noch durch Kindergartenfeste und Ganslessen zu Martini bekannt. Daneben gibt es auch noch die Legende vom frommen und selbstlosen Martin, der seinen Mantel mit dem Schwert teilte und die Hälfte einem frierenden, armen Mann überließ. In der Nacht offenbarte ihm der Überlieferung nach dann Christus, dass er den halben Mantel in Wahrheit ihm geschenkt hätte.

Eine wahrlich schöne Legende von symbolhaftem Wert gerade in der jetzigen Zeit, wo Hilfsbereitschaft und christliche Nächstenliebe so sehr gefragt sind. Doch ihr manchmal grüblerischen Gedanken anheim fallender F.G.R. fragt sich: Wenn nun dem frommen Manne des Nachts nicht Christus erschienen, sondern ein weiterer Bettler auf ihn zugekommen wäre mit der Bitte: „Herr du hast meinem Kameraden deinen halben Mantel geschenkt, aber auch ich friere. Gib mir also, wenn deine Güte weiterhin gerühmt werden soll, die andere Hälfte!“ Vielleicht hätte Martin den Wunsch des Armen erfüllt und lieber selbst gefroren! Was jedoch, wenn dann noch einmal ein Hilfsbedürftiger am Wege gestanden wäre mit der Bitte: „Herr, du hast meinen zwei Freunden geholfen, also hilf auch mir und meiner Frau und meinen Kindern dort hinten. Gib uns allen Mäntel, oder du wirst nicht mehr als der barmherzige, sondern als der geizige Martin in die Geschichte eingehen!“ Wie hätte sich der Gute dann entschieden?

Aber was bringt es, über die eventuellen Ängste, Nöte und Gewissenskonflikte eines Heiligen zu grübeln! Legende gut, alles gut, meint Ihr, letztendlich immer positiv eingestellter F.G.R.

10/2015

Männer

Die geschätzte weibliche Leserschaft möge es mir verzeihen: Heute geht es in meiner Spalte ausschließlich um Männer. Richtige, harte Männer, wie wir sie als Knaben oder Jugendliche kennengelernt hatten. Winnetou, Old Shatterhand, Billy the Kid, Wyatt Earp, Doc Holliday oder Buffalo Bill. Oder auch die bösen und guten Helden späterer Jahrzehnte wie Al Capone, Lucky Luciano, bis hin zu Jerry Cotton oder Detektiv Rockford.

Wie sie bestimmt schon merken: Alle diese Männer, ob real oder fiktiv, lebten oder wirkten – und schossen in Amerika. Die rauchenden Colts, knallenden Revolver und donnernden Büchsen gehören gewissermaßen zur amerikanischen Identität, wobei ich dabei in erster Linie an die USA denke. Immerhin wurden dort bereits vier amtierende Präsidenten erschossen, von mehr als einem Dutzend weniger erfolgreicher Attentate gar nicht zu reden! Noch weitaus erschreckender sind aber die Berichte von wahllos um sich knallenden Amokschützen, vor allem in Schulen. Sicher, auch bei uns gab es schon so etwas, aber doch nicht in dieser dramatischen Anhäufung!

Am erschreckendsten ist jedoch, wie sehr sich „freie amerikanische Bürger“ und die dortige Waffenlobby gegen eine Verschärfung der Waffengesetze wehren. Nicht im nächsten Laden ein Schießeisen für den täglichen Gebrauch kaufen zu können, scheint dem echten Amerikaner eine unerträgliche Vorstellung.

Da läuft bei uns in Österreich doch noch alles in weitaus friedlicheren und gesetzlich gut geregelten Bahnen ab. Noch, meint ihr, angesichts der aktuellen Entwicklungen nicht ganz sorgenfreier  F.G.R.

09/2015

Farbenspiele

Nach dem kaum stattgefundenen Sommer 2014 schien die Natur heuer alle Versäumnisse des Vorjahres nachholen zu wollen. Landesweit gab es Rekorde bei Höchsttemperaturen, Hitzetagen und geringsten Niederschlagsmengen. Wer Mitte August einen Laubwald betrat fühlte sich ob der Laubmassen auf dem Boden und der halb kahlen Bäume schon in den Herbst versetzt!

Im krassen Gegensatz zum früh einsetzenden Winterschlaf des Naturwaldes ist jedoch ein starkes Aufleben im heimischen Schilder- und Blätterwald zu bemerken. Plakatständer und -wände säumen die Straßen wie rasch emporsprießender Jungwald und eine Flut von Flugblättern quillt aus überfüllten Postkästen. Unübersehbar stehen Wahlen vor der Tür!

Ihr F.G.R. wird sich diesmal nicht auf Prognosen einlassen, aber wozu hat man Freunde? Ich suche also wieder einmal Rudi auf, der mir sogleich seine neueste Erfindung vorstellt. Es ist ein längliches rundes Ding wie ein kleines Fernrohr, an dem er eifrig herumdreht. „Politoskop“ nennt er es und er kann darin die verschiedensten politischen Farbenspiele beobachten. „Schwarz vor Angst zu sehen, oder rot vor Zorn, bringt nicht viel“, erklärt er mir. „Aber auch eine rosarote Brille ist unangebracht und grün hinter den Ohren sollte man in der Politik natürlich keinesfalls sein. Den größten Erfolg hat man zur Zeit wahrscheinlich, wenn man einfach das Blaue vom Himmel herunter schwatzt!“

Man mag Rudis Ideen und Erfindungen für spleenig und kurios halten, überraschend und amüsant sind sie aber auf jeden Fall, meint Ihr F.G.R

06/2015

ESC

Es war ein glanzvolles Ereignis, keine Frage! Phantastische Lichteffekte, hinreißende Arrangements, tolle Videosequenzen, perfekte Moderation und dann noch eine super spannende Abstimmung – beim Eurovision Song Contest 2015 wurde dem Publikum wirklich nur das Beste geboten. Auch Ihr F.G.R. gehörte zu den begeisterten Zusehern!

Von den großartigen Darbietungen noch euphorisch gestimmt, begab ich mich am nächsten Tag beschwingten Schrittes zu meinem Freund Rudi. Geteilte Freude ist ja bekanntlich die allergrößte und gemeinsam mit ihm wollte ich auf den Wellen des Hochgefühls die ESC-Nacht in der Erinnerung noch einmal passieren lassen. Leider enttäuschte mich Rudi maßlos! „Es ist genau so wie bei der Fußball-EM 2008“, meinte er trocken. „Wir haben nix gewonnen, aber alles bezahlt!“

Diese Polemik hätte ich von Rudi nicht erwartet! Entpuppt sich der Kerl doch tatsächlich als destruktiver Miesmacher der schlimmsten Sorte! Seine Aussage ist völlig unberechtigt und falsch! Bei der EM 2008 wurden wir doch zur Hälfte von der Schweiz unterstützt, meint Ihr, seine Freundschaft mit Rudi jetzt ernsthaftest überdenkender F.G.R.

05/2015

Geistlos

Der Mai ist gekommen und Pfingsten steht wieder vor der Tür, das Fest des Heiligen Geistes. Ursprünglich am 50. Tag nach Ostern auf die Apostel niedergegangen, sollte die himmlische Erleuchtung nach dem Willen der Kirche schließlich jedem Christen mit dem Sakrament der Firmung zuteil werden.

Ob diese Herabrufung des Geistes etwas bewirken kann sei dahingestellt. Aber selbst wenn, so geschieht sie bei den meisten Menschen doch bereits in sehr jungen Jahren und die Wirkung schwächt sich im Laufe der Zeit wohl ab. (Als Beweis für diese Theorie mag ich den von meiner guten Mutter, Gott hab sie selig, öfters getätigten, drastischen Ausspruch „wia öda, umso bleda“ anführen)!

Begonnen hat der Mai ja traditionellerweise wieder mit dem 1., dem Staatsfeiertag. Wie immer gab es Feiern, Maiaufmärsche und Festreden allerorts. Schöne, große Worte setzten die politischen Anführer aller Richtungen. Vielleicht sollte man diese Ansprachen aber auch unter dem Aspekt sehen, dass die Firmung der meisten Redner ja auch schon länger zurückliegt (falls sie überhaupt jemals stattfand). Unter anderem war übrigens auch von der Anhebung des Urlaubs auf sechs Wochen für alle die Rede. Da bin ich nicht dagegen, wenn auch wir Pensionisten blöderweise nichts davon haben!

Wie auch immer, jedenfalls könnte Ihnen jetzt eines klar geworden sein, nämlich dass auch beim Schreiber dieser Zeilen die Niederkunft des Heiligen Geistes schon sehr lange zurückliegt, meint Ihr leicht selbstkritischer F.G.R.

04/15

Aktionstage

Eigentlich gehört es zu meinen Gepflogenheiten, in der ersten Ausgabe des Jahres über anfallende Jubiläen, Aktionstage und dergleichen zu berichten. Heuer habe ich wohl darauf vergessen.

Aktionstage gibt es mittlerweile ja sehr viele, jedenfalls mehr, als ein Jahr Tage hat. Einige in diesem Monat anfallende möchte ich aber hier dennoch erwähnen. Den am 7. April abgehaltenen Weltgesundheitstag haben wir natürlich schon hinter uns, ebenso den Welt-Parkinson-Tag vom 11. April. Nächstens folgen der Weltamateurfunktag, der Internationale Denkmaltag, (nicht zu verwechseln mit dem Tag des offenen Denkmals am 13. September!), der Internationale Tag des Baumes, der Welttag der Partnerstädte sowie der für mich eher unbedeutende Welttag des geistigen Eigentums.

Ganz besonders ans Herz legen möchte ich meinen geschätzten Lesern jedoch den am 23. April gefeierten Welttag des Buches! Dieser Aktionstag war für die Stadt Perg vor zehn Jahren der Anlass, die Veranstaltungsreihe „PERGliest“ ins Leben zu rufen. Im heurigen Jubiläumsjahr werden zahlreiche literarische Leckerbissen angeboten, von denen man den einen oder anderen unbedingt genießen sollte! Ich erwäge darüber hinaus sogar den Ankauf eines Buches, symbolhaft gewissermaßen, Aktionstage müssen doch gefeiert werden!

Mit leichter Sorge erfüllt mich in dieser Hinsicht jedoch der nur acht Tage später anstehende 1. Mai. Denn wenn man am „Welttag des Buches“ ein Buch kauft, sollte man dann nicht am „Tag der Arbeit“ …

fragt sich Ihr, die Symbolhaftigkeit keinesfalls übertreiben wollender F.G.R.

03/15

Vergleiche

Wir haben Anfang März und der Frühling schickt seine Vorboten ins Land. Zwar balgen sich am Futterhäuschen im Garten noch die Vögel, hauptsächlich Spatzen, um die größten Anteile an den Körnern zu erhaschen, aber dennoch: Hecken und Sträucher beginnen zu knospen, zartes, frisches Grün schiebt sich hervor. Die ersten winterharten Schmetterlinge wie Zitronenfalter oder Tagpfauenaugen wagen sich aus ihren Verstecken, um sich an sonnigen Plätzen zu wärmen, der Winter geht dem Ende zu.

Natürlich erfreut sich auch Ihr F.G.R. an diesem Erwachen und Aufblühen der Natur. Allerdings gehen meine Ahnungen schon viel weiter voraus. Ich nehme sogar schon die Vorboten des kommenden Herbstes wahr! Selbstverständlich keine klimatischen, aus der Natur kommenden, sondern politische! Täglich wiederkehrende Meldungen in den Medien über Rechnungshof- überprüfungen, Förderungen, versteckte Parteifinanzierungen oder sogar das mögliche Ende des so tief in unserem Bewusstsein verankerten Proporzsystems zeigen unmissverständlich an: Im Herbst sind wir Bürger dieses Landes wieder aufgerufen, unseren demokratischen Willen an den Wahlurnen zu manifestieren!

So, oder ähnlich pathetisch wird es dann im Wahlkampf jedenfalls klingen, in Wahrheit geht es aber doch eher darum, Pfründe zu verteidigen beziehungsweise zu erobern und die meisten und besten Körnderl zu erhaschen. Womit sie jetzt verstehen, dass das eingangs erwähnte Futterhäuschen nicht zufällig in meine Betrachtungen eingeflossen ist, meint Ihr, um Vergleiche mit der Natur selten verlegener F.G.R.

02/15

Veränderungen

Zugegeben, Ihr F.G.R. ist kein großer Freund von Veränderungen. Man braucht sie nicht zu suchen, sie kommen von selbst, ist sein Standpunkt.

Nun, zumindest der heurige Winter scheint auch an dieser Einstellung Gefallen zu finden, unterscheidet er sich doch kaum vom Vergangenen. Wenig Kälte, wenig Schnee, wenig Sonne, viel grau in grau! (die geneigte Leserschaft möge mir verzeihen, wenn sich das bis zum Erscheinen unseres Blattes geändert haben sollte).

Wie gut, dass ich in solchen Zeiten hin und wieder eine Frohnatur wie meinen Freund Rudi besuchen kann! Rudi lümmelt auf der Couch im Wohnzimmer vor seinem überdimensionalen Fernseher. „Ich entspanne mich vor und zwischen den dramatischen Rennen der Schi-WM mit Bildern aus unserer schönen Heimat“, erklärt er mir. Tatsächlich erkenne ich auf dem Bildschirm jetzt – die Mauthausner Donaubrücke samt Zu- und Abfahrten! „Ich habe im Garten eine Kamera installiert“, fährt Rudi fort. „Weißt du wie entspannend und beruhigend das ist, wenn man die langsam dahinkriechenden Autos und die Staukolonnen sieht und man selbst nicht dort herumkrebsen muss? Gerade abends, kurz bevor die Übertragungen aus Amerika beginnen, ist es am schönsten! Und natürlich am Morgen, vor den Zusammenfassungen vom Vortag! Ich hoffe, dass die zuständigen Politiker daran so bald nichts ändern und noch lange ihren Gleichmut und die Zurückhaltung bezüglich einer neuen Donaubrücke behalten!“

Ja, so ist er eben, mein Freund Rudi! Immer wieder entdecke ich neue Seiten an ihm, diesmal allerdings eine erstaunlich selbstsüchtige, meint Ihr darob beinahe etwas geschockter F.G.R.

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2013

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10/2013

Bescherung

Nun ist auch der September schon wieder vorüber, wir sind mitten im Herbst. In gut zwei Monaten ist Nikolo schon wieder vorbei, Weihnachten steht vor der Tür und wir können uns auf die Bescherung freuen. Die es für die Politiker und Parteien jetzt schon gegeben hat, wobei ich meiner feinsinnigen Leserschaft sicher nicht extra die möglichen Betonungsunterschiede beim Begriff „schöne Bescherung“ zu erklären brauche! Aber so ist es eben, nicht alle können immer zufrieden sein, das ist mit Weihnachtsgeschenken genau so wie mit Wahlergebnissen. Während die einen überschäumend ihre Freude zeigen, müssen andere mühsam versuchen, ihre Enttäuschung zu verbergen!

Gestern habe ich übrigens wieder einmal meinen Freund Rudi besucht. Nach dem Wahlgang gezieme sich für die Politiker nun wohl eine Wallfahrt, erklärte er mir, sei es als Dank für einen guten Ausgang, oder auch als Bitte um ein besseres Ergebnis beim nächsten Mal. Der Strache zum Beispiel würde bestimmt nach Mariazell fahren, weil ihn die Steirer am meisten mögen! Für die Neos sei jedenfalls der Sonntagberg angemessen, wegen der guten Aussicht! Frank Stronach und vielleicht auch den Grünen hingegen wäre, falls sie nicht ganz zufrieden sein sollten, ein Besuch in Maria Schmolln zu empfehlen! Den Roten und Schwarzen würde jedoch nichts anderes übrigbleiben, als gemeinsam mit dem BZÖ in einer Art außerparlamentarischer Koalition nach Maria Ellend zu pilgern und dort Trost und Fürsprache zu erbitten!

Ja, so ist halt der Rudi mit seinen kindischen Ideen, in denen aber auch  immer wieder ein kindlich liebenswerter Kern zu erkennen ist, meint Ihr F.G.R.

09/2013

Kein Sommerloch mehr

Es war kein eintöniger Sommer, der sich nun seinem Ende zuneigt. Klimatisch jedenfalls, vom Hochwasser Anfang Juni über Hitzerekorde im Juli und Dürreperiode im August konnte er alles in unseren Breitengraden denkbare bieten. Aber auch sonst tat sich allerhand! So wurde durch die Enthüllungen über die Machenschaften der amerikanischen Geheimdienste unser Vertrauen in facebook und twitter gewaltig erschüttert. Anlass zu weltweiten Jubelstürmen gab indes in England die Geburt eines Thronfolgers des Thronfolgers des Thronfolgers, die Briten sind damit in dieser Hinsicht auf Jahrzehnte hinaus versorgt!

Aber auch hierzulande tat sich einiges, vor allem warf natürlich die schon bald anstehende Nationalratswahl ihre Schatten voraus. Und weil der bei den extremen Temperaturen auch nicht mehr richtig kühlte, musste sich der eine oder andere Volksvertreter oben ohne zeigen (wenns wenigstens die Glawischnig gewesen wäre!) oder in Badehose seinen sportgestählten Körper präsentieren. Politiker von der Statur eines Ludwig Erhard, Bruno Kreisky oder Fred Sinowatz sind offensichtlich nicht mehr gefragt!

Apropos nicht mehr gefragt: Auch ein Relikt aus dem in Medienkreisen einst so gefürchteten Sommerloch, das Ungeheuer von Loch Ness, plagen wegen der Anhäufung von Ereignissen und der globalen Informationsflut anscheinend Existenzängste! Niemand braucht es mehr und gerüchteweise habe ich vernommen, dass es aus seinem schottischen See ausziehen und auf Gut Aiderbichl um Asyl ansuchen will! Spätestens bis Weihnachten werden wir darüber mehr wissen, meint Ihr, in dieser hochinteressanten Angelegenheit natürlich am Ball bleibender F.G.R.

07/2013

Sichere Prognose

Eins, zwei, drei, im Sauseschritt/ läuft die Zeit, wir laufen mit! So schrieb einst Wilhelm Busch und wie recht er hatte! Man mag es kaum glauben, die Hälfte des Jahres 2013 ist schon wieder verflogen! Dies gibt mir Anlass, kurz einmal auf meine bescheidenen Beiträge der vergangenen Monate in diesem Blatt zurückzublicken.

Was mir dabei auffällt: Fast immer drehten sie sich um Klimawandel, Wetterkapriolen oder Umweltdramen. Zugegeben, der nicht enden wollende Winter, der kühle, nur von sporadischen Hochsommerperioden unterbrochene Frühling und natürlich die Hochwasserkatastrophe Anfang Juni boten genug Stoff für meine Kolumne und überlagerten alle anderen Themen. Das wird aber nach dem Sommer ganz anders werden, schließlich stehen ja Ende September Nationalratswahlen an! Da sollte es keine Schwierigkeit sein,  den einen oder anderen Artikel darüber zu erstellen. Noch dazu, wo sich das Vokabular des Klima- und Umweltwandels genauso gut dafür verwenden lässt! Bricht vielleicht in Folge eines überharten Wahlkampfes eine politische Eiszeit aus? Gelingt es jemanden, die Gegner aufs Glatteis zu führen? Wer wird nach dem Urnengang im Aufwind sein, wem die Sonne lachen und wen haben die Wähler im Regen stehen lassen? Brauen sich irgendwo dunkle Wolken zusammen, wird das Ergebnis beim einen oder anderen einschlagen wie der Blitz? Vielleicht steht manchen dann auch das Wasser bis zum Hals, werden einige sogar untergehen?

Niemand kann in die Zukunft sehen, aber die einzige immer einhundert Prozent richtige Wettervorhersage lässt ich auch mühelos auf die Wahlprognose umlegen: Entweder es wir anders, oder es bleibt, wie es ist, meint Ihr F.G.R.

06/2013

Experten

Ich habe heuer in dieser Rubrik schon einmal festgestellt, dass Studien  immer wieder überraschende, der gängigen Volksmeinung oft völlig entgegengesetzte Ergebnisse bringen. Manchmal scheint es fast nach dem Motto zu gehen: Es kann ja nicht sein, dass wir Experten es nicht besser wüssten als das gemeine Volk!

Ein Beispiel dafür konnte ich kürzlich wieder lesen. Im westlichen Oberösterreich, vor allem aber in Bayern, waren ungewöhnlich viele tieffliegende Schwalben mit Autos zusammengeprallt, was meist unangenehm für die Kraftfahrer und tödlich für die Vögel endete. Zu diesem Phänomen wurde in der beliebten, kleinformatigen Tageszeitung ein Experte befragt. Und auf die Feststellung des Interviewers, dass tieffliegende Schwalben ja bekanntlich schlechtes Wetter ankündigen, kam prompt die Antwort des Fachmanns: „Das wurde sogar wissenschaftlich untersucht und widerlegt!“

Nun, das alte Volkswissen mag zwar nicht immer zutreffen, aber ein gewisser Zusammenhang zwischen fallendem Luftdruck, deshalb tiefer fliegenden Insekten und ihnen nachjagenden Vögeln ist wohl unbestreitbar. Aber vielleicht kommt ja auch einmal eine Studie, die den Zusammenhang zwischen fallendem Luftdruck und aufkommendem Schlechtwetter widerlegt! Der Wissenschaft ist alles zuzutrauen!

Als Tochter der Studie könnte man übrigens die ebenfalls von Experten erstellte Prognose bezeichnen. Im Gegensatz zu Studien offenbart sich deren Wahrheitsgehalt jedoch oft sehr schnell, beispielsweise bei Wettervorhersagen oder Prognosen der hydrografischen Dienste, wie sich gerade in letzter Zeit wieder gezeigt hat, meint Ihr F.G.R.

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05/2013
Mythen
Jahrzehntelang war sie mein, zuverlässig in den letzten Februar- oder ersten Märzwochen eintreffender und etwa bis Mitte April verweilender Gast – die Frühjahrsmüdigkeit! Doch wie soll man in einem Jahr wie heuer rechtschaffen frühjahrsmüde werden, wenn es am zehnten April bei Schneeschauern noch der warmen Winterjacke bedarf und vierzehn Tage später holt man sich im Freibad einen Sonnenbrand? Es ist wirklich nichts mehr so wie es früher einmal war!
Gibt es keinen Frühling mehr? Ist die jahrhundertelang poetisch verklärte Zeit der erwachenden linden Lüfte, des zarten Aufblühens und Sprießens nur mehr ein Mythos aus der Vergangenheit? Fast scheint es, als hätte sich die Natur der modernen menschlichen Hektik angepasst! Kalt, heiß, Winter, Sommer, zack, bumm, keine zeitaufwändigen Zwischenstationen mehr! Oder hat der Mensch mit seinem zerstörerischen Raubbau und der hemmungslosen Industrialisierung die Natur selbst schon so sehr verändert, dass sie sich jetzt gewissermaßen in einem Klimakterium befindet?
Es gibt vielleicht keinen Frühling mehr, aber mitten in der Zeit, die wir immer noch so nennen liegt das hohe christliche Fest Pfingsten. Zu diesem soll der Heilige Geist auf die Erde niederkommen und das Denken der Menschen erleuchten. Allzu große Hoffnungen sollte man darauf jedoch nicht setzen, es handelt sich dabei wohl auch nur um einen noch niemals bestätigten Mythos, meint ihr, dies leider auch am eigenen Geist immer wieder wahrnehmender F.G.R!
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04/2013
Veränderungen
Es ist kalt draußen, als ich diese Zeilen schreibe. Ein paar Schneeflocken tanzen am Fenster vorbei, der Winter will heuer einfach nicht enden. Von Klimaerwärmung ist nichts zu spüren, aber das kann in ein paar Tagen, wenn sie diese Zeitung lesen, ja schon wieder ganz anders sein, vielleicht stöhnen wir dann unter einer sommerlichen Hitzewelle! Jedenfalls setzt sich statt Klimaerwärmung jetzt mehr und mehr der wesentlich flexiblere Begriff Klimaveränderung durch.
Es verändert sich ja vieles im Lauf der Zeit – manches aber anscheinend überhaupt nicht. Im Fernsehen werden jetzt z.B. wieder Radrennen übertragen. Vergessen die faustdicken, man könnte auch sagen „armstarken“ Lügen eines amerikanischen „Supersportlers“, alles unter den Tisch gekehrt. Auch wenn jeder weiß, dass die von den Athleten erbrachten Leistungen mit legalen Mitteln gar nicht möglich sind, die „Tour de krumm“ läuft weiter, es hängt zu viel Geld daran, zu viel Geschäft!
Dabei ist Sport ja nur eine, wenngleich für viele wichtige, Nebensache. Aber was hat sich beispielsweise seit der Atomkatastrophe von Fukujima verändert? In Japan glühen die Brennstäbe genau so unvermindert weiter wie überall auf der Welt. Lediglich Deutschland hat den Ausstieg beschlossen, später, aber so ganz sicher ist das auch noch nicht, es geht ja um die Wirtschaft, ums Geld. Aber beim Geld hat sich ja schließlich auch nicht viel geändert, nach wie vor wird verschoben, spekuliert und gezockt was das Zeug hält! Und wenn dann etwas daneben geht kassiert man eiskalt bei den Einlagen der kleinen Sparer ab, meint Ihr, auch in dieser Hinsicht keine Veränderung feststellender F.G.R.
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03/2013
Pessimismus
„Pessimistische Menschen leben länger“, lese ich gerade in meiner Morgenzeitung. So lautet jedenfalls das überraschende Ergebnis einer über zehn Jahre geführten Studie. Dabei hatte man doch bisher immer gedacht, dass eine lebensfrohe Einstellung, der sprichwörtliche „gesunde Optimismus“, einer hohen Lebenserwartung förderlich sei!
Ihr F.G.R. steht derlei Studien freilich etwas skeptisch gegenüber. Fast immer lässt sich ihr Ergebnis in zwei Gruppen einteilen. Entweder heißt es: Was schon unsere Uromas wussten, bestätigt nun eine Studie … oder eben, wie im vorliegenden Fall: Entgegen der landläufigen Meinung ergab sich, dass es genau umgekehrt ist! Erfahrungsgemäß kommt dann aber auch bald eine neue Studie, die das Ergebnis der vorherigen wieder umdreht. Vielleicht sollten ja einmal Studien über Studien gemacht werden. Das Ergebnis ahne ich jedoch bereits: Es würde welche geben, die besagen, dass Studien stimmen und andere, dass sie nicht stimmen! Was jedoch sicher stimmt: Studien geben vielen Menschen Arbeit, gesichertes Einkommen und Wohlstand, es lebe die Studie!
Sollte das eingangs erwähnte Forschungsergebnis allerdings zutreffen, stünde uns wohl bald eine Gesellschaft der über Hundertjährigen bevor! Anlass zur Schwarzseherei gibt es ja genug, Wirtschafts- und Finanzkrise, Rezession, Fleischskandal, und wie sollen die Pensionssyteme das aushalten, wenn alle Leute so alt werden, meint ihr, gerade einen gesunden Pessimismus aufbauender und deshalb wahrscheinlich noch jahrzehntelang aus dem Fenster spuckender F.G.R.
02/2013
Jahrestage
Wir schreiben nun schon seit einigen Wochen das Jahr 2013 und natürlich durchstöberte Ihr F.G.R. bereits das Internet nach heuer anfallenden runden Jahrestagen und Jubiläen.
So kam zum Beispiel vor 650 Jahren das heilige Land Tirol zu Österreich, was durchaus gedenkwürdig ist. Vor noch nicht ganz so langer Zeit, nämlich 1813, wurde der italienische Komponist Giuseppe Verdi geboren, 100 Jahre ist es her, dass eine New Yorker Zeitung das erste Kreuzworträtsel veröffentlichte und das Attentat auf John F. Kennedy liegt auch schon wieder 50 Jahre zurück!
Geradezu eine Anhäufung runder Jahrestage fiel mir bei meinen Recherchen übrigens im Britischen Empire auf! So wurde vor 150 Jahren in London die erste U-Bahn der Welt eröffnet. Vor 50 Jahren startete James Bond im Dienste Ihrer Majestät mit der Jagd auf Dr. No seine Agententätigkeit, die Rolling Stones veröffentlichten ihre erste Single namens „come on“ und der legendäre englische Postraub fand ebenfalls 1963 statt. Sogar 60 Jahre liegen hingegen zwei denkwürdige Erstbesteigungen zurück: Am 29. Mai 1953 erklomm Sir Edmund Hillary den Mount Everest und nur wenige Tage später, am 2. Juni, Elizabeth II. den englischen Thron. Sollten sich die einen oder anderen Leserinnen und Leser jetzt auch an diverse persönliche Erstbest… Nein, das sind private Erinnerungen und Jubiläen, die mit dem seriösen Charakter dieser Kolumne nichts zu tun haben!
Ach ja und noch etwas: Vor 15 Jahren, im November 1998, erschien die erste Ausgabe des M@rktspiegels und damit auch der erste meiner Beiträge in diesem liebenswerten Blatte, immerhin auch ein kleines Jubiläum, meint Ihr F.G.R.
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2012
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12/12
Und es begab sich …
dass wieder einmal der Heilige Abend hereinbrach, an dem das Christkind und der diesmal etwas griesgrämig dreinblickende Weihnachtsmann mit ihrem Rentierschlitten auch über das Mühlviertel hinweg brausten. „Was ist los mit dir, ist es denn nicht schön, wenn wir die Menschen heute wieder glücklich machen können“, wollte das Christkind wissen? „Ach weißt du, in der Beziehung kriege ich langsam eine Sinnkrise“, klagte dieser. „Da hat mir doch kürzlich glatt so ein mickriger Paketdienst-Bote gesagt, ich wäre nicht mehr nötig, denn wenn er mit seinen Packerln komme, würden die Menschen vor Glück schreien!“ „Ja, aber später schreien sie dann noch einmal, wenn sie die Rechnung oder den Kontoauszug sehen, und dann bestimmt nicht vor Glück“, grinste das Christkind. „Wir dagegen beschenken die Menschen wirklich und bringen ihnen Freude und Zufriedenheit!“
Sie näherten sich inzwischen der Donau bei Mauthausen. „Gut, dass die alte Brücke schon seit über fünfzig Jahren nicht verändert wurde“, stellte das Christkind fest. „So ist sie ein guter Orientierungspunkt!“ „Sieh nur, da steht ein Paketwagen unten und der Fahrer winkt uns zu, ich glaube er hat zwei Pakete für uns!“ Wunderte sich der Weihnachtsmann. Geschickt warf ihnen der Bote die beiden Kartons zu, um dann in rasender Fahrt zu verschwinden. Schnell öffneten die beiden ihre Packerl. „Ho, ho, ho“, dröhnte der Weihnachtsmann als er eine wetterfeste Outdoorjacke sah und das Christkind schrie vor Glück über die zauberhaften roten Stiefel!
Aber warum sollen die zwei nicht auch einmal eine Freude haben, meint Ihr, sich mit dieser zugegebenermaßen sehr unglaubwürdig klingenden Geschichte für heuer von Ihnen verabschiedender F.G.R
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11/12
Tief
Es ist schon ein paar Jahre her, als meine PC-Tastatur in einen partiellen Streik trat und mir plötzlich die Eingabe des Buchstabens „H“ verweigerte. Weder durch kräftiges Zuschlagen noch mit gefühlvollem Streicheln war ihr das Zeichen zu entlocken. Der Not gehorchend verfasste ich daher einen Text ohne „H“. Kein ganz einfaches Unterfangen, was schon daran zu erkennen ist, dass dieser Konsonant beispielweise in den paar Zeilen, die sie soeben gelesen haben, nicht weniger als 22 mal vorkommt!
Aber warum erzähle ich Ihnen das eigentlich? Einfach, weil ich seit damals eine gewisse Affinität zum Buchstaben „H“ entwickelt habe. Besonders in den von mir so geliebten Stabreimen kommt er ja recht häufig vor, wie zum Beispiel bei „hin und her“, „Haus und Hof“, oder auch „Herz und Hirn.“ Letzteres wünscht man sich, sogar in besonderem Maße, ja von den Politikern. Und die haben gewiß auch Herz und Hirn, selbst wenn sie es sich gegenseitig immer wieder in Abrede stellen! Eine völlig neue Komponente brachte aber kürzlich der Polit- Neueinsteiger Frank Stronach ins Spiel. Er sprach in seinem knorrigen kanadischen Holzfällerslang einem politischen Mitbewerber das Vorhandensein jener, in der Regel paarig angeordneten männlichen Keimdrüsen ab, die für Fortpflanzung, Familienplanung u. dgl. unerlässlich sind. (Sie sehen, wie schwierig die Umschreibung eines Wortes sein kann, wenn man „H“ oder Vulgärausdrücke vermeiden will)!
Aber ohne Herrn Stronachs Äußerung näher kommentieren zu wollen, scheint sie mir doch eindeutig tief unterhalb von Hirn und Herz angesiedelt, meint Ihr, an sich eh nicht so zimperlicher F.G.R.
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10/12
Tief
Es ist schon ein paar Jahre her, als meine PC-Tastatur in einen partiellen Streik trat und mir plötzlich die Eingabe des Buchstabens „H“ verweigerte. Weder durch kräftiges Zuschlagen noch mit gefühlvollem Streicheln war ihr das Zeichen zu entlocken. Der Not gehorchend verfasste ich daher einen Text ohne „H“. Kein ganz einfaches Unterfangen, was schon daran zu erkennen ist, dass dieser Konsonant beispielweise in den paar Zeilen, die sie soeben gelesen haben, nicht weniger als 22 mal vorkommt!
Aber warum erzähle ich Ihnen das eigentlich? Einfach, weil ich seit damals eine gewisse Affinität zum Buchstaben „H“ entwickelt habe. Besonders in den von mir so geliebten Stabreimen kommt er ja recht häufig vor, wie zum Beispiel bei „hin und her“, „Haus und Hof“, oder auch „Herz und Hirn.“ Letzteres wünscht man sich, sogar in besonderem Maße, ja von den Politikern. Und die haben gewiß auch Herz und Hirn, selbst wenn sie es sich gegenseitig immer wieder in Abrede stellen! Eine völlig neue Komponente brachte aber kürzlich der Polit- Neueinsteiger Frank Stronach ins Spiel. Er sprach in seinem knorrigen kanadischen Holzfällerslang einem politischen Mitbewerber das Vorhandensein jener, in der Regel paarig angeordneten männlichen Keimdrüsen ab, die für Fortpflanzung, Familienplanung u. dgl. unerlässlich sind. (Sie sehen, wie schwierig die Umschreibung eines Wortes sein kann, wenn man „H“ oder Vulgärausdrücke vermeiden will)!
Aber ohne Herrn Stronachs Äußerung näher kommentieren zu wollen, scheint sie mir doch eindeutig tief unterhalb von Hirn und Herz angesiedelt, meint Ihr, an sich eh nicht so zimperlicher F.G.R.
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09/2012
Schlagzeilen
Einst galt der Sommer ja als mediale „Sauregurkenzeit.“ Alles machte Ferien und für die Schlagzeilen musste Eingemachtes, wie es die „sauren Gurkerl“ eben sind, herhalten. Die Zeiten haben sich aber gewandelt. So wie man heutzutage zu jeder Jahreszeit frische Nahrungsmittel aus aller Herren Länder im Supermarkt kaufen kann, wird man auch immer und jederzeit mit Neuigkeiten, Pardon, „News“ aus aller Welt versorgt. Und die Produktion von Schlagzeilen liefernden Ereignissen lief ja, Sommer hin oder her, heuer geradezu auf Hochtouren!
Dabei standen die heimischen Begebenheiten hinter den international brisanten Themen wie Bürgerkrieg in Syrien, der schier endlosen griechischen Euro-Not und – Shocking!- Nacktfotos von Prinz Harry, nicht zurück! Allein das zwei Wochen dauernde und letzlich vergebliche Hoffen auf eine olympische Medaille sorgte für Debatten bis in die Bundesregierung! Dort will künftig auch Frank Stronach mitmischen, nachdem er sich spektakulär in dieses „Geschäft“ eingekauft hat. Beinahe täglich erreichten uns auch Meldungen über Familiendramen, Mord und Totschlag, Überfälle, oder Naturkatastrophen wie etwa im steirischen St. Lorenzen. Selbst das gute alte Ungeheuer von Loch Ness wurde heuer vom Krokodil in der Drau sowie von diversen entfleuchten Geparden,Luchsen und Riesenschlangen glatt ausgestochen!
Und wenn sie, geschätzte Leserinnen und Leser jetzt fragen, ob es denn nur Negatives und nichts Positives zu berichten gäbe – aber ja, natürlich! Nur fällt es mir im Augenblick nicht ein, vielleicht bis zur nächsten Ausgabe, meint ihr, sich diesbezüglich in eine intensive Nachdenkpause zurückziehender F.G.R.
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07/12
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Dankbarkeit
In ihrem unaufhaltsamen Lauf hat die Zeit nun auch schon wieder die Mitte des Jahres überschritten. In fünf Monaten, man glaubt es kaum, ist Weihnachten schon wieder vorbei!
Aber das wollte ich Ihnen eigentlich nicht erzählen, was zählt ist doch die Gegenwart. Gegenwärtig haben wir Sommer und Urlaubszeit. Und olympische Spiele, das bereits zweite sportliche Highlight in diesem Jahr, nach der Fußball – EM. Bei dieser hatten uns übrigens die Spanier wieder gezeigt, wie einfach es ist, Welt- und Europameister zu werden: Man muss nur die besten Fußballer der Welt haben! -
Die olympischen Wettkämpfe regten mich an, wieder einmal meinen Freund Rudi zu besuchen. Ich wollte wissen, wie er zu dem Spektakel steht. Die Antwort sah ich in Form eines riesigen, die halbe Wohnzimmerwand bedeckenden LCD Fernsehers! Rudi beobachtete gerade fasziniert die anmutigen Sprünge von ebenso anmutigen Mädchen in ein saphirblau leuchtendes Wasserbecken. „Sechzig Zoll“, das Beste was es derzeit gibt“, strahlte er, „da sieht man wirklich jedes Detail!“ Das hatte ich von Rudi, diesem sonst so konsequenten Kämpfer wider den Konsumwahn nicht erwartet! „Diese olympischen Spiele sind wirklich ein Wahnsinn“, schwärmte er weiter. „Etwas Schöneres und Spannenderes gibt es einfach nicht! Man muss den alten Griechen heute noch dankbar sein, dass sie so etwas erfunden haben. Allein für die Idee sollte jeder ihren Nachfolgern ein paar Hunderter überweisen!“-
Nun ja, so viel Träumer Rudi auch sein mag, irgendwie trifft er doch immer wieder den Nagel auf den Kopf! Denn eigentlich machen wir das ja schon, meint Ihr, heute wieder etwas sarkastischer F.G.R.
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06/12
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Wackelpopo
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Die Song Contest Schlacht, oder besser Farce, ist wieder einmal geschlagen. Leider abermals erfolglos für die österreichischen Teilnehmer, was wir Mühlviertler natürlich besonders bedauern. Mit dem Popowackeln oder vielleicht auch -zittern ist es deshalb in Freistadt aber noch nicht vorbei. Weniger für Lukas und Manuel, als für den reisefreudigen Bürgermeister, der sich noch zur Unterstützung seiner Landsleute ins ferne Baku begab, obwohl diese schon vier Tage zuvor im Halbfinale ausgeschieden waren. Zur Mitreise eingeladen haben soll er übrigens auch zwei Mitarbeiterinnen von nicht näher genannten regionalen Gratiszeitungen. Aber da braucht man wohl nur in die Runde schauen und tippen.-
Klar, dass nun Überlegungen auftauchen, wer den Spaß eigentlich finanziert hat. Das Stadtoberhaupt mit seinen kärglichen Bürgermeister – und Bundesratbezügen scheint man da von vornherein auszuklammern. Natürlich war es auch keine offizielle Dienstreise auf Steuerzahlers Kosten. Ein Reisebüro soll als Sponsor eingesprungen sein. Nobel zwar, aber die Kosten wälzt dieses dann ja wohl auf die Preise für die „normalen“ Urlauber ab. Und die werden sich bestimmt freuen, dass sie für den honorigen Herrn Bürgermeister samt Gefolge mitblechen dürfen!-
Aber ich bin mir sicher, dass dies kein gar so herausragender Fall ist. Man denke nur an die gerade stattfindende Fußball-EM, wo sich bestimmt eine Unzahl von wichtigen und unabkömmlichen heimischen Adabeis herumtreibt, obwohl schon seit eineinhalb Jahren feststeht, dass Österreich nicht dabei ist. Aber die haben halt sicher auch gute Sponsoren …, meint Ihr F.G.R.
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05/2012
Versprechen
Schon länger habe ich meinen Freund Rudi nicht mehr gesehen, also schaue ich einmal bei ihm vorbei. Er sitzt emsig tippend vor seinem Computer. „Ich schreibe Briefe an die politischen Parteien“, erklärt er mir. „Sie sollen sich an ihre Programme halten und nicht so schnell vergessen, was sie vor Wahlen versprochen haben!“ „Und was schreibst du da so?“ „Na, den Roten zum Beispiel, dass sie, Steuerreform hin oder her, nicht immer bei den Kleinen, schlechter verdienenden den Hebel ansetzen, sondern die Reichen höher besteuern sollten. Und den Schwarzen, dass sie, Steuerreform hin oder her, den Hebel bei den Reichen und Multis ansetzen und nicht immer die Kleinverdiener schröpfen sollten! Hoffentlich“, überlegt er plötzlich, „habe ich die Briefe nicht vertauscht! Aber – eigentlich wäre das ja auch egal. Den Blauen habe ich auch schon geschrieben“, fährt er fort. „Sie sollen endlich Zeichen setzen in der Ausländerpolitik und mit den Ausweisungen beginnen. Der asiatische Marienkäfer zum Beispiel nimmt bei uns derart überhand, dass er bald unsere einheimischen verdrängen wird. Die spanische Nacktschnecke plagt die Gartenbesitzer schon seit Jahrzehnten und gehört längst weg und wenn es nach den Fischern geht, hat auch der Kormoran bei uns nichts verloren! Jetzt schreibe ich gerade den Grünen. Sie sollen nicht vergessen, dass sie uns vor vielen Jahren schon einen Benzinpreis von 20 Schilling versprochen haben. Nun sollen sie dafür sorgen, dass der eingehalten wird. Mit 1,50 Euro sind wir nämlich schon darüber!“
Ja, Rudi ist halt ein Phantast. Aber immerhin so realistisch, dass er seine Briefe als E-Mail schreibt. Das Porto würde sich nicht lohnen, meint Ihr F.G.R.
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04/2012
Die Sommerzeit
hat wieder begonnen. Nicht die meteorologische, davon sind wir, wie gerade in der letzten Woche erkennbar, noch weit entfernt. Gemeint ist natürlich die im Jahr 1980 (wieder)eingeführte, gesetzlich verordnete Sommerzeit. Sie soll durch bessere Nutzung des Tageslichts Energie sparen helfen. Die Meinungen dazu sind, nicht nur hinsichtlich der Energieeffizienz, sondern auch was die Auswirkungen auf den Biorhythmus von Mensch und Tier betrifft, geteilt.
Besonders betroffen von der Umstellung sind natürlich die Kinder. Deshalb tauchte kürzlich der bemerkenswerte Vorschlag auf, den Unterrichtsbeginn an den Schulen um eine Stunde nach hinten zu verschieben. Eine bestechende Idee, allerdings müssten dazu auch die Fahrpläne der Verkehrsmittel und die Arbeitszeiten der Eltern, ja sogar die Dienstpläne der Lehrer geändert werden! In Folge dessen natürlich auch die Öffnungszeiten der Geschäfte, Ämter, Behörden usw., usw. Alles eine Stunde nach hinten verschoben! Jause um zehn, Mittagessen um dreizehn und die Barbara Karlich Show um siebzehn Uhr! Welch ein gigantischer Arbeitsaufwand, welch eine unglaubliche Herausforderung wäre das für das ganze Land! Und wenn sie, geneigter Leser jetzt meinen, dass dies eine völlig unsinnig Idee sei, weil sich dann ja energiesparmäßig überhaupt nichts ändern würde, haben sie natürlich völlig Recht!
So könnte man den Gedanken der Schulzeitänderung einerseits durchaus in den Bereich der Bürger von Schilda verlegen. Andererseits könnte die Idee aber auch von sehr gewitzten Leuten stammen, die damit die Unnötigkeit der jetzigen Sommerzeitregelung aufzeigen wollten, mein Ihr, wie immer keine Möglichkeit außer Betracht lassender F.G.R.
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03/2012
Murphys Gesetz
Für viele Menschen ist jetzt wieder die Zeit gekommen, um einen Sommerurlaub zu planen. Dabei stellt sich aber immer mehr die Frage: Wohin kann man noch gefahrlos reisen? Treue Leser werden sich vielleicht noch erinnern, dass ich diese Frage vor Jahren schon einmal aufgeworfen habe. Leider hat sich an den Problemen seit damals nicht viel geändert, außer dass sie noch um einiges größer wurden. Die Mittelmeerländer als traditionelles Urlaubsziel sind nach wie vor nicht sehr ratsam. In Spanien und der Türkei herrscht weiterhin Terrorgefahr und in Nordafrika kann man nach der Revolutionswelle seines Lebens nicht mehr sicher sein. Italien wird immer mehr von der Mafia beherrscht und Griechenland vielleicht demnächst geschlossen.
Natürlich haben die Reiseveranstalter diese Risiken schon vor längerem erkannt und ihnen Rechnung getragen. Mit Kreuzfahrtschiffen konnte man allen Unannehmlichkeiten ausweichen. Man ist nicht abhängig von politischen Verhältnissen zu Lande, braucht keine Attentate oder Revolutionen fürchten und so boomte die Sparte in den letzten Jahren. Für Veranstalter und Reisende schien die perfekte Lösung gefunden – wenn, ja, wenn es da nicht Murphys Gesetz geben würde. Dieses, nach dem amerikanischen Ingenieur Edward A. Murphy benannte Phänomen besagt vereinfacht, das alles, was schiefgehen kann, irgendwann auch einmal schiefgehen wird. Und so wird aus manch klingendem Schiffsnamen wie etwa Costa Concordia oder Costa Allegra schnell eine Costa Fatalis oder Costa Havaria, meint ihr, übrigens nach wie vor nicht zum reiselustigen Völklein zählender F.G.R.
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02/2012
Ins Schwarze
Ein neues Jahr hat wieder begonnen, wie immer im Winter. Dennoch wollte ich in dieser ersten Marktspiegel – Ausgabe des Jahres 2012 nicht mit der Sensationsmitteilung aufwarten, dass es im Winter kalt ist. Ebenso wenig wollte ich Ihnen erzählen, dass jetzt Fasching ist und sie daher lustig sein müssen. All dies haben sie ja längst aus den verschiedensten Medien erfahren. Und so geriet ich, ehrlich gesagt, schon ein wenig ins Grübeln, welches Thema ich in dieser Kolumne anschneiden sollte. Um mich etwas abzulenken besuchte ich daher meinen Freund Rudi, ein immer wieder probates Mittel in solchen Situationen.
Rudi war in seiner Bastelstube gerade mit dem Zusammenrichten eines Paketes beschäftigt. Es war ein ziemlich großer Karton, dessen Inhalt aus mehreren, verschieden großen und schweren Gegenständen wie Pflastersteinen, Bleigewichten, aber auch sauren Äpfeln und weichen Birnen zu bestehen schien. Der Inhalt der Schachtel wirkte derart ungleichmäßig verteilt, dass immer wieder Ecken und Kanten am Karton aufbrachen, die Rudi mit einem festen Klebeband schließen musste. Als er das Paket endlich mit Hilfe einer dicken rot-schwarzen Kordel fest zugeschnürt hatte, standen ihm Schweißperlen auf der Stirn. „Was soll das sein“, fragte ich ihn entgeistert? „Ein Sparpaket“, strahlte Rudi! „Und wozu brauchst du das?“ „Ich doch nicht, die Menschen brauchen es, das Volk. Niemand macht ein Sparpaket für sich selbst, das solltest du doch wissen!“
Es ist wirklich frappierend, wie genau Rudi in seiner liebenswerten Einfalt immer wieder ins Schwarze trifft, meint Ihr F.G.R.
2011
12/2011
Und es begab sich,
dass Christkind und Weihnachtsmann in diesem Jahr etwas dicker vermummt als sonst auf ihrem rasenden Schlitten saßen. Nicht der Kälte wegen, sondern um diverse Blutergüsse und blaue Flecken zu verbergen. „Es ist schon verrückt“, jammerte das Christkind und betastete vorsichtig ein paar schmerzende Rippen. „Diese Telefongesellschaften treiben es immer ärger. Jetzt müssen uns wir zwei schon darum prügeln, wer die besten Tarife hat!“ „Ja, schlimm ist das“, stimmte der Weihnachtsmann zu und zupfte an seinem Bart herum, um die blauen Flecken am Kinn zu verdecken. „Aber das Schlimmste kommt ja erst, wenn dann alle Menschen so billig telefonieren können, oder es zumindest glauben. Da werden wir uns der Anrufe und SMS kaum mehr erwehren können, die uns am Handy erreichen. Ich schalte meines jedenfalls gleich aus, sonst wird mir das zu stressig.“ „Ich schalte das meine nur stumm“, meinte das Christkind. „Schließlich möchte ich ja hin und wieder jemand anrufen, wenn ich bei XZ11 schon den günstigsten Vertrag habe, den es gibt!“ „Na, den günstigsten Vertrag, widersprach der Weihnachtsmann, habe schon ich bei XY33!“ „Was, dein lumpiger Tarif soll günstiger sein als meiner?“ Zischte das Christkind und ballte kampflustig seine zarten Fäustchen. „Ho, ho, ho, natürlich habe ich den billigsten Tarif“, tönte der Weihnachtsmann und schwang drohend seinen schweren Sack …
Ja, liebe Leser, wir leben in einer Zeit, in der Kampf und Gewalt selbst vor den friedlichen Weihnachtsboten nicht mehr Halt machen. Wie das alles noch weitergehen soll vermag selbst Ihr, Ihnen dennoch frohe Festtage und ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2012 wünschender F.G.R. nicht zu sagen.

11/2011
Strom sparen
Mein Freund Rudi ist, man kann es sich fast denken, nicht nur ein Sicherheitsfanatiker, sondern auch ein (Strom)Sparmeister. Im ganzen Haus verwendet er hocheffiziente Energiesparlampen und natürlich sind bei sämtlichen Elektrogeräten allfällige Stand-by Funktionen deaktiviert. Strom sparen wird ja von allen möglichen Seiten immer wieder eingefordert und bringt nicht nur Geld, sondern entlastet auch die Umwelt. Und Umweltschutz ist für Rudi Ehrensache und Bürgerpflicht. Deshalb will er sich auch, sobald es ein ausgebautes Netz von Stromzapfstellen gibt, ein Elektroauto kaufen. Dieses Netz wird es jedoch erst geben, wenn es sehr, sehr viele Elektroautos gibt. Aber sehr viele Elektroautos werden auch sehr, sehr viel, ja geradezu gigantische Mengen Strom brauchen. Da könnten Rudis ganze Sparmaßnahmen bestenfalls zu einmal aus der Garage fahren reichen, einmal im Jahr, wohlgemerkt.
Damit ist auch eines klar: Wir brauchen neue Kraftwerke, sonst kommt das Elektroauto nicht ins Fahren! Und wir brauchen das Elektroauto, weil das Öl knapp wird, die Autoindustrie Autos produzieren und verkaufen muss, und weil wir (auto)mobil bleiben wollen. Neue Kraftwerke bringen aber das Problem, dass sie zunächst einmal selbst Energie brauchen. So verwundert es nicht, dass die offiziell so verpönte Atomkraft „unter der Tuchent“ immer noch als unabdingbare Option forciert wird. Ein paar Tschernobyl und Fukushima wird die Welt schon noch aushalten, scheint das Motto zu sein. Und aus diesem Teufelskreis können uns auch ein paar Millionen stromsparender Rudis nicht retten, meint Ihr, hier wieder einmal völlig illusionsloser F.G.R.

10/2011
Unterstützungen
Herrn Meier geht es nicht gut. Genauer gesagt, er ist am Ende, alles in seinem Leben lief daneben. Er hat zwei gescheiterte Ehen hinter sich, ist seit Monaten ohne Beschäftigung und die Arbeitslosenunterstützung läuft aus. Pfändung und Delogierung drohen ihm, weil er seinen finanziellen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen kann.
Dabei gilt Herr Meier durchaus als Ehrenmann, ist Mitglied in mehreren Vereinen und ein gern gesehener Gast in den Lokalen seiner Heimatstadt. Seine miesen Lebensumstände hat er bisher geschickt verbergen können. So ahnt niemand etwas von Meiers finsteren Gedanken, wenn er an der glas-und marmorglitzernden Fassade der großen Bank vorbei geht. Da drinnen ist das Geld, das er so dringend braucht – er wird es sich holen! Was er noch braucht ist eine Pistole. Doch Pistolen kosten Geld und woher nehmen? Herr Meier entschließt sich zum letzten Schritt, er sucht um Notstandshilfe an, die ihm auch gewährt wird. Dazu gesellen sich noch diverse Unterstützungen sowie eine kleine Invaliditätspension wegen eines sportlädierten Knies. Die Gesellschaft lässt ihre in Not geratenen Mitglieder eben nicht im Stich und so bekommt Herr Meier jetzt auch ohne Schusswaffe Geld von der Bank und hat ein gesichertes Auskommen. Eine Pistole hat er sich dennoch gekauft, man kann ja nie wissen, ob der Gemeinschaft nicht einmal die Geduld ausgeht, oder der Atem…
Gewissensbisse hat Herr Meier dabei keine, schließlich machen es viele so, vom armen Schlucker angefangen bis zu ganzen Staaten. Wobei diese, in eiserner Treue gemeinschaftlich unterstützt, zwar nicht Pistolen, sondern Kampfflugzeuge oder Panzer kaufen, meint Ihr, selten um einen Vergleich verlegener F.G.R.
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09/11

Machtlos
Es ist wieder Herbst geworden. Hinter uns liegt ein Sommer, der uns die längste Zeit kalt/warm gegeben hatte, ehe er sich mit einem im wahrsten Sinne des Wortes heißen Finale verabschiedete.
Sommerende und Herbstanfang bringen ja immer wieder ein wenig das Gefühl des Neubeginns. Die Schule fängt wieder an, die Fachärzte sind wieder da und das Parlament hat auch seine Ferien beendet. Endlich können uns die Politiker wieder erklären, warum und aus welchen, natürlich völlig außerhalb ihres Einflussbereiches liegenden, Gründen sie gegen dies und jenes machtlos sind. Die Preiserhöhungen bei Grundnahrungsmitteln zum Beispiel, wie Mehl und Fett. Meine Lieblings-Leichtmargarine fürs Frühstücksbrot ist beispielsweise auf einen Schlag um 20 Prozent teurer geworden. Da frage ich mich, ob das nur indirekt oder vielleicht gar direkt mit den hohen Erdölpreisen zu tun hat… Und jetzt der Zucker! Um 35 Prozent soll er teurer werden. Möglich ist das, weil es in Österreich nur noch einen Großkonzern gibt, der die Preise diktiert und die Politiker diese Entwicklung zugelassen haben. Weil sie ja keinen Einfluss haben…
Meinen Freund Rudi interessiert das allerdings wenig. „Wenn ich etwas Süßes will, esse ich halt Marmelade, oder einen Schokoriegel“, meint er, genüsslich an einer Limo schlürfend. Und irgendwie hat er recht, wenig denken kann in so einem Fall ja tatsächlich hilfreich sein. Oder Diabetes zu haben, meint kummervoll Ihr, zwar von allerlei Zivilisationserkrankungen, jedoch ausgerechnet von dieser nicht befallener F.G.R.
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08/11
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Zum Weinen
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Unbestreitbar sind Depressionen schon zur Volkskrankheit geworden. Viele Menschen leiden darunter, sie können nur mehr beschränkt Freude oder Trauer empfinden, sind niedergeschlagen, antriebslos, haben Schlafstörungen oder scheinbar grundlose Weinanfälle. Burn out Syndrom oder noch Schlimmeres können folgen.
Abseits von diesen echten Krankheiten und damit natürlich nicht vergleichbar, bietet die Welt jedoch auch den „Normalmenschen“ genug Anlässe für Niedergeschlagenheit und Verzweiflung! Katastrophen, wie Erdbeben und Tsunami in Japan, durch den AKW-Wahnsinn noch um ein vielfaches verschlimmert, oder das entsetzliche Massaker, das ein Irrer in Norwegen verübte, können bei jedem Angstzustände und depressive Gefühle auslösen. Und geradezu zum Weinen ist die Ohnmacht unserer Politiker Angesichts des EU Finanzdebakels, bei dem die „griechische Tragödie“ wahrscheinlich nicht die letzte war.
Manchmal kann es aber durchaus hilfreich sein, sich einmal so richtig auszuweinen, bei guten Freunden etwa. Hier muss ich allerdings eine dringende Warnung einfügen: Absolut keine Gelegenheit dazu, obwohl es der Name vielleicht vermuten ließe, ist das Perger Weinfest am 6. August! An diesem, schon traditionellen Fest des geselligen Zusammenseins und der Fröhlichkeit, haben Depressionen absolut nichts verloren. Hinter das Lenkrad ihres Autos sollten sie sich danach jedoch nicht mehr setzen, damit Ihnen auch am nächsten Tag nicht zum Weinen ist, meint Ihr F.G.R.
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06/11
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Frust
Es ist nicht zu leugnen, dass sich viele Leute Dinge kaufen, die für ihre tatsächlichen Bedürfnisse viel zu groß, zu aufwendig und zu teuer sind. Man denke nur an die vielen automobilen Blechburgen, genannt SUV, in den Städten. Auch Stereoanlagen mit denen man Fußballstadien beschallen könnte und wandgroße TV-Bildschirme fallen in diese Kategorie. Aber das liegt wohl in der Natur des Menschen, Besitzerstolz und Prestigedenken spielen da eine Rolle und von der Werbung wird dies geschickt ausgenutzt. Das Luxusproblem der stolzen Besitzer ist dann jedoch zumeist: Wie nutze ich die überdimensionalen Fähigkeiten meines wundervollen „Spielzeugs“ aus? Mit dem SUV in der Stadt über Parkwege oder steinerne Treppen zu brettern ist ja nicht erlaubt und ein Hardrock-Konzert von AC DC aus dem Wohnzimmerfenster einem ganzen Ortsteil zu übermitteln bringt sicher keine Freundschaften ein. So kann sich nach der großen Kauflust durchaus der (Nicht)Benutzerfrust einstellen.
Ähnlich frustriert könnten auch die Benutzer des teuersten Spielzeuges dieser Republik, dem so überdimensional unnötigen Eurofighter sein. Aber Gott sei Dank, es gibt ernsthafte Einsatzmöglichkeiten! Sei es der losgerissene Zeppelin eines Studenten, der bis an die Staatsgrenzen begleitet werden muss, ein Paradeflug zum Abschied eines Militärkommandanten, oder ein nicht ordnungsgemäß angemeldetes ungarisches Verkehrsflugzeug – unsere Abfangjäger sind zur Stelle. Wenn nötig auch mit Überschall und Druckwelle, dass die Fensterscheiben bersten, das muss der ordentliche Bürger schon aushalten, wenn seine Sicherheit auf dem (Militär)Spiel steht, meint Ihr F.G.R.

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05/2011
Medienstoff
Zwei Milliarden Menschen sollen die Hochzeit des britischen Prinzenpaares im Fernsehen beobachtet haben. Und auch wenn ich zu den rund fünf Milliarden abwesenden des TV-Spektakels zähle, ganz entziehen konnte ich mich dem glamourösen Ereignis doch nicht. Immerhin steht Prinz William an zweiter Stelle der britischen Thronfolge, hinter seinem Vater, der aber nach Scheidung und Heirat mit einer Bürgerlichen keine großen Ambitionen mehr zeigt.
Ihr F.G.R. lässt seine Gedanken jedoch visionär in die Zukunft schweifen, sagen wir zehn Jahre. Immer noch regiert, inzwischen 95, Elizabeth II. Das Prinzenpaar hat für standesgemäßen Nachwuchs gesorgt, der erstgeborene Sohn, möge er Edward heißen, nimmt den dritten Rang in der Thronfolge ein. Zeitweilig werden aber auch böse Gerüchte verbreitet, Seitensprünge, geheime Liebschaften solle es geben! Der Medienrummel um das Königshaus ist ungebrochen.
Wieder zehn Jahre später. William und Kate sind geschieden. Prinz Charles hat sich bei einem Reitunfall mit Camilla das Genick gebrochen. Prinz Edward, jetzt Nummer zwei in der Thronfolge hinter William, fällt durch Eskapaden am College auf. Queen Elizabeth, noch immer nicht so alt wie derzeit z.B. Johannes Heesters, regiert weiter.
Noch einmal zehn Jahre später. Kronprinz William verzichtet, nachdem er eine ehemalige Bartänzerin aus Puerto Rico geheiratet hat, auf die Thronfolge. Queen Elizabeth, inzwischen Mum genannt, was durchaus als Kurzform für Mumie gelten mag, erwägt, die Krone niederzulegen. Für Prinz Edward wird eine prunkvolle Hochzeit vorbereitet. Den Medien wird der Stoff über das englische Königshaus nie ausgehen, meint Ihr F.G.R.
04/2011
Abgründe
Kürzlich traf ich wieder einmal Rudi, sie erinnern sich vielleicht an den Sicherheitsfanatiker mit den vielen Sturzhelmen. „Es ist zum Verzweifeln, jammerte er. Ich brauche dringend einen Geigerzähler und nirgends ist einer zu bekommen, alles ausverkauft und niemand weiß, wann die nächste Lieferung aus Japan eintrifft!“ „Ja, das ist eine schlimme Geschichte dort“, warf ich ein. „Das Erdbeben, der Tsunami und die Katastrophe im Atomkraftwerk – aber deswegen brauchst du dir doch keine Sorgen machen, Japan ist ja weit, weit weg!“ „Das sieht dir wieder ähnlich!“ Erboste sich Rudi. „Das ist eine globale Katastrophe, die die ganze Welt betrifft! Die Atomlobby wird uns mit ihrer Profitgier noch alle vernichten! Aber dir geht in deiner Oberflächlichkeit ja nicht einmal das Leid der japanischen Bevölkerung zu Herzen!“ Grußlos wandte er sich von mir ab.
Gestern sah ich ihn wieder – und was soll ich sagen? Er strahlte übers ganze Gesicht, als hätte er es in den Abwässern von Fukushima gewaschen! „Ich habe eine super Idee gehabt, erklärte er mir, DIE Geschäftsidee! Ich baue jetzt selbst Geigerzähler! Ein Freund aus Taiwan besorgt mir die Teile günstig in China. Die Geräte sind simpel zu fertigen und über EBay verkaufe ich sie wie die warmen Semmeln! Ich könnte Unterstützung beim Versand brauchen, möchtest du nicht als Partner bei mir einsteigen?“
Ich war sprachlos! Mich hatte dieser scheinheilige Hund der Herzlosigkeit bezichtigt und selbst machte er jetzt im Schatten des japanischen Atomdramas schamlos Profit! Unglaublich, welche Abgründe sich im Geschäft mit der Kernenergie auftun, meint Ihr wieder einmal etwas desillusionierter F.G.R.
03/2011
Faule Überraschung
Gegen Konsum ist nichts einzuwenden! Im Gegenteil, nur der Konsum, der Kauf von Waren und Gütern, hält unsere Wirtschaft und somit die Gesellschaft am Leben. Daher ist es wichtig, zu konsumieren und je mehr man konsumiert, also einkauft, um so besser ist es. Vielkonsumierer sind brauchbare, gute, ja sogar wertvolle Mitglieder unserer Gesellschaft!
Die Schattenseite der Geschichte: Wer viel kauft, produziert auch viel, nämlich Rückstände, gemeinhin Abfall und Müll genannt. Das Problem ist zwar nicht neu und seit den Zeiten, wo man alles in einen Kübel und auf eine Halde schmiss hat sich ja sehr viel getan. Es gibt Mülltrennung, Container, Sammelstellen und weitreichende Verwertungs- und Recyclingmöglichkeiten. Leider gibt es jedoch immer noch Menschen, die es mit der Entsorgung ihrer Konsumrückstände nicht so genau nehmen und die öffentlichen Sammelstellen in regelrechte Misthaufen verwandeln. Das ist ärgerlich für die betreffenden Gemeinden und beispielsweise in Mauthausen hat man deshalb schon zu drastischen Mitteln gegriffen. Es gab Anzeigen und der für Müllsünder offenbar recht günstig liegende Containerstandplatz wird verstärkt überwacht.
Das ist gut und richtig so. Wie weit sich notorische Übeltäter dadurch abschrecken lassen, vermag ich jedoch nicht zu sagen. Vielleicht versuchen sie in Zukunft ja, ihren Unrat anderswo illegal und gut versteckt zu entsorgen, meint Ihr, beim nächsten Ostereier suchen hoffentlich nicht die eine oder andere faule Überraschung findender F.G.R.
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02/2011
Umwegrentabilität
Laut einer EU-Studie die mir kürzlich zu Gesicht kam hat Österreich, neben Deutschland, die geringste Geburtenrate in Europa. Das ist nicht gut und seit Jahren versucht die Politik, diesem Trend entgegen zu wirken.
Mit Deutschland hat Österreich zur Zeit auch etwas anderes gemeinsam, nämlich die Bestrebungen zur Abschaffung der allgemeinen Wehrpflicht. Beim großen Nachbarn ist das ja de Facto schon durchgesetzt. Bei uns wird noch diskutiert, aber gemessen an der relativen Bedeutungslosigkeit unseres Militärapparates könnte man wohl absolut zustimmen. Ihr F.G.R, selbst noch einer der letzten echten 9-Monate Grundwehrdiener, tut dies jedenfalls. Sehr fehlen würden freilich die schon fast unentbehrlich gewordenen Zivildiener. Aber warum sollte es nicht ein verpflichtendes Sozial(halb)jahr für alle jungen Österreicher geben? Männliche und weibliche natürlich und Überlegungen in dieser Richtung wurden auch schon angestellt, wir leben schließlich im Zeitalter der Gleichberechtigung. Die Sache hat nur einen Haken: Junge Frauen können Mütter werden! Und die müssen natürlich bei ihren Kindern bleiben und können schwerlich zum Staatsdienst herangezogen werden. So wurden schon Vermutungen geäußert, dass viele junge Frauen versuchen könnten, durch gesteigerte Fortpflanzungstätigkeiten bei gleichzeitiger Hintanstellung sämtlicher Verhütungsoptionen zur Mutterschaft zu gelangen und so einem eventuellen Sozialdienst zu entgehen!
Ob dies zutrifft vermag ich nicht zu sagen, aber wenn, würde es zumindest der eingangs erwähnten Problematik deutlich entgegenwirken, meint Ihr, hiermit vielleicht ein kleines Beispiel zum sehr komplexen Thema Umwegrentabilität geliefert habender F.G.R.
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2010
02/10 Lawinen
Beinahe täglich hört man in diesem, die Klimaerwärmung so beharrlich ignorierenden Winter von Lawinenunfällen. Mehr als ein Dutzend Wintersportler starben in Österreich heuer bereits den „Weißen Tod“. Eine wirklich schreckliche Bilanz!
Eine Lawine ganz anderer Art hat kürzlich der Präsident der O.Ö. Industriellenvereinigung, Klaus Pöttinger, losgetreten. Seiner Meinung nach sind in Oberösterreich die Hälfte der derzeit 444 Gemeinden überflüssig. Damit löste er eine wahre Protestlawine aus, verständlich, wie ich finde. Gemeinden haben keine „Besitzer“ die über sie verfügen können und sind ja auch von großer gesellschaftlicher Bedeutung. Kooperationen, gemeinsame Synergien nutzen – natürlich, aber verständlicherweise wehren sich kleine Kommunen, in größere eingegliedert zu werden.
Ein Aspekt beschäftigt ihren F.G.R dabei besonders: Würden im Falle von Zusammenlegungen auch die Ortsnamen zusammengelegt? Hieße unsere Bezirkshauptstadt vielleicht einmal „Perghaagbachheiliging“, oder käme es zu einer Großkommune „Schwerthausenried?“ Im Osten würde sich dann vielleicht die Donaugemeinde Greinnikostein ausbreiten und nördlich davon „Thomaskreuzneukirchen“.
Natürlich würde dies alles eine Lawine an logistischem Aufwand bedeuten. Man denke nur an das Umschreiben von Ortstafeln, Landkarten, Fahrplänen, usw., usw. Die dadurch geschaffenen Arbeitsplätze kämen jedoch vielen, durch die Zusammenlegungen frei gewordenen Gemeindebediensteten zu Gute. Herr Pöttinger hätte somit ja fast das Rad neu erfunden, meint Ihr, zur Zeit hauptsächlich auf die olympische Medaillenlawine wartender F.G.R.
03/10 Frühjahrsmüdigkeit
Aus dem Winterschlaf nahtlos in die Frühjahrsmüdigkeit übergehen – das sagt man öfters energielos scheinenden Menschen nach. Böse gesagt könnte man es also auch auf unsere (männlichen) Schi-Asse anwenden, die bei den Olympischen Spielen ausgesprochen müde wirkten. Aber die wurden ohnehin medial schon so viel verrissen, dass ich nichts mehr dazu beitragen muss!
Es soll ja auch Menschen geben, bei denen die Frühjahrsmüdigkeit keine Änderung des durchschnittlichen Zustandes darstellt, sondern lediglich eine Steigerung. Sie sind das ganze Jahr über müde und im Frühling eben noch mehr. Ein typischer Vertreter dieser Spezies lächelt ihnen übrigens als Titelbild dieser Kolumne entgegen! F.G.R. ist (fast) immer müde!
Nimmermüde arbeiten hingegen die Organisatoren von „Perg liest“. Was im Jahr 2005 mit einem Lesetag zum Welttag des Buches am 23. April begann, weitete sich seither zu einer beachtlichen Veranstaltungsreihe aus. Sie erstreckt sich über das ganze Jahr, Schwerpunkt ist aber der April mit einem bunten Programm wie Lesungen, Literaturcafè, Lesewettbewerb etc. Los geht es schon am 8. April mit einer Mundartlesung, bei der natürlich Ihr – dann ganz bestimmt putzmunterer und gar nicht müder – F.G.R. auch zu hören sein wird.
Bleibt nur zu hoffen, dass sich auch die verehrte Leserschar, das potentielle Publikum also, resistent gegen die Frühjahrsmüdigkeit zeigt und in großer Anzahl erscheint, meint Ihr, hiermit in geradezu unverschämter, aber auch unermüdlicher Weise Eigenwerbung betreibender F.g.R.
04/10 Kommission
Am 25. April werden wir also den Bundespräsidenten – oder die Präsidentin wählen. Dabei haben wir neben rot und blau oder christlich auch noch die Entscheidungsmöglichkeit zwischen zwei Männern und einer Frau. Ein nicht unwesentlicher Aspekt, der diese hochdramatische Wahlentscheidung sicher noch spannender macht.
Welche Brisanz in diesem Urnengang liegt zeigt auch die Tatsache, dass er erstmals von einer offiziellen Kommission der OSZE, der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa, beobachtet wird. Nicht etwa aus der Ferne, aus dem Ausland, nein, eine mindestens zehnköpfige Delegation wird unser Land aufsuchen und das nicht nur am Wahltag oder vielleicht noch einen Tag vorher und nachher, sondern gleich vom 12. bis zum 28. April! Rund zweieinhalb Wochen lang werden sich die hohen Herrschaften bei uns aufhalten! Da wird die Delegation aber sichten, forschen, recherchieren und residieren, dass die Fetzen fliegen – kurzum, sich der Wichtigkeit und Bedeutsamkeit des Ereignisses vollkommen adäquat zeigen!
Viel Angst brauchen wir allerdings nicht zu haben, ist Österreich doch ein Rechtsstaat, in dem die internationalen Regeln getreulichst befolgt werden. Deshalb werden bei uns ja auch kriminelle Scheinasylanten aufgenommen und Kleinkinder ausgeliefert, ganz wie die Gesetze es verlangen, meint Ihr, von Recht und Ordnung in diesem Land völlig überzeugter F.G.R.
05/10 Sicherheit
Mein Freund Rudi ist ein äußerst pflicht- und sicherheitsbewusster Mensch. Stets rüstet er bei seinem Auto saisongerecht die Reifen um und natürlich reinigt und streut er bei Schneefall und Glätte den Gehsteig. Selbstverständlich trägt Rudi bei Arbeiten am Haus oder im Garten Sicherheitsschuhe und auch den Fi-Schutzschalter betätigt er, wie empfohlen, zweimal jährlich.
Sein Sicherheitsbewusstsein bringt Rudi aber auch unerwartete Probleme. „Ich brauche mehr Platz, ich muss einen neuen Abstellraum schaffen“, meinte er kürzlich. „Wozu denn“, fragte ich ihn verwundert? „Für die Helme“, klagte Rudi. „Was glaubst Du, was bei einer vierköpfigen Familie an Helmen zusammenkommt! Schihelme, Snowboardhelme, Helme zum Eislaufen und für Eishockey. Radfahrhelme sind unabdingbar, dazu kommen Inline-Skating Schutzhelme für Frau und Tochter, sowie zwei Mopedhelme vom Junior. Und ich besteige meinen Aufsitz-Rasenmäher natürlich auch nicht ohne Schutzhelm, man weiß ja nie, was passiert und der integrierte Gehörschutz ist eine feine Sache. Wenn die vielen Helme nur nicht so viel Platz brauchen würden. Ich weiß langsam wirklich nicht mehr, wohin mit allen“, lamentierte er.
Dabei hat Rudi noch Glück! Wäre er nämlich Politiker, kämen da beispielsweise noch der Werkbesichtigungshelm, der Spatenstichfeierhelm und diesem folgend der Bauteneröffnungshelm hinzu. Wobei ich mich ehrlich frage, wozu die Politiker diese tragen. Wie soll ihnen bei ihren Projekten jemals etwas auf den Kopf fallen, wo sie im Abducken und Ausweichen doch so meisterhaft geübt sind, meint Ihr, sich zukünftig nur mehr mit Schutzhelm außer Haus wagender F.G.R.
06/10 Legenden
Österreich ist ja bei der Fußball – WM nicht dabei, wie auch schon bei der letzten und der vorletzten übrigens. Unsere jungen Ballesterer haben den Anschluss an den aktuellen Standard einfach verpasst!
Was macht der gestandene Österreicher in diesem Fall? Er entsinnt sich der Vergangenheit, schwelgt in Nostalgie und schwärmt von den Legenden vergangener Tage. Wenn Krankl und Prohaska ein Team um sich scharen mit anderen österreichischen Fußballlegenden, nationalen halt und regionalen, verstärkt durch Promis, die jeder aus den „Seitenblicken“ kennt, dann ergibt das ein echtes „Wunderteam!“ Dann werden sogar die Deutschen weggeputzt! Da können die in Südafrika unten zehn mal schneller rennen, schärfer schießen und besser treffen – wir Österreicher stehen da drüber, weil „mit Gwoilt kaunns eh a jeder!“
Negativdenker und notorische Miesmacher mögen vielleicht vermuten, dass es in anderen Bereichen, etwa Politik, Wirtschaft oder Kultur, in Österreich nicht viel anders aussieht. Dem möchte ich ganz entschieden nicht widersprechen! Raab und Figl, das waren noch Staatsmänner und den Staatsvertrag, die Glocknerstraße, das Weiße Rössl oder den Steffl kann uns niemand wegnehmen. Es lebe die Nostalgie!
Nur rückständig sind wir freilich nicht! Immer wieder wird auch bei uns das Alte, Überkommene, vom Neuen überholt! Sollten sie sich zum Beispiel in Zukunft über etwas beschweren wollen, brauchen sie dazu nicht mehr mühsam nach dem legendären Salzamt suchen, das nächstgelegene Postamt genügt – das werden sie nämlich auch nicht mehr finden, meint mit aller ihm zur Verfügung stehenden Ernsthaftigkeit, Ihr F.G.R.
07/10 Prognosen
Es bestätigt sich halt immer wieder: Nichts ist vorhersehbar, Prognosen, mögen sie auch noch so fundiert wirken, sind meist nichts als Vermutungen. Zum Beispiel beim Wetter: Als auf den endlos langen und sonnenarmen Winter noch ein überwiegend kühler und nasser Frühling folgte, prophezeiten manche Experten Anfang Juni schon, es würde heuer gar keinen Sommer geben! Der eindeutig spezifizierte Ausdruck „Klimaerwärmung“ wurde in den Medien durch den weitgehend wertfreien und flexibleren Begriff „Klimawandel“ ersetzt. Wer nicht einige Wochen Urlaub im sonnigen und heißen Süden buchen konnte, wähnte sich vom Glück verlassen – und brät jetzt zu Hause bei 35° im Schatten dahin! So schnell kann sich alles ändern!
Auch bei der gerade zu Ende gegangenen Fußball-WM wurden die Prognosen von den Ereignissen immer wieder überholt. Hatte man nach der Vorrunde noch die Südamerikaner hochgelobt, so waren am Ende doch die Mannschaften aus Europa ganz vorne. Nach einem furiosen Durchmarsch standen zwischenzeitlich auch die Deutschen hoch im Kurs. Selbst Ihr F.G.R. erwog kurzzeitig, sich in psychiatrische Behandlung zu begeben und sich in einer Art radikaler Gehirnwäsche zum Deutschland-Fan umpolen zu lassen. Viva Espana, dass ich diesen Verzweiflungsschritt nicht setzen musste!
Gehen Sie, geschätzte Leser, also mit Prognosen vorsichtig um. Sie haben keinen Garantieanspruch, wenn sie auf Grund von falschen Vorhersagen falsche Entscheidungen treffen, meint Ihr, mit dieser Prognose wohl nicht fehlgehender F.G.R.
09/10 Baustellen
Drei Viertel des Jahres sind bald vorbei und Ihr F.G.R. versucht rückblickend, besondere, prägende, Auffälligkeiten der vergangenen Monate zu finden. Waren es vielleicht wilde Wetterkapriolen? Nein, trotz des ständigen Wechsels, heiß, nass, heiß, kühl, heiß, nass, … kann man das nicht sagen. Dass das Wetter nicht mehr normal ist, ist ja eh schon normal! Oder gab es herausragende politische oder wirtschaftliche Entwicklungen? Auch nicht, alles ist verrückt wie immer!
Wirklich auffällig waren und sind in diesem Jahr die Baustellen! Wir haben das Jahr der Straßenbaustelle und der Umleitung! Nicht so sehr auf den Durchzugsstraßen, aber in den Dörfern, Märkten und Städten! Es kostet Nerven, wenn man heuer nur ganz einfach von A nach B fahren will! Zuerst auf Umwegen und Rumpelpisten aus dem eigenen Ort hinaus und sich dann in B wieder zurechtfinden, wegen Baustellen, Umleitungen…
Gut, Baustellen müssen sein, aber allzu viele nerven halt! Eigentlich mag ich nur eine, nämlich die Mauthausner Kulturbaustelle! Aber gerade die habe ich heuer verpasst, weil ich auf Kur war. Ich hatte dort übrigens ein hübsches Zimmer, mit Balkon zum Park hinaus – der heuer leider eine Baustelle war, eine Tiefgarage wird errichtet!
Baustellen dauern aber nicht ewig! Ich selbst habe z. B. gerade eine zwölfjährige beendet und mein drittes Buch fertig gestellt! Zur Eröffnung (= Präsentation) möchte ich sie, geschätzte Leser ganz herzlich einladen, ins Schloss Pragstein zu Mauthausen oder in das Perger KUZ, umleitungsfrei, hofft Ihr, wieder einmal geradezu schamlos Eigenwerbung betreibender F.G.R.
10/10 Wahl-los
Es ist Herbst geworden, doch irgend etwas ist anders als in den letzten Jahren. Wie jeden Herbst verziehen sich die Morgennebel oft erst gegen Mittag und an den Bäumen verfärben sich die Blätter gelbbraun – aber irgend etwas fehlt mir heuer. Große, fette Kreuzspinnen hängen, beutegierig auf Opfer lauernd, in ihren Netzen an den Sträuchern – und plötzlich weiß ich, was mir fehlt – die Politikergesichter auf den Wahlplakaten! In diesem Herbst findet keine Wahl in unserem Land statt! Das hat es schon jahrelang nicht mehr gegeben!
Seltsam leer wirken die Straßen und Plätze ohne die sonst allherbstlich von Schauftafeln und Litfaßsäulen lächelnden VolksvertreterInnen. Auch Ihren F.G.R. bedrückt diese stimmungslose Zeit, die bestenfalls durch einen Blick über den Zaun in die Steiermark oder nach Wien etwas Spannung erhält. Kann denn etwas weitergehen im Land, so frage ich mich bang, wenn es keine Veränderungen, keine neuen Gesichter gibt? Dabei sind diese Ängste eigentlich unbegründet, es tut sich ja auch ohne Wahlen etwas. Da werden Landesräte ausgetauscht, Posten nach- und neu besetzt, die internen Parteikarusselle drehen sich munter, was braucht es da noch Wahlen? Wenn alles gerichtet ist, so wie man es haben will, dann werden wir, das Volk, zum Urnengang gebeten. Zur Bestätigung gewissermaßen und weil das halt unser Recht ist, meint Ihr, nach wie vor am liebsten zwischen Schnitzerl und Schweinsbraten, Rot- oder Weiß(wein) und Gulasch und Bier als immer willkommene Alternativen wählender F.G.R.
11/10 Drastische Mittel
Allen Beteuerungen zum Trotz ist aus dem Budget – Sparpaket nun doch wieder ein Belastungspaket geworden. Aber ehrlich gesagt, wer hätte etwas anderes erwartet als gekürzte Zuschüsse und höhere Steuern?
Einen positiven Ansatz gibt es im Steuerbereich allerdings: Vom Bundesheer werden Soldaten zum Finanzministerium zwecks Auffindung und Bekämpfung von Steuerhinterziehern abgezogen! Zunächst sind es nur Stoßtrupps zur Unterstützung der Steuerbehörden, ihr F.G.R. kann sich jedoch viel weitreichendere Aktivitäten vorstellen. Schließlich liegen ja genug niemals benötigte Waffen in den Arsenalen – jeder Finanzbeamte könnte mit einem Stg. 77 ausgerüstet werden, um die staatlichen Forderungen zu unterstützen! Und welche psychologische Wirkung würde von einer im Ulan-Schützenpanzer vorfahrenden Steuerfahndungsmannschaft ausgehen, zur Deckung von einem Leopard – Kampfpanzer unterstützt! Selbst der geschickteste und abgebrühteste Fiskuspreller könnte sich derartigen Argumenten kaum verschließen! Hubschrauber, Luftlandetrupps, mit Nachtsichtgeräten ausgestattete Sondereinheiten, alles könnte das Bundesheer bereitstellen. Auch der in seiner Nutzlosigkeit einer nassen Streichholzschachtel gleichende Eurofighter wäre eventuell zur Einschüchterung zu gebrauchen. Wenn auch, in Anbetracht der horrenden Flugkosten, nur bei den größten Fischen, Multikonzernen etwa.
Auch wenn Ihnen, geschätzte Leser, diese Mittel im ersten Augenblick sehr drastisch erscheinen mögen – wir brauchen sie, um unser Bildungssystem, die Familienförderung und unsere Pensionen erhalten zu können! Letztere vor allem, meint ihr, die Pensionen derzeit besonders im Auge habender F.G.R.
12/10 Und es begab sich…
… dass das Christkind und der Weihnachtsmann auch an diesem Heiligen Abend wieder mit ihrem Schlitten durch die Lüfte reisten. „Das ist,“ meinte der Weihnachtsmann, „für uns sicher der schönste Tag des Jahres, wenn ich nur an die vielen strahlenden Kinderaugen denke!“ „Ja, aber viele Erwachsene sind heuer nicht so glücklich, weil wir am Freitag kommen und die Weihnachtsfeiertage fallen auf Samstag und Sonntag, wo sie ohnehin frei hätten“, warf das Christkind ein.
„Stell dir vor, was ich kürzlich gelesen habe, wechselte der Weihnachtsmann das Thema. „Dieser Mauthausner Mundartdichter und Fensterspucker Gregor Riegler hat in seinem neuen Buch eine Geschichte drin, da schreibt er, dass der Chef uns beide trennt. Du teilst im Norden die Geschenke aus und ich auf der südlichen Erdhälfte. Und weil dort ja Sommer ist, komme ich in Strandschlapfen, Shorts und T-Shirt – unglaublich!“ „Ich habe die Geschichte auch gelesen, wir haben ja einige von den Büchern unter den Geschenken“, bestätigte das Christkind. „Aber es steht auch drinnen, dass du dann gleich im Süden bleibst, in Brasilien, um es dort im Karneval rund gehen zu lassen, was sagst du denn dazu?“ „Eigentlich ist es mir lieber, wenn wir unsere Arbeit zusammen machen,“ überlegte der Weihnachtsmann. „Und danach fahren wir gemeinsam zum Karneval in Rio. Wir würden sicher ein schönes Prinzenpaar abgeben, schöner als eines in Wien, in Linz, oder sogar in Perg, und das will schon etwas heißen!“
Liebe Leser, nachdem die Unterhaltung hier gänzlich in die Privatsphäre der Weihnachtsboten abgleitet, verabschiedet sich mit den Besten Wünschen für das Fest und das neue Jahr Ihr F.G.R.
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2009
02/09 Jubiläen
Recht unscheinbar kommt das Jahr 2009 daher. Ungerade liegt es zwischen dem Schaltjahr 2008 und 2010, der ersten „runden“ Jahreszahl dieses Milleniums. Nicht einmal mit Olympischen Spielen oder eine Fußball-WM kann es aufwarten. Dennoch hat das Zwickeljahr 2009 manches zu bieten, zum Beispiel an Jubiläen. So baute zum Beispiel vor 400 Jahren Galileo Galilei sein erstes Fernrohr, und 200 Jahre später wurde Charles Darwin geboren. Beide Forscher brachten vor allem das Weltbild der katholischen Kirche beträchtlich ins Wanken. Galilei musste seinen „ketzerischen“ Thesen abschwören und Darwin wurde als Spinner abgestempelt. Jüngste Ereignisse in der katholischen Kirche deuten an, dass sich im Grunddenken dort nicht allzu viel geändert hat…
Weiters wurden vor 250 Jahren Friedrich Schiller und vor 100 Jahren Heinz Erhardt geboren. Wobei mir der geniale Gedichte-Reimer Erhardt sogar näher steht als der große Schiller. Wallenstein kommt bei ihrem F.G.R. gegen die Geschichten vom Ritter Fips von Fipsenstein nicht an – die sollten Sie einmal lesen! Im Juli ist es dann auch schon wieder 40 Jahre her, dass Neill Armstrong einen „kleinen Schritt“ auf die Mondoberfläche machte. Ob es auch wirklich ein großer Schritt für die Menschheit war, kann ich nicht beurteilen. Vor 20 Jahren symbolisierte der Fall der Berliner Mauer das umjubelte Ende des Kommunismus. Aber, selbst ohne ein eingefleischter „Kummerl“ zu sein fragt man sich: was ist seither besser geworden? Ebenfalls vor 20 Jahren wurde übrigens die erste „Loveparade“ abgehalten – aber wer weiß, ob das in 400 Jahren noch erwähnenswert ist, meint ihr darob stark zweifelnder F.G.R.
03/09 Ban(k)g gefragt
Der Fasching ist vorüber, Ernsthaftigkeit ist – oder wäre zumindest – wieder angesagt. Und die ist auch von Nöten, in Zeiten wie diesen, wo das Schreckgespenst Finanzkrise allgegenwärtig scheint. Aber, sarkastisch gesehen, hat die ja vielleicht auch etwas Gutes – für ihren F.G.R. zumindest. Ich fühle mich nicht mehr so allein mit meiner persönlichen Finanzkrise beim Blick ins Geldbörserl oder auf den Kontostand. Leidensgemeinschaften können manchmal sehr tröstlich sein! Natürlich versucht man die Finanzkrise zu bekämpfen, auf verschiedensten Ebenen. Mit der Schließung von Postämtern zum Beispiel, ein guter Ansatz eventuell, um die lästige Flut von Rechnungen und Zahlungsbescheiden in den Briefkästen zu mindern. Oder mit zwei Stunden Mehrarbeit für die Lehrer. Bringt vielleicht nicht unmittelbar was, aber allein die Vorbildwirkung auf andere Branchen…
Auch den Autohandel möchte man unterstützen, mit einer so genannten „Verschrottungsprämie“ in Höhe von 1500 Euro für alte Vehikel. Freilich, Händler und Importeure müssen die Hälfte davon selbst beisteuern. Die Vermutung, dass man dies beim Käufer in Form verringerter Rabatte wieder hereinzubringen versucht,liegt nahe. Aber die restlichen 750 Euro zahlt der Staat – und der sind bekanntlich eh wir alle…
Ein paar Milliarden musste man natürlich in die Absicherung unserer Banken investieren, präventiv halt. Not leidende Banken wären wohl das Schlimmste, was uns passieren könnte. Oder gar Not leidende Bankmanager, nicht auszudenken, wenn die den ganzen Kram hinschmeißen, wer sollte uns dann aus der Finanzkrise führen, fragt sich bang Ihr F.G.R.
04/09 Genial
Ich zündete mir gerade auf einer Parkbank eine Zigarette an, als sich ein Mann im grauen Trenchcoat neben mich setzte. „So ein altes Gasfeuerzeug ist, von der Energieeffizienz her gesehen, doch völlig überholt“, erklärte er mir. „Bedenken sie doch, wie viele Millionen dieser Energiefresser jeden Tag, jede Stunde verwendet, werden? Diese Verschwendung muss ein Ende haben! Die Krise beim russischen Erdgas war doch wohl Warnung genug!“
Der seltsame Fremde holte einen massiv wirkenden, einem Totschläger nicht unähnlichen Gegenstand aus der Manteltasche. Er hantierte mehrere Minuten lang daran herum, bis ein roter, langsam größer und heller werdender Punkt darauf erschien. Dann erbat er sich von mir eine Zigarette, hielt sie darauf und nach längerem, intensivem Paffen begann sie tatsächlich zu glimmen. „Das Gerät heißt „Sondrex“ und funktioniert nach dem Prinzip der Brennstoffzelle“, erläuterte er mir. „Wasserstoff in einem iridiumbeschichteten Spezialtank, dazu verschiedene Edelgase wie Krypton, Xenon und Radon als Katalysatoren vollbringen in einer Art bio-molekularem Prozess dieses kleine Wunder. Sie können damit mindestens 10 mal so viele Zigaretten anzünden als mit einem herkömmlichen Gasfeuerzeug und die Cäsium-Hydroxidion Spezialbatterie muss man nur alle 2 Monate wechseln!“
„Aber etwas unhandlich ist es schon und sicher auch teuer“, hielt ich entgegen. „Ach was, wichtig ist doch die Energiebilanz“, meinte er. „Wenn die alten Gasfeuerzeuge verboten werden, ist der Siegeszug von „Sondrex“ nicht mehr aufzuhalten, das leuchtet ihnen doch ein!“ Ja, tatsächlich, mir ging ein Licht auf, so hell wie eine Energiesparlampe 30 Minuten nach dem Einschalten! Statt simplem Gasfeuerzeug „Sondrex-Zeug“ ist doch genial, meint Ihr F.G.R.
05/09 No Sports!
Das war die legendäre Antwort von Winston Churchill, als man ihn einst wegen seiner Rüstigkeit im hohen Alter fragte – eine wohl nicht ernst gemeinte und bis heute strittige Aussage. In einem Bereich, den der englische Sir sicher nicht gemeint hatte, würde ich ihm jedoch 100% Recht geben, nämlich im Straßenverkehr! No Sports kann dort absolut lebensverlängernd sein!
Die in letzter Zeit schwer angeschlagene Autoindustrie freilich setzt immer noch und sogar mehr denn je auf die Karte Sportlichkeit. Autos mit überreichen Kraftreserven für dynamische, sportliche Fahrer sind ein Muss, unter 100 PS scheint es schon ratsam zu sein, einen Beifahrer zum Anschieben mitzunehmen! Dabei sollte die Straße doch ein Transportweg und kein Sportplatz sein! Niemand braucht sich wundern, dass überhöhte Geschwindigkeit die häufigste Unfallursache ist!
Aber eigentlich wollte ich ja wirklich über den Sport schreiben, nämlich über den österreichischen, unerfreuliches also! Für unsere Teamkicker ist nach dem schwachen Abschneiden bei der EM nun auch die WM-Teilnahme so gut wie vermurkst und den Bundesligavereinen müssen Begriffe wie UEFA-Cup oder gar Champions League wie Märchen aus einer anderen Welt vorkommen. Jetzt ist auch das Eishockeyteam aus der A-Gruppe geflogen und in anderen Sportarten, wie etwa Leichtathletik sieht es nicht besser aus. Die Anderen rennen schneller, springen und werfen weiter und höher – sind einfach besser!
Aber möglicherweise dopen die halt. Was bei uns allerdings auch manche machen – aber selbst das können sie nicht so gut und geschickt wie die Anderen, meint ihr, dieses mal in vielerlei Hinsicht um den Sport bekümmerter F.G.R.
06/09 Wahlen
Es geht ziemlich hektisch zu, in letzter Zeit, was die Wahlen betrifft. Mancher pflichtbewusste Bürger mag aufstöhnen: Schon wieder! Im Vergangenen Herbst die Nationalratswahl, jetzt die EU-Entscheidung und im kommenden Herbst warten die Landtags- und Gemeinderatswahlen! Man könnte fast in Wahlstress kommen – selbst ohne ein Politiker zu sein.
Wahlen haben aber auch einige sehr positive Nebeneffekte, zum Beispiel – Eröffnungen! Straßenabschnitte, Umfahrungen, Brücken, Schulen, Kindergärten, Spielplätze, Sportstätten, Wohnbauten, Bankgebäude…alles muss termingerecht vor den Wahlen fertig werden – zwei Wochen nachher wäre eine Eröffnung ja völlig sinnlos! Wobei das Zusammentreffen von sich noch im Siegesrausch befindlichen Gewinnern und depressionsgefährdeten Verlierern durchaus interessante Aspekte bringen könnte!
Eröffnungsfeiern sind jedoch nur möglich, wenn es irgendwann, knapp vor einer Wahl, einen Spatenstich gegeben hat. Natürlich zählen auch diese zum Wahlkampf – Pflichtprogramm! Die Zeit zwischen Spatenstichen und Eröffnungen wird übrigens Legislaturperiode genannt und kann natürlich auch mehrere umfassen. In dieser Zeit obliegt es Beamten, Geschäftsleuten, Unternehmen und natürlich in besonderem Maße dem gesamten steuerzahlenden Volk, die spatengestochenen Objekte dem Endzweck der Eröffnung zuzuführen.
Hier beweist sich wieder einmal der manchmal angezweifelte Sinn und die Überlegenheit der Demokratie. Was würde ohne Wahltermine, wenn überhaupt erst begonnen, jemals vollendet? Das fragt sich mit ungebrochenem Vertrauen in unser Gesellschaftssystem Ihr F.G.R.
07/09 Begegnung
Schwammerlsucher zählen in diesem regenreichen und schwülen Sommer gewiss zu den glücklichen Menschen. Leider macht die Sammelleidenschaft aber manche unvorsichtig, erste Fälle von Pilzvergiftungen wurden schon bekannt. Zum Glück sind nicht alle lebensbedrohend, angeblich gibt es ja auch die so genannten „narrischen Schwammerl“, deren Genuss „nur“ zu Halluzinationen und Sinnestäuschungen führen soll!
Nichtsdestotrotz begann auch ihr F.G.R. die Wälder des Unteren Mühlviertels nach wohlschmeckenden Pilzen zu durchstreifen. In immer dunklere Forste verschlug es mich, wo mir schien, dass seit Jahrzehnten kein Mensch seinen Fuß hineingesetzt hatte. Und dann, plötzlich, sah ich IHN! Eine kleine, in einen weißen Mantel gehüllte Gestalt mit fahlem Kindergesicht und langen schwarzen Haaren – Michael! Ich wusste nicht, wie er hier hergekommen sein konnte, ich wusste nur: Meikl Dschäggsn lebt!
Auch wenn sie, geschätzt Leser diese Nachricht heute im, global gesehen ja nicht so bedeutsamen Marktspiegel erstmals lesen, seien sie versichert: Es wird keine Einzelmeldung bleiben, mit Sicherheit wird sie in den nächsten Jahren und Jahrzehnten weltweit immer wieder in den verschiedensten Medien auftauchen! Michael und ich sahen uns jedenfalls nur überrascht an, dann wandte er sich um und verschwand wieder im dichten Gehölz. Ich konnte ihn nur noch kurz sehen, an einem Baum wartete ein etwas fülliger Mann mit schwarzer Stirnlocke auf ihn. Es könnte Elvis gewesen sein…
Eine wahrlich sonderbare Geschichte, aber vielleicht hätte ich doch nicht an den rohen Schwammerln knabbern sollen, meint ihr, nun den Hintergrund mancher Legende ahnender F.G.R.
09/09 Ein Anfang
Es ist ein fast untragbarer Zustand! Seit mehr als sechs Wochen liegen in meiner Schreibmappe nur linierte, unbeschriebene weiße Blätter! Entschlossen greife ich daher zum Schreibstift und setze zwei parallele, senkrechte Striche, die ich unten mit einem symmetrischen Bogen verbinde, in die erste Zeile. Beim nächsten Zeichen beginne ich wieder mit einem senkrechten Strich, an dessen oberen rechten Seite ich eine verkleinerte und um neunzig Grad gedrehte Version des ersten Zeichens anhänge. Aus Stabilitätsgründen führe ich noch eine Strebe schräg nach unten. Nach diesem Kreativitätsausbruch mache ich es mir etwas einfacher. Ein senkrechter Strich bis zur Grundlinie und ein rechtwinkelig angesetzter von halber Länge ergeben das dritte Zeichen. Den nächsten Buchstaben beginne ich mit einem schrägen Strich in einem Winkel von etwa siebzig Grad nach oben. Zusammen mit einer in kongruentem Winkel geführten Abwärtslinie ergibt sich ein gleichschenkeliges Dreieck, dem ich mit einer Querstrebe sicheren Halt verleihe. Dann füge ich das erste Zeichen noch einmal ein und gleich danach auch noch einmal das zweite. Bei diesem ersetze ich jedoch die schräge Stützlinie unten durch eine Kopie des oberen Bogens. Das erste Wort nach sechs Wochen Schreibabstinenz ist damit geschafft: URLAUB!
Das genügt mir aber noch nicht. Ich nehme noch einmal das A und das U und füge dann zwei einander mit den offenen Seiten zugewandte Halbkreise vertikal in die Zeile ein. Dann verbinde ich sie in genialer Kühnheit mit einem Schrägstrich von links oben nach rechts unten – fertig! URLAUB AUS!
Immerhin, ein Anfang ist damit gemacht, meint ihr, ob dieser Leistung ziemlich erschöpfter, aber zufriedener F.G.R.
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2008
02/08 Löcher
Das Jahr 2008 ist noch recht jung, aber schon gibt es manch Herausragendes
zu berichten. So erfahre ich aus der beliebten, kleinformatigen Tageszeitung, dass es in Japan nun endlich gelungen sei, eine blaue Rose zu züchten – wirklich toll. Und ein Neuseeländer kreiert Zwiebeln, die keine tränenerregenden Wirkstoffe enthalten – eine Sensationsmeldung, die sämtlichen GulaschköchInnen der Welt vor Rührung das Wasser in die Augen treiben könnte! Wenn es an Neuem fehlt, wärmt man auch gern Älteres auf, in der Musikbranche beispielsweise die englische Rockband Queen, oder den extravaganten Austropopper Falco, den man zu seinem 10. Todestag geradezu zum Übergenie hochstilisierte. Auch beim Schisport gibt es Neues Altes zu bestaunen: Den Lochschi! Er soll unseren Slalomassen wieder zu Siegen verhelfen, dank geringerem Gewicht, besserem Schwingungsverhalten und weniger Vibrationen, hört man. Ältere Jahrgänge, zu denen ihr F.G.R. nun ja auch schon fast zu rechnen ist, werden sich vielleicht erinnern, dass die selbe Firma in den Siebziger Jahren dem großen Klammer Franzl schon ein paar gelochte Abfahrtslatten angeschnallt hatte. Und die Argumente dafür waren, so viel ich mich noch erinnern kann, ziemlich genau die gleichen wie jetzt für die kurzen Torlaufbretter.
Ja, das ganze Leben ist eben ein einziger Kreislauf, marktpolitisch, sportpolitisch – und überhaupt politisch. Auch die Politiker versorgen uns ja ständig mit unwichtigem Neuen und aufgewärmtem Alten, politischen Lochschiern gewissermaßen. Wenn nur die Löcher nicht größer werden als die ganzen Schier und auf einmal gar nichts mehr da ist, meint ihr, auch im neuen Jahr schon wieder ein wenig skeptischer F.G.R.
03/08 EURO
Wenn man mich um das zur Zeit in Österreich meistgebrauchte Wort fragen würde: Meine Antwort könnte nur „EURO“ heißen Und da denke ich nicht an die Einheitswährung, in erster Linie. Der Fußball – Spektakel scheint wirtschaftlicher, politischer und gesellschaftlicher Dreh- und Angelpunkt des Jahres 2008 zu sein, auf den alles Denken und Handeln ausgerichtet ist. Wobei die große Grundsatzentscheidung: „Muss noch vor – oder geht erst nach – heißt.
Vor allem die Regierung, die große Koalition, soll ja noch halten, bis zur EM, danach – na ja, Fußballmannschaften sind auch schon auseinander gefallen, nach großen Ereignissen… Wichtige Gesetze, lästige Untersuchungsausschüsse – jedenfalls erst nachher. Kostspielige Profilierungskampagnen – selbstverständlich vorher – bezahlen nachher (na wer wohl)? Wirtschaftliche Auswirkungen gibt es natürlich auch. Kaum eine Branche, die nicht ein „EURO“ Produkt anbietet, auch wenn es mit Fußball nicht mehr zu tun hat als ein Autoreifen mit einem Käsebrot. Und das Bier könnte knapp werden, deshalb wird es teurer, sicherheitshalber schon vorher. Ganz spurlos geht dies natürlich auch an Ihrem F.G.R. nicht vorüber. Meine persönliche „to do“ Liste für die Zeit vor und nach dem Weltereignis ist bereits erstellt und nicht lang: Fan-Leiberl kaufen, trainieren, (Schlachtgesang, Torjubel, Bier trinken etc.) und auf Gott vertrauen – dass der Fernseher durchhält. Nachher: Leiberl zerreißen oder einrahmen, je nachdem. Und, falls unsere Kicker Fußballgeschichte schreiben, eine Fußballgeschichte schreiben – also höchstwahrscheinlich keine, meint EURO, wieder einmal nicht gerade superoptimistischer, F.G.R.
04/08 Radzeit
Ich will ihnen, geschätzte LeserInnen jetzt nicht wieder den Kopf volljammern wegen der hohen Treibstoffpreise. Es hilft ja auch nichts. Es hilft auch nicht, deswegen auf die Regierung zu schimpfen, oder auf den Finanzminister, obwohl dem die zusätzlichen Steuereinnahmen schon einen leichten Freudenschimmer auf sein ansonsten immer so griesgrämig wirkendes Antlitz zaubern. Der Ölpreis wird nicht in Österreich gemacht, das Problem ist ein globales und hängt mit dem rasanten wirtschaftlichen Aufstieg in Ostasien zusammen. Zwei Milliarden Chinesen und Inder wollen autofahren! Die Erdölvorräte sind aber nicht unendlich und warum sollten die Produzenten ihr „Schwarzes Gold“ in Europa schnell und „billig“ verscherbeln?
Im Rahmen meiner geringen Möglichkeiten versuche ich dieser unerfreulichen Entwicklung nun wieder einmal entgegenzusteuern. Ich habe mir ein Fahrrad gekauft! Schon um den Preis einiger Tankfüllungen ist solch ein treibstoffsparendes und umweltfreundliches Fortbewegungsmittel zu erstehen! Falls sie in nächster Zeit also am Straßenrand eine große graue, sich langsam vorwärts bewegende Masse auf einem vergleichsweise fragilem Rohrgestell wahrnehmen: Rufen sie nicht beim nächsten Zirkus oder Zoo an, ob etwa ein Elefant entwichen sei. Die graue Masse bin ich! Und was wie ein am Boden dahinschleifender Rüssel aussieht, ist meine Zunge!
Radfahren ist ja sehr gesund! Besonders für mich, sagt mein Arzt! Meine Beine und mein Sitzfleisch sagen allerdings, dass Radfahren anstrengend ist und Schmerzen erzeugt. Aber da muss ich durch! Zwei Milliarden Chinesen und Inder wollen schließlich ihre Drahtesel endlich abstellen und Auto fahren, meint ihr, in dieser Hinsicht durchaus opferbereiter F.G.R.
05/08 Gefährlich!
Es ist eine altbekannte Tatsache: Das Leben ist gefährlich! Nicht nur, dass man im Arbeits- und Berufsleben mehr oder weniger großen Gefahren ausgesetzt ist, auch, oder gerade in der Freizeit sind Leib und Leben ständig bedroht. Dies macht sich im nun langsam doch einsetzenden Frühling wieder einmal deutlich bemerkbar. Mit den ersten warmen Sonnentagen waren die ersten tragischen Zweiradunfälle zu vermelden. Auch Bergunfälle, Tauchunfälle etc. zeigen: Dort wo man Gefahren sucht werden sie auch gefunden, inklusive schwerwiegender Folgen.
Dass auch traditionelles Brauchtum großes Gefahrenpotential in sich birgt, zeigte sich kürzlich wieder. Einen Toten und zwei Schwerverletzte forderte in Österreich heuer das allerorts so beliebte Maibaumaufstellen! Und wenn jetzt wieder die Hochzeits-Hochsaison beginnt, kann man schon auf die ersten Opfer der Böllerkracherei warten! Altes Brauchtum muss eben gepflegt werden, sei es auch um den Preis von ein paar Fingern oder Augen…
Dass mit viel Mühe und unter Opfern errichtete Maibäume dann manchmal gestohlen und donnernd eingeschossene Ehen wieder geschieden werden, zählt aber ebenfalls zum volkstümlichen, beziehungsweise allgemein üblichen Brauch. Unfälle rückgängig machen kann dies allerdings nicht, sondern höchstens alte Wunden aufreißen und die schmerzen dann ob ihrer Sinnlosigkeit noch viel mehr, meint ihr, diesmal gar nicht so positiv gestimmter F.G.R.
06/08 Halbe Sachen
Die erste Hitzewelle haben wir schon hinter uns und bald auch die erste Hälfte des Jahres 2008. Auch bei der Fußball – EM ist bald die Hälfte der Spiele absolviert und immer noch hat (mindestens) die halbe Nation nichts anderes im Kopf als Mannschaftsaufstellungen, Dribblings, Flanken und Tore.
Auch die derzeitige Bundesregierung nähert sich der Halbzeit ihrer Legislaturperiode. Hat sie aber auch die Hälfte der ins Auge gefassten und vereinbarten Aufgaben erledigt? Nun, ganz so kann man das wohl nicht sagen. Es gibt zwar das eine oder andere halb Erledigte, Angefangenes, teilweise Vollbrachtes, halbe Sachen eben, beschlossen, zurückgenommen, vom Koalitionspartner torpediert, oder auch von der eigenen Parteigefolgschaft. Das zieht sich durch alle Ressorts und Bereiche, von Gesundheit, Bildung, Pensionen, Justiz, bis hin zur Landesverteidigung. Es könnte sich ja auch im Herbst, wenn der Fußballrummel und die nachfolgende Sommerpause vorbei sind herausstellen, dass die halbe Periode des Kabinetts Gusenbauer/Molterer schon die ganze war. Allzu sehr überraschen würde das nicht! Gerechterweise muss man aber sagen, dass auch durchaus ganze Sachen erledigt wurden und noch immer werden. Zum Beispiel die vollständige und ganze Vereinnahmung der zusätzlichen Steuergewinne durch die enorm gestiegenen Treibstoffpreise. Und dass die Parlamentarier ihre Gagen nicht halb, sondern jedenfalls ganz einstreifen, ist wohl auch klar, sie werden sich doch nicht mit halben Sachen abgeben, meint ihr, in dieser Hinsicht unseren Volksvertretern völlig vertrauender F.G.R.
08/08 Teu(r)er
Der Sommer wollte in diesem Juli einfach nicht richtig in Schwung kommen. Glücklich, wer in diesen regnerischen und kühlen Wochen im sonnigen Süden urlauben konnte. Viele, die dies zwar wollten konnten es aber angeblich nicht, war jetzt immer wieder zu hören oder zu lesen. Grund sind natürlich die geradezu raketenhaft gestiegenen Treibstoff- und Energiepreise und die dadurch insgesamt beträchtlich erhöhten Lebenshaltungskosten. Ein richtig schöner Urlaub am Meer oder sonst wo geht sich für viele Menschen einfach nicht mehr aus!
Benzin, Diesel, Gas, Lebensmittel, Werkzeug, Wasch- und Putzmittel, Kleidung, Klopapier – alles wird teurer, es ist schier zum Verzweifeln! Und man fragt sich: Gibt es denn gar nichts, was billiger wird? Nun, ehrlich gesagt, fällt mir da auf die Schnelle eigentlich nichts ein. Aber immerhin etwas, das in den letzten zehn Jahren nicht teurer geworden ist, und das ist ja auch schon etwas, in Zeiten wie diesen. Genauer gesagt, kostet dieses phänomenale Ding seit zehn Jahren nichts, es ist gratis und liegt jetzt gerade vor Ihnen, nämlich Ihr M@rktspiegel!
Blättern Sie ihn doch sorgfältig durch, bestimmt finden Sie den einen oder anderen hilfreichen Spartipp unserer Geschäftspartner, meint Ihr, sich damit in den Urlaub nach Balkonien, Terassien, Gartenien und Faulenzien verabschiedender – und Ihnen in den letzten zehn Jahren vielleicht sogar ein bisschen lieb und teuer gewordener F.G.R.
09/08 Wetten
Es ist ein gutes Jahr, heuer. Ein gutes Jahr für Wettbüros, jedenfalls. Erst die Fußball-EM, dann die Olympischen Spiele und jetzt noch die Wahlen. Das Geschäft floriert! Man kann bei den Wettanbietern im Internet auf alles setzen, auf die stimmenstärkste Partei natürlich, oder wer nächster Bundeskanzler wird. Wem um einen Hunderter nicht leid ist, könnte beispielsweise auf Dinkhauser wetten – immerhin würde ein Sieg des „Tiroler Rebellen“ dann 30.000 Euro einspielen! Auch auf mögliche Koalitionen kann man setzen, Dreierkombinationen wie etwa SPÖ – FPÖ – Grüne, ÖVP – Grüne – BZÖ sind hier die höchstdotierten, aber natürlich auch riskantesten Wetten.
Was Ihren F.G.R. betrifft: Ich wette nicht. Aber ich habe ein eigenes System der Prognosen entwickelt. Möchte ich z. B. die stimmenstärkste Partei ermitteln, beobachte ich aus dem Fenster die Reihenfolge der vorbeifahrenden Autos: Rotes Auto – SPÖ, schwarzes – ÖVP, blaues… etc, die Farbensymbolik der österreichischen Parteien ist ja hinlänglich bekannt. Was den kommenden Bundeskanzler betrifft, halte ich mich an umherschwirrende Insekten: Fliege – Molterer; Gelse – Faymann; Heuschrecke – Strache; Wespe – Haider; Schmetterling – Van der Bellen; Motte – Schmidt; Wanze – Dinkhauser. Für mögliche Koalitionsbildungen suche ich nach Menschen in Paaren oder Gruppen, die in parlamentstauglichen Farbzusammenstellungen gekleidet sind. Das erfordert natürlich einige Geduld, aber auch Koalitionsverhandlungen ziehen sich ja zumeist sehr lange hin!
Wie sicher meine Methode der Wahlprognose ist, wird sich erst in gut zwei Wochen herausstellen, aber ganz ehrlich gesagt – wetten würde ich darauf nicht, meint Ihr, gewohnt vorsichtiger F.G.R.
10/08 Vernunft
Der Herbst war angebrochen und überzog das Land mit den leuchtendsten Farben. Grund genug für die Tiere der freien Natur, an einem strahlend schönen Sonntag ihre Anführer neu zu wählen. Doch als die Stimmen abgegeben und ausgezählt waren, herrschte große Ratlosigkeit, wer denn nun tatsächlich die Führung im Tierreich übernehmen sollte?
Da war der Junge Rothirsch, Platzhirsch zwar, doch leider hatte er einen großen Teil seiner Herde verloren. Ganz schlimm dran war das arme Schwarzkopfschaf, welches, das Messerwetzen des Schlächters bereits ahnend, völlig belämmert dastand. Stolz plusterte hingegen der blaue Pfau sein schillerndes Gefieder auf und auch der Storch stelzte auf seinen orangefarbenen Beinen herum und klapperte laut mit seinem orangeroten Schnabel. Dennoch waren die bunten Vögel nicht fähig, die Herrscherrolle im Tierreich zu übernehmen. Der grüne Grasfrosch wiederum mied wohlweislich die Nähe von Pfau und Storch und versuchte sich im Schatten von Rot- und Schwarzwild aufzublasen.
So verhandelten und feilschten denn die Tiere, wer mit wem die begehrten Plätze an den Futterkrippen, die die mühsame Nahrungssuche in der freien Natur unnötig machten, teilen durfte. Sollten es Rot- und Schwarzwild wieder miteinander versuchen, wo sie sich doch zuvor schon um jeden Bissen ins Gehege gekommen waren? Oder das Schwarzwild mit den bunten Vögeln, die untereinander keine Gelegenheit zum Zank ausließen? Dass Rothirsch mit Pfau und Grasfrosch eine vernünftige Lösung wäre, glaubte ohnehin niemand.
Aber wie sollten die Tiere auch zu einer solchen kommen, wo sie doch keine vernunftbegabten Wesen sind, im Gegensatz zu uns Menschen, meint ihr, dies völlig ironielos meinender F.G.R.
11/08 Manager
Nationalfeiertag, Weltspartag und Allerheiligen liegen hinter uns – ein untrügliches Zeichen, dass der Winter herannaht, auch wenn der November warm begann wie schon lange keiner, fast sommerlich.
Die Gedanken Ihres F.G.R. wandern zurück in den Sommer, nicht in den gerade vergangenen, nein, viel, viel weiter zurück. An einen Sommer in der Schulzeit erinnere ich mich, er war so schön, wie er nur in der Erinnerung sein kann. Wir Kinder in der Straße trafen uns damals jeden Vormittag zum Spielen. Wir spielten „DKT“, „Das kaufmännische Talent“, international auch „Monopoly“ genannt. Da saßen wir beim Hans auf dem Dachboden, der Franz, der Norbert, der Pepi, die Christl, der Karli und ich und würfelten, setzten und spekulierten drauf los. Freilich dauerte es meistens nicht lange, bis einer die Spielregeln zu seinem Vorteil zurechtbog, ignorierte, und sobald das einer tat, zogen die anderen natürlich nach. So wurden Häuser gekauft, Hotels, ohne vorher die Grundstücke erworben zu haben, die Bank leergeplündert, Strafen nicht bezahlt, bei Mitspielern Schulden gemacht, die diese dann wieder weiterverpfändeten, kurz, es ging drunter und drüber, doch das Spiel war sehr kurzweilig! Wie richtige Manager fühlten wir uns, wenngleich wir damals nur einen recht vagen Begriff davon hatten, was Manager leisten müssen. Wie sorgsam sie bei ihren, oft millionen- und sogar milliardenschweren Geschäften umgehen, und wie verantwortungsvoll sie diese erledigen! Wenn uns dagegen das Tohuwabohu irgendwann zu viel wurde, schmissen wir das ganze Spiel einfach hin! Wir kratzten unsere wenigen realen Schillinge und Groschen zusammen und kauften uns ein Eis. Dann gingen wir baden. Und das gibt es bei echten Managern natürlich auch nicht, meint Ihr, darauf unerschütterlich vertrauender F.G.R.
12/08 Und es begab sich,
dass das Christkind zu diesen Weihnachten in einem etwas anderen Licht erschien, als man es gewohnt war. Sein Glanz wirkte matter, die Augen weniger strahlend und sein früher so unschuldiger Gesichtsausdruck hatte sich etwas verhärtet.
„Erfreut wird der alte Herr nicht sein“, meinte es zum neben ihm auf dem vollbepackten Schlitten sitzenden Weihnachtsmann. Auch dessen Haare und Bart schienen seit dem Vorjahr noch weißer geworden zu sein und in seinem früher so gutmütigen Gesicht hatten sich einige scharfe Falten eingegraben. „Nein, er wird uns ganz schön die Leviten lesen“, brummte der Alte. „Dabei hatten wir es ja gut gemeint und nur das Beste für unsere Kunden – äh – Kinder gewollt! Wer konnte denn ahnen, dass die internationale Finanzwelt in so ein Chaos schlittern würde. Alles hatte so schön geklungen, Aktien, Investmentfonds, hohe Renditen, garantiert und sicher – und jetzt? Unsere Rücklagen für die Weihnachtseinkäufe sind verschwunden, futsch, einfach weg, es ist zum Verzweifeln!“ „Vater wird uns helfen“, meinte das Christkind zuversichtlich. „Er muss uns helfen, die Menschen dürfen das Vertrauen in uns nicht verlieren. Wo kämen wir hin, wenn man in Zeiten wie diesen nicht einmal mehr auf das Christkind und den Weihnachtsmann hoffen könnte.“
„Aber dein Vater wird Opfer für seine Hilfe verlangen, große Opfer. Ich sehe schwere Zeiten auf die Erdenbewohner zukommen“, orakelte der Weihnachtsmann. „Das gewiss“, stimmte das Christkind zu, „aber es geht um die Zukunft, auch um unsere, da müssen eben Opfer gebracht werden!“
Schöne Aussichten sind das, meint Ihr, Ihnen dennoch ein frohes Fest und ein erfolgreiches Jahr 2009 wünschender F.G.R.
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2007
02/07 Stürmisch
Eigentlich denkt man beim Winter ja an Eis, Schnee und klirrende Kälte. Heuer könnte man aber fast meinen, dass sein Name von „Wind“ abgeleitet wäre, so windig und stürmisch, wie er sich im Jänner präsentierte. Man kann sich eben auf nichts mehr verlassen. Vor einem Jahr noch wurden wir von den Schneemassen förmlich erdrückt, der Winter hielt uns bis Mitte März eiskalt umklammert. Eine Folge der Klimaerwärmung wie die Forscher glaubhaft und mit plausibelsten Argumenten erläuterten.
Auch heuer macht sich die Klimaerwärmung bemerkbar, überraschenderweise aber in Form eines ausgesprochen warmen Winters. Damit konnte man nun wirklich nicht rechnen. Statt Schneepflügen fahren Räumgeräte und Kehrmaschinen, um die Straßen von Zweigen, Ästen, Bäumen, Dachziegeln und was halt alles vom Sturm angeweht wurde, zu reinigen. Dafür türmen sich in den Straßenmeistereien die nach dem Desaster des Vorjahres massenhaft eingelagerten Streusalzvorräte. Aber die sind ja keine Fehlinvestition, irgendwann wird man sie sicher brauchen.
Nicht so sicher ist das, und damit mache ich einen großen Themensprung, bei unseren vieldiskutierten Eurofightern. Wie es aussieht, wird sie ja auch der Untersuchungsausschuss nicht mehr verhindern können. Dennoch – interessant wäre es schon, ein wenig Einblick in die Bedingungen dieses Vertragswerkes zu erhalten. Den äußerst stürmisch verlaufenen Abschlussfeiern nach zu urteilen, könnte es auch beim Zustandekommen dieses Milliardenkaufes recht windig zugegangen sein, meint ihr, natürlich immer nur die klimatischen Verhältnisse im Auge habender F.G.R.
03/07 Erleuchtungen
In Australien sollen ab 2010 herkömmliche Glühlampen verboten werden. Wegen des Umweltschutzes, wie es heisst, weil Glühbirnen nur 10 Prozent des Stroms in Licht umsetzen und den Rest als Wärme abgeben. Ersetzt werden sollen die alten Stromfresser durch Energie-Sparlampen und Kompakt-Leuchtstoffröhren, deren Lichtausbeute bei 60 Prozent liegt. Eine löbliche und gute Idee, aber ob´s wirklich etwas bringt?
In Australien selbst gibt man an, dass die Treibhausgase, und um die geht es ja letztlich, von 565 Millionen Tonnen auf 561 reduziert würden. Das ist eigentlich nicht viel. Dabei weiß ich nicht, ob man in diese Rechnung auch den im Gegensatz zur simplen Glühlampe weitaus höheren Produktionsaufwand für die gasgefüllten und mit einem fluoreszierenden Leuchtstoff beschichteten Energiesparer einbezogen hat. Von den zusätzlichen Giftmüllbergen, die zur Entsorgung anfallen, möchte ich da noch gar nicht reden. Aber die Elektroindustrie wird sich bestimmt freuen, ein gigantisches Milliardengeschäft ist zu erwarten.
Auch aus Oberösterreich war bereits Zustimmung zum australischen Modell zu hören. Nun habe ich ja bestimmt nichts gegen Energiesparlampen und dort, wo sie etwas bringen, hat man sie ja zumeist schon. Ein generelles Verbot der Glühlampen scheint mir jedoch übertrieben. Aber wenn Milliardengeschäfte zu erwarten sind, spielt das wohl keine so große Rolle. Bei Umwelt- und Klimaschutz geht Industrie und Politikern offenbar nur ein Licht auf, wenn damit ein Geschäft zu machen ist. Und wer die Rechnung dafür bezahlt, kann sich wohl jeder selbst ausrechnen, meint ihr, diesbezüglich wieder einmal völlig illusionsloser F.G.R.
04/07 Träume
In letzter Zeit beschäftigt mich immer mehr ein Phänomen, nämlich das sogenannte Déjà-vu-Erlebnis. So nennt man das Gefühl, eine bestimmte Szene oder Situation früher schon einmal gesehen oder genau gleich erlebt zu haben. Dieses Gefühl tritt bei mir jedesmal ein, wenn ich zum Beispiel höre, dass jetzt besonders verbrauchsgünstige und schadstoffarme Automobile auf den Markt kommen würden. Oder auch, wenn Politiker verkünden, die Besitzer von sparsamen und umweltschonenden Automobilen künftig belohnen und jene, die auf PS-starke „Abgasschleudern“ setzen, bestrafen zu wollen. Da habe ich das Gefühl, nicht nur ein Déjà-vu, sondern sogar ein Mújà-vu, ein Multi-Wiederholungs-Erlebnis zu haben.
Kein Wunder also, dass mich die Thematik sogar bis in ein anderes Phänomen unserer Psyche verfolgt, nämlich den Traum. Kürzlich hatte ich einen ganz verrückten, aber so sind Träume ja manchmal. Alles begann wunderschön. Ich fuhr mit einem schicken neuen Auto an eine Tankstelle. Ohne den Motor abzustellen hängte ich den Zapfhahn ein und das Zählwerk an der Zapfsäule begann zu laufen – rückwärts! Mein Auto hatte nicht nur keinen Benzin verbraucht, sondern sogar welchen produziert! Unglaublich, die Fortschritte der modernen Technik!
Die Euphorie, von der ich in Morpheus´ Armen erfasst wurde, fand jedoch ein jähes Ende. Als die Zahlen zum Stillstand kamen, erschien auf dem Display eine Anzeige: „Ihre Kraftstoff-Lieferungsabgabe beträgt € 127.-. Der Betrag wird von ihrem interaktiven Online-Finanzkonto abgebucht. Gute Fahrt!“ Aus der Traum – ich erwachte.
In unseren Träumen verarbeiten wir die Realität, heißt es, sie verzerren diese oft ins Absurde und Groteske. Ein Körnchen Wahrheit enthalten sie aber mit Sicherheit auch, meint ihr, einmal mehr äußerst skeptischer F.G.R.
05/07 Verdrossen
Lange habe ich versucht, diesen Punkt zu vermeiden, wollte verhindern, in ein Gefühl abzugleiten, das man vielleicht als unteren Totpunkt des demokratischen Willens bezeichnen könnte, nämlich in die Politik(er)verdrossenheit. Es geht ja wirklich nicht mehr auf die berühmte Kuhhaut, was im derzeitigen Regierungskaba… – Entschuldigung – kabinett geboten wird. Dem Eurofighter Ausschuss werden Akten aus dem Finanzministerium vorgelegt, wo wesentliche Passagen unleserlich gemacht waren.. “Zum Schutze der Steuerzahler”, wie der Minister in nahezu schon volksverhöhnender Weis erklärte. Das erinnert schon fast eine berühmte Mauer in Berlin… Und dann natürlich das Theme Klimaschutz! Mit unüberbietbarem und vorbildlichem Eifer übernimmt hier unser kleines Land in der großen Welt eine Vorreiterrolle! Ein Klimaschutzforum wurde gegründet, einstimmig beschlossen von den beiden Regierungsparteien. Folgerichtig natürlich mit zwei Geschäftsführern, der gute alte Proporz ist einfach nicht totzukriegen! Und zum Betreiben des Werkels läuft das Benzin halt wieder um drei Cent teurer aus dem Zapfhahn, Diesel sogar um fünf.
Wenns denn was bringen würde! Aber genau das ist zu bezweifeln. Solange ein neuer PS-Bolide enthusiastisch gefeiert wird, nur, oder gerade weil er aus Österreich kommt, und solange uns der ORF einerseits mit Klima – Schreckens-meldungen überhäuft und als Kontrastprogramm stundenlang Autorennen überträgt, glaube ich nicht an die Ernsthaftigkeit der österreichischen Klimaschutz-bemühungen. Ungern, aber doch, nehme ich da das Wort “Abzocke” in den Mund, meint ihr heftigst (Politik)verdrossener FG.R.
06/07 Fortschritt
Seit dem 4. Juni wird ORF-Fernsehen bei uns nur mehr digital ausgestrahlt. Man hatte uns ja schon länger darauf vorbereitet, dass ohne Digital-Box die Bildschirme bald nur mehr flimmern würden. Und stets betont, dass der Umstieg auf Grund einer EU-Richtlinie erfolge, nach dem die analoge TV-Ausstrahlung von der digitalen abgelöst werden muss. Zwar erst bis zum Jahr 2012, aber im vorauseilenden Gehorsam sind wir Österreicher ja bekanntermaßen Europaspitze – mindestens. Aber was soll man auch machen, wenn´s die EU so verlangt… Die Möglichkeit, noch längere Zeit parallel zu fahren und dem Kunden den Zeitpunkt des Umstiegs, etwa beim Kauf eines neuen Fernsehgerätes, freizustellen, wurde wohl überhaupt nicht in Erwägung gezogen. Das wäre zwar Dienst am Kunden, aber kein so großes Geschäft als der ultimativ erzwungene Ankauf einer DVB-T Box gewesen.
Natürlich geschieht alles nur zum Wohle der Programmbezieher, die ein deutlich besseres Fernsehbild erwartet – wenn sie denn im Besitz eines entsprechenden, hochauflösenden TV-Gerätes sind. Sonst merkt man´s nämlich kaum. Die Kabelfernseh-Betreiber geben ihre Bilder übrigens (noch!) analog an die Zuseher weiter. Mit einer Zusatzbox kann man aber auch hier in den Genuss des digitalen Fortschritts kommen und dazu noch ein paar hundert Satelliten-Programme empfangen.
Apropos Satelliten! Wussten Sie, dass vor fünfzig Jahren der erste, nämlich der russische Sputnik, in eine Erdumlaufbahn geschossen wurde? Dieses Jubiläums nimmt sich die schon traditionelle “Kulturbaustelle” in Mauthausen heuer an. Am 16. und 17. Juni gibt es dort viel Interessantes zu sehen und zu hören, meint ihr, in dieser Kolummne ausnahmsweise einmal ein bisschen Schleichwerbung betreibender F.G.R.
07/07 (Un)Gereimtes
Wie der geneigte Leser sicher weiß, ist dies keine Kolumne für Gedichte. Was aber nicht ausschließt, dass man hier einmal etwas über Gedichte lesen kann; prosaisches über Lyrik sozusagen.
Es geht um die, unter Gedichteschreibern immer wieder heftig diskutierte Grundsatzfrage: Gereimt oder ungereimt? Brauchen Gedichte den angenehmen Gleichklang der Endsilben? Ja, natürlich, sagen die Reimer, er macht ein Gedicht erst schön und lässt es kunstvoller wirken. Unsinn, sagen die Nichtreimer, der Reim verfälscht Sinn und Inhalt eines Gedichtes. Viel mehr kommt es in der Lyrik doch auf den Rhythmus, die Wahl der Worte und die Bilder, die diese beim Zuhörer oder Leser erzeugen, an.
Ihr F.G.R. zeigt sich in dieser existenziellen Frage nach beiden Seiten hin offen. Mir gefällt alles, wenn es gut gemacht ist. Allerdings muss ich zugeben, dass ich mich in meinen, bekanntermaßen eher der heiteren Richtung zugewandten Mundartgedichten, schon recht gern des Reimes bediene.
Das könnte sich jetzt aber ändern, denn kürzlich gab ich eine etwa zwei Seiten lange Ballade zum Besten, Zeile für Zeile wohl gereimt – bis auf eine. In dieser ließ ich auf das schöne volkstümliche Wort “haxln” das reimtechnisch völlig inkompatible “schnoarchn” folgen. Wider Erwarten reagierte das Publikum jedoch nicht mit Buhrufen oder einem wilden Pfeifkonzert. Im Gegenteil, die Leute johlten und schlugen sich begeistert auf die Schenkel!
Welchen Beweises bedürfte es noch: Ungereimt ist besser, kommt einfach besser an! Eine Erkenntnis, die ich, nebenbei bemerkt, in Zukunft auch über das literarische hinaus zu nutzen gedenke. Wahrscheinlich werde ich mich der Politik zuwenden, einem besonders weiten Feld der Ungereimtheiten, meint mit hochsommerlichen Grüßen, ihr F.G.R.
09/2007 Marktdominanz
Sicher haben sie schon einmal vom “Butterfly-Effekt” gehört, einer Theorie die besagt, dass der Flügelschlag eines Schmetterlings im Amazonasdschungel in Europa einen Orkan auslösen kann. Dieses Phänomen kommt mir in letzter Zeit immer wieder in den Sinn, nämlich Angesichts der enormen Preissteigerungen bei Lebensmitteln.
Mit der Milch hatte es angefangen. Weil die Chinesen und Inder so viel Fruchtjoghurt schlürfen und Süßigkeiten schlecken und weil in Neuseeland das Wetter schlecht war, musste dieses Grundnahrungsmittel bei uns empfindlich verteuert werden. Ähnliches gilt auch für Fleisch, Brot, Erdäpfel, Obst usw. Da eine Missernte, dort ein erhöhter Bedarf, eine Überschwemmung in Südpatagonien, eine grausame Dürreperiode in Ruanda und Burundi, dazu noch eine Ameisenkeuchhusten-Pandemie in der Wüste Gobi – es gibt unzählige Gründe für Preiserhöhungen und mit ihrer Marktdominanz setzen die globalen Konzerne diese auch durch.
Im Rahmen meiner geringfügigen Möglichkeiten beschloss ich, diesen teuren Trend zu kompensieren. Als kürzlich mein Freund Rudi für seine alte Tante Hilde ein Buch von mir kaufen wollte, forderte ich kühn 28 Euro. “Bist du wahnsinnig geworden?” Schnaubte Rudi, “zuletzt hast du noch 14 verlangt!” “Tut mir leid”, konterte ich trocken, “aber die Bücher lagern im Keller meiner Wohnung und die Mieten sind gestiegen, ebenso Strom- und Liftkosten. Zudem hat der Tod des weithin bekannten westjakutischen Mundartdichters Sibir Schan eine nur schwer zu schließende Lücke gerissen!” Rudi tippte sich an die Stirn: “Um 28 Eier kaufe ich lieber das neue Buch vom A. und das neue vom G. dazu,” vertschüsste er sich.
Das ging also daneben, meint Ihr, über seine anscheinend noch nicht stark genug ausgeprägte Marktdominanz grübelnder F.G.R.
10/2007 Verkehrssicherheit
Man denkt also wieder einmal über die Sicherheit im Straßenverkehr nach. Angesichts der aktuellen Entwicklung (17% mehr Unfalltote im 1. Halbjahr 2007 gegenüber 2006) ist das auch durchaus angebracht. Hauptthemen sind, wie fast immer, Alkohol am Steuer und überhöhte Geschwindigkeit.
Es ist auch gut und richtig, bei diesen häufigsten Unfallursachen zuerst den Hebel anzusetzen. Allerdings macht man das nun schon seit Jahrzehnten, durchschlagende Erfolge sind bisher jedoch ausgeblieben. Dennoch will man es nun wieder mit altbekannten Mitteln versuchen. So sollen Geschwindigkeitsübertretungen künftig noch teurer werden und wer zwei Mal mit 0,5 Promille erwischt wird, ist den Führerschein los. Ich vermute aber, dass die Tempobolzer und die Sinn- und Hirnlosüberholer weiter rasen werden, wenn nicht mehr und vor allem effektiver kontrolliert wird.
Dass man als Verkehrsteilnehmer am Besten gar keinen Alkohol trinkt, ist eine Binsenweisheit. Ob für 2-Promille Alko- Lenker, die sturzbetrunken ganze Fußgängergruppen niedermähen die Verschärfung der 0,5 Grenze allerdings Relevanz hat, ist zu bezweifeln! Dennoch, jede neue Regelung, die Menschen im Verkehr schützt, ist natürlich zu begrüßen!
Die oberösterreichische Aidshilfe hat sich übrigens vor kurzem auch wieder zu Wort gemeldet. Die Bevölkerung sei zunehmend schlechter über die Ansteckungsrisiken informiert, hieß es. Warum mir das jetzt aber gerade im Zusammenhang mit diesem Artikel einfällt, kann ich auch nicht sagen, meint Ihr, noch länger darüber sinnierender F.G.R.
11/2007 Paradiese
In riesigen Lettern war kürzlich als Schlagzeile einer Tageszeitung zu lesen: “479.000 Schwarzarbeiter”, Untertitel: “Pfuscherparadies Österreich”!
Da scheint es aber doch verschiedene Kategorien von Paradiesen zu geben, denke ich. Wobei Menschen, die in ihrer Freizeit (illegal) versuchen, ihre finanzielle Situation zu verbessern, wohl in der untersten (aber weitaus größten) Paradiesklasse zu Hause sind. Im Massenparadies fürs Volk gewissermaßen.
Es kann ja auch nicht jeder einen Verwandten, guten Freund, Parteikollegen oder was auch immer haben, der einem in einer Notsituation unter die Arme greift, mit einem wohlgefüllten Koffer oder Sackerl. Müssen ja nicht gleich ein paar Hunderttausend sein. Wo sollte die ein Freund, und sei es auch ein noch so guter, denn hernehmen – außer er wäre vielleicht Bankpräsident oder eine ganz und gar diebische Elster! Aber ein paar Tausender so ganz ohne Arbeit zu erhalten wäre sicher ein schon viel schönerer Wonnegarten auf Erden als das abscheuliche und schmarotzerische “Pfuscherparadies”.
Diese höheren und höchsten Paradiese sind jedoch niemals zu erreichen. Zumindest nicht für alle. Immer verwehrt an den Eingangstüren ein Schildchen “besetzt”, “reserviert”, oder “geschlossene Gesellschaft” den “kleinen Leuten” den Zutritt. Viel leichter gelangen diese freilich ins Fegefeuer oder gar in die Hölle der schändlichen Steuersünder, meint Ihr, von der Gerechtigkeit auf Erden völlig überzeugter F.G.R.
12/2007 Und es begab sich…
…dass das Christkind an diesem Heiligen Abend in Oberösterreich früher erschien, als man es in den letzten Jahren gewohnt war. Gerade noch rechtzeitig vor dem großen Fest hatte man ja die letzten Kontrollstellen rund um unser Land abgeschafft und so konnten das Christkind und der Weihnachtsmann (mit dem es sich trotz vieler gegenteiliger Behauptungen sehr gut versteht) ohne Verzögerung von Norden her auf ihrem komfortablen Rentierschlitten einreisen.
„Sieh nur, wie viel Neues hier zu sehen ist“, sprach das Christkind, als sie den hohen Böhmerwald überquert hatten. „Ja, es gibt heuer wieder viele neue Gebäude, stimmte der Weihnachtsmann zu, „neue Straßen, neue Umfahrungen“… „Ja, aber trotzdem staut es an manchen Stellen immer noch kilometerlang und leider stehen auch einige neue Kreuze an den Fahrbahnrändern“, stellte das Christkind fest und räumte bekümmert ein paar Pakete in den Reserveschlitten zurück.
„Mehrere neue Bürgermeister gibt es auch“, bemerkte der Weihnachtsmann jetzt. „Ja, ein paar sehr junge, fesche, sind auch darunter“, schwärmte das Christkind. „So junge“, meinte der Weihnachtsmann mit einem schelmischen Seitenblick, „dass sie vielleicht sogar noch an dich glauben?“ „Kann schon sein“, antwortete das Christkind, „aber ich glaube, das ist keine Frage des Alters. Denk doch nur an die vielen Versprechen, nicht nur von Bürgermeistern, sondern von Politikern im Allgemeinen. Bei den schmalen Budgets, die ihnen zur Verfügung stehen, müssen wohl viele an mich glauben…“
Liebe Leser! Aus Platzgründen kann ich diese interessante Diskussion zwischen den Weihnachtsboten leider nicht fortsetzen, bedauert Ihr, Ihnen ein schönes Fest und einen guten Rutsch ins neue Jahr wünschender F.G.R.
2006
02/2006 Studien
Ich halte den Saliera – Dieb für einen guten, einfühlsamen Menschen. Letztendlich hat er dieses kostbare, goldbezogene Salzfass ja nicht verkauft, sondern nur versteckt. Er hatte darin wohl einen Salzvorrat für Notfälle aufbewahrt. Dass er das Gefäß zurückgegeben hat, als im Land gerade akute Salznot herrschte, war sicher kein Zufall, und sollte dem Einbrecher hoch angerechnet werden!
Für den „Normalbürger“ ist es ohnehin schwer zu verstehen, warum schon nach wenigen „echten“ Wintertagen die Streusalzvorräte zu Ende gehen. Man weiß doch, dass im Winter mit höchster Wahrscheinlichkeit an mehr als drei oder vier Tagen mit schnee- oder eisglatten Fahrbahnen zu rechnen ist. Stimmt hier in der Logistik etwas nicht, wird um den Preis taktiert, oder einfach zu verschwenderisch mit dem Salz umgegangen? Vielleicht sollte man darüber einmal Studien erstellen?
Apropos Studien. Kürzlich habe ich von einer in Linz gemachten gelesen. Der Reifenabrieb, vor allem an Kreuzungen, trage nicht unerheblich zur Feinstaubbelastung in der Landeshauptstadt bei. Bemerkenswert aber die Reaktion einer Verantwortlichen, deren Name mir jedoch entfallen ist: Dann werde man in Zukunft auch in den Großstädten mehr Salz anstatt des Gummi abschmirgelnden Splits streuen, meinte sie.
Noch mehr Salz also, wo man jetzt schon kaum damit auskommt? Und ob das für die Umwelt weniger schädlich ist als der Gummiabrieb? Aber da kann man ja wieder Studien erstellen. Die beschäftigen und ernähren eine Menge Leute und zwar ganz redlich, im Gegensatz etwa zu einem Kunstraub. Denn Verbrechen machen sich nie, Studien aber immer bezahlt, meint Ihr, wieder einmal ins philosophieren kommender F.G.R.
03/2006 Wohin?
Man mag es noch gar nicht recht glauben: Auch dieser, uns mit unerwarteten Auswirkungen der Klimaerwärmung so reichlich überraschende Winter geht einmal zu Ende. Die Zeit des Erwachens und Aufblühens ist nicht mehr fern. Der Frühling kommt!
Viele Menschen planen jetzt bereits für die schönsten Wochen des Jahres, den Urlaub. Die Auswahl scheint auf den ersten Blick auch riesengroß, aber – wo kann man noch gefahrlos hinreisen?
Die Mittelmeerländer als traditionelles Urlaubsziel sind jedenfalls nicht mehr ratsam. Terrorgefahr in Italien und Spanien wegen der Teilnahme am Irakkrieg, in der Türkei und in Nordafrika wegen der Mohammed-Bilder – sehr riskant. Griechenland bliebe noch als Alternative, aber wenn alle dort hinfahren – zu vergessen! Hühnerpest, Vogelgrippe und Tsunami machen auch die Traumstrände Ostasiens nicht erstrebenswert. In der Karibik vom Hurrikan verblasen zu werden und mit nichts als der Badehose am Leib heimzukehren schreckt natürlich ebenso ab. Relativ sicher wäre zwar der Norden, Island oder Spitzbergen etwa, aber nach diesem Winter können das wohl nur sadomasochistisch veranlagte Menschen ins Auge fassen!
Auch Kostenbewusste stehen vor einem Dilemmna: Frühbuchen, mit dem Risiko, dass das gewählte Ziel in einigen Monaten Krisengebiet ist, oder “last minute”, wobei dann nur mehr eben diese Gebiete zu erhalten sind! Wohin also heuer im Urlaub?
Das altbewährte Balkonien bietet sich natürlich auch noch an. Vorausgesetzt, es befindet sich in sicherer Lage, sonst könnte man selbst dort eine unliebsame Überraschung, wie etwa im Jahr 2002 erleben, meint Ihr, diesmal zugegeben wieder recht düstere Bilder malender F.G.R.
04/06 (Oster)Eier
Das Osterfest ist bald wieder da. Es ist heidnischen Ursprungs und deshalb voller mystischer Gebräuche und Symbole. Was zum Beispiel der Hase mit der Auferstehung Christi zu tun haben soll, ist wirklich nicht leicht nachvollziehbar. Das Osterlamm wiederum kann so wenig dafür, dass es verspeist wird, dass es sogar der Unschuld seinen Namen geben konnte. Als das Ostersymbol schlechthin gilt jedoch das Ei.
Eier werden zu Ostern bemalt, einfärbig, oder auch bunt gemustert. Man verschenkt sie und bekommt sie geschenkt. Man kann sie auch legen und natürlich auch gelegt bekommen – womit ich wieder einmal nahtlos den Übergang zur Politik geschafft hätte.
Eier legen ist zur Zeit die Lieblingsbeschäftigung in der österreichischen Innenpolitik. Es ist schließlich Wahlkampf. Man legt sie sich in allen Farben. Rot, blau, orange und grün. Dabei sind die Farben aber eigentlich egal, da diese in ihrer Gesamtheit ohnehin schwarz ergeben.
Nach dem Legen, Suchen und Finden kommt es dann auch noch zum sehr beliebten Eierpecken. Und da scheinen die roten Eier zur Zeit am schwächsten zu sein. Das ARBÖ-Ei und erst recht das Bawag-Ei wurden von der Konkurrenz genußvoll eingeschlagen, auf Spitz und A…sozusagen. Bedenklich angeknackst ist aber auch das blaue Kärtner Hypo-Ei.
Einfach nicht zu knacken ist dagegen das schwarz-blau-orange gemusterte Eurofighter-Ei. Aber vielleicht ist das auch besser so, denn unter seiner luftdichten Schutzhülle aus Panzerstahl dürfte es im Inneren gewaltig faul sein, was beim Aufschlagen einen geradezu pestilenzartigen Geruch zur Folge hätte. Dagegen könnte möglicherweise nicht einmal die von der Bundesregierung so gern und intensiv betriebene (Selbst) Beweihräucherung ankommen, meint mit frohösterlichen Wünschen Ihr F.G.R.
05/06 Überfüllung
“Wenn alle hineingehen würden, würden nicht alle hineingehen, aber weil eh nicht alle hineingehen, gehen alle hinein!” So soll einmal ein Pfarrer das Fassungsvermögen seiner Kirche im Verhältnis zur Anzahl der Schäfchen in der Pfarre beschrieben haben. Ganz ähnliche Erfahrungen machen zur Zeit auch die Österreichischen Bundesbahnen! Jahre- ja, jahrzehntelang hatte man vergeblich um Kunden geworben, hatten sich Verkehrsfachleute, Volkswirtschaftler, Politiker, Umweltschützer und wer auch immer für den Umstieg vom Auto auf die Bahn ausgesprochen – vergebens. Konsequent zogen die Menschen das individuell-mobile Häuschen auf vier Rädern den starren, schienengebundenen Gemeinschaftswohnungen der ÖBB vor. Was keine Kampagne und keine Initiative jemals geschafft hatte, bringt nun aber der exorbitante Anstieg der Treibstoffpreise zu Wege: Man fährt wieder Bahn! Angeblich gehen in manchen Zügen sogar schon die Plätze aus, Reisende werden auf den Bahnsteigen abgewiesen, Zusteigen wegen Überfüllung nicht möglich! Wie sehr sich doch die Zeiten ändern!
Am Sonntag ist Muttertag, und wenn sie, verehrte Leserin oder verehrter Leser, einen Eisenbahnausflug mit ihrem lieben Mütterlein planen sollten – nehmen sie sich ein paar Campingsessel und ein Tischchen mit, für das Warten auf einen nicht überfüllten Zug. Und packen sie gleich auch etwas Feines zum Picknick ein, dann brauchen sie nicht im ohnehin auch wieder überfüllten Gasthaus auf das Essen warten; vorausgesetzt, das Wetter spielt mit,
meint ihr, immer mehr mit allem Möglichen nicht möglichen rechnender F.G.R.
06/06 Es lebe…
Morgen geht es also los. Ab morgen ist die Welt wieder zweigeteilt, ganz einfach gesagt in Menschen, die Fußball interessiert und in solche die er nicht interessiert. Das ist natürlich überspitzt ausgedrückt, selbstverständlich gibt es Abstufungen. Das Spektrum reicht vom reliquiengeschmückten Fan(atiker), bei dem sich die Augäpfel in schwarz-weiße Lederbälle verwandeln, bis hin zu kompromisslosen Verweigerern, die in den nächsten sechs Wochen sogar beim Zählen die Elf ignorieren. Gänzlich vorbeikommen wird dennoch kaum jemand am großen Spektakel, es sei denn man begibt sich, mit Proviant für sechs Wochen versehen, als Eremit in eine entlegene Wüstenei.
Wir werden also in nächster Zeit mit Fußball leben, uns mit ihm arrangieren müssen. Wir, das Volk brauchen schließlich Brot und Spiele, das wussten schon die Senatoren im alten Rom. Die Spiele sind ja auch eine gute Gelegenheit, uns wieder ein wenig Butter von eben diesem Brot (das wir Gott sei Dank noch haben) zu nehmen. Da eine kleine Erhöhung, dort ein bisserl kürzen, je nach Bedarf. Schnell noch ein paar unangenehme Gesetzesänderungen, das geht in der Spannung und Euphorie ums runde Leder doch viel leichter hinein. Nachher ist ohnehin schon Urlaubszeit und so merken es die meisten gar nicht. “Es lebe der Sport”, hat einmal einer gesungen, dem zur Zeit auch nichts lieber sein kann als etwas Ablenkung von seinen persönlichen Turbulenzen. Kein Zweifel, der Sport lebt und er wird auch nicht sterben, solange so viele Menschen gut davon leben können. Und da denke ich am wenigsten an die Sportler, meint Ihr, manchmal sogar die Skandalberichte in den italienischen Fußballgazetten verfolgender F.G.R.
07/06 Das Schlimmste
Auch ihren F.G.R., in seinem innersten Wesen durchaus dem behäbig dahintrollenden Meister Petz verbunden, ließ der Tod des Bären Bruno nicht kalt. Es ist ja wirklich seltsam. Wochenlang wie ein Phantom gejagt, war ihm mit Narkosegewehren, Fallen und finnischen Suchhunden nicht beizukommen, aber kaum gab es die Abschusserlaubnis, hieß es schon: Bumm, Päng – Bär tot! Da mag man denken was man will – den Bestrebungen der Jägerschaft, als Schützer und Heger der Natur und nicht als schieß- und trophäengeile Abknaller dazustehen, haben die bayrischen Freischützen einen echten Bärendienst erwiesen.
Einen Vorteil hat die Waidmännerei übrigens schon: Sie ist, von gelegentlich unbeabsichtigt losgehenden Büchsen abgesehen, ein für die Betreiber relativ ungefährliches Freizeitvergnügen. Rehe, Hasen und selbst Bären schießen nicht zurück. Wenn man sich dagegen ansieht, was gerade in der jetzt beginnenden Urlaubszeit alles passiert: Motorradunfälle, Tauch- und Badeunglücke, Abstürze in den Bergen, mit dem Fallschirm oder beim Schwammerlsuchen, Grillunfälle – jeder “Freizeitspaß” ist mit mehr oder weniger großen Risiken verbunden.
Deshalb wieder einmal mein Rat für die “schönsten Wochen des Jahres”: Genießen Sie sie, aber geben Sie acht! Gefahren haben niemals Ferien! Einen Fehler sollten sie jedoch nicht machen, nämlich auf Freizeitaktivitäten und Urlaub völlig zu verzichten. Denn sich mit Arbeit umzubringen wäre wohl das Schlimmste, was einem passieren könnte, meint Ihr, auch auf diese Möglichkeit warnend hinweisender F.G.R.
08/06 Überhitzt
Bittere Kälte und Schneemassen schier ohne Ende mögen im letzten Winter bei manchen Menschen Zweifel an der Wahrhaftigkeit der Klimaerwärmung geweckt haben. Der vergangene Juli hat diese Zweifel aber wieder beseitigt. Die extreme und andauernde Hitze lässt Felder verdorren, Flußläufe fast austrocknen und selbst Eisenbahnschienen ausser Form geraten.
Viele Menschen leiden natürlich unter den außergewöhnlich hohen Temperaturen. Zu den größten Leidern zählt leider auch ihr F.G.R. Er sollte hier einen spaltenlangen Kommentar für sie verfassen, woran ihn aber überhitzte Gehirnnerven, ausgetrocknete Ganglienzellen und durchgebrannte Synapsen hindern.
So bleibt mir an dieser Stelle nichts anderes übrig, als ihnen eines meiner Mundartgedichte zu präsentieren. Es heißt schlicht und einfach:
August
Mein Gott na, bin i heut müad,
schwa fallt ma a jeder Schriatt,
langsam oarbat mei Vastand,
d` Hockn geht net va da Hand,
Missgeschick, wohin i greif -
Leutln, i bin urlaubsreif!
In diesem Sinne wünscht ein frohes und erholtes Wiederlesen im September ihr inzwischen längst an einem schattig-kühlen Plätzchen entspannender (neudeutsch: riläggsender) F.G.R.
09/06 Inseln
Inseln sind etwas faszinierendes, sie verbinden und trennen gleichermaßen. Zum Einen symbolisieren sie Weite und Freiheit, andererseits erzeugen sie Angst vor Isolation und Abgeschiedenheit. Manche (sonnige) werden von Millionen Besuchern beinahe unter Wasser gedrückt, viele andere sind fast unbekannt.
Eine abseits von Meeren oder anderen großen Wasserflächen vorkommende Sonderform sind die sogennannten Verkehrsinseln. Auf breiten Straßen, speziell Ortsumfahrungen, trifft man sie immer häufiger an. So ist vor einigen Monaten auch auf der B3, östlich von Mauthausen, wieder eine neue entstanden.
Wie die wasserumfluteten Eilande vermitteln auch Verkehrsinseln oft zwiespältige Gefühle. Fraglos schützen sie Ein- und Abbieger ungleich effizienter als die leicht zu überfahrenden Sperrlinien. Auf der anderen Seite bremsen und verlangsamen sie natürlich den Verkehrsfluss. Immer mehr (ursprünglich gar nicht gestattete!) Zufahrten lassen Durchzugsstrecken zu nervenden Staubereichen werden.
Ihr F.G.R. hat diese Entwicklung, gerade im Bereich der B3 bei Mauthausen, übrigens schon lange vorhergesehen. Bereits vor vielen Jahren schrieb ich in einem meiner visionären Mundartgedichte: “…und es kummt wieder de Zeit / wo´s hoaßt, es is untragboar wordn / de Umfahrung ghört umfoahrn!”
Solche Schwierigkeiten hat Perg (derzeit noch) nicht. Aber die Bezirkshauptstadt hat ja auf Mauthausen auch dreißig Jahre Rückstand, was die Umfahrung betrifft. Oder Vorsprung auf die Probleme, meint ihr, die Sache wie immmer aus verschiedenen Gesichtspunkten betrachtender F.G.R.
10/06 Wahrheiten
Keine gute Figur gaben bei der Nationalratswahl die Meinungsforscher ab.
So knapp wie das Ergebnis ausfiel, so einhellig knapp daneben lagen auch die Institute mit ihren Vorhersagen. Teilweise kurios waren auch die Entschuldigungen und Erklärungsversuche. So meinte noch am Wahlabend ein recht forscher Sprecher der Forscher, man habe die Entwicklung in den letzten Tagen sehr wohl erkannt, aber nicht veröffentlicht, weil man damit ja die Wähler beeinflusst hätte. Wirklich tröstlich, man hat uns also bis zuletzt mit falschen und überholten Daten beeinflusst, die Wahrheit wollte man uns nicht zumuten!
Dabei werden wir in Zukunft wohl verstärkt mit Wahrheiten konfrontiert werden. In Ungarn ist nämlich eine Anti-Lügen Pille entwickelt worden, die sich völlig unauffällig dem Essen oder Trinken beimischen lässt. Ein erster Test am ungarischen Ministerpräsidenten verlief schon erfolgreich und erregte weltweites Aufsehen!
Sollte sich dieses Mittel in großen Mengen herstellen lassen und in den Handel kommen, wären die Folgen, von der Weltpolitik bis zum intimsten Familienleben, kaum auszudenken. Die Menschheit würde in einer Flut von Wahrheiten und Geständnissen versinken.
Mich erfüllt diese Aussicht mit großer Sorge. Vielleicht werde ich ja dereinst einmal gestehen: “Liebe Freunde, ich habe euch jahrelang belogen und betrogen. Meine Gedichte habe ich aus Büchern abgeschrieben, die Geschichten aus dem Internet gesaugt und diese Kolummne verfasste immer meine gute alte Anni-Tant´, die das viel besser kann als ich!”
Wahrlich, schaurige Aussichten, meint ihr, offensichtlich mit der Wahrheitsdroge bereits infizierter F.G.R.
11/06 Jahr des Tages
Wissen sie, geschätzte LeserInnen welchen Tag wir heute feiern? Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht. Eines weiß ich aber: Irgend ein Tag des Irgendwas wird auch heute sein. Wir haben heuer das Jahr des Tages, gewissermaßen. Die Mannigfaltigkeit der Gedenk- und Erinnerungstage ist schier unerschöpflich. Kürzlich wurde sogar der Tag der Kuh gefeiert. Schon länger kennt man den Tag des Waldes, der Frau, des Kindes, des Wassers, des Baumes und natürlich den universell verwendbaren Tag der offenen Tür.
Auch der Tag des Sports, des Lesens, der Erfinder, des Apfels und der Regionen scheint einigermaßen plausibel. Dank “Google”, der praktikablen Internet-Suchmaschine, kann ich die Aufstellung noch beträchtlich erweitern. Da gibt es den Tag des Kaffees, des Mostes, des Dialogs, des Kalenders, des Alters, des Eies, des Bodens und sogar des Schlafes. Noch diffiziler wird es beim Tag der Mathematik, des Gehirns, der Sprachen, des Windes und des Modellbaus. Wer hätte auch gedacht dass es den Tag des weißen Stockes, der erneuerbaren Energien, des Geotops, oder des geistigen Eigentums gibt? Noch origineller sind wohl der “Tag der amtlichen Statistik” oder gar der “Tag des deutschen Butterbrotes!”
Bei anhaltender Kreativität im Erfinden von Mottotagen lässt sich jedoch schon absehen, dass es bald zu Doppel- oder sogar Mehrfachbelegungen kommen muss. Hier ist jedoch Vorsicht geboten: So sollten beispielsweise der Tag des Cholesterins, des Eies und womöglich auch noch des Bluthochdruckes nicht zusammenfallen, meint ihr, diesbezüglich bereits große logistische Herausforderungen ortender
F.G.R.
12/06 Und es begab sich…
…dass das Christkind an diesem Heiligen Abend bei vielen Menschen zu spät oder gar nicht erschien. Zu spät, weil es auf manchen Autobahnen nicht schneller als mit einem “Hunderter” dahinbrausen konnte. Und gar nicht bei den vielen “Ätsch Pfui Gack” Rauchern, wegen des Gestankes, den diese verbreiteten und der in seinem schönen Silberhaar so lästig hängen blieb.
Das bot vielen Menschen auf Erden wieder einmal trefflich Gelegenheit, ihre verschiedenen Ansichten und Standpunkte darzulegen. Leider wenig sachlich, Schadenfreude, dass “denen” schon recht geschehe und Schuldzuweisungen, dass “die Anderen” für die Misere verantwortlich seien, überwogen. Inhaltsleere Polemik polarisierte, schürte Aggressionen und heizte die Stimmung auf. Bald herrschte eine Art “Kalter Krieg” zwischen den Anhängern von Schnell – oder Langsamfahren und zwischen Rauchern und Nichtrauchern.
Die hohe Götterschaft, die mächtigen und honorigen Fabrikanten und Händler und nicht zuletzt die pfiffigen Steuereintreiber beunruhigte dies allerdings nicht. Ja, fast schien es, als würden sie die Zwistigkeiten schüren. Sie ließen weiter kraftstrotzende PS-Giganten zu, deren Tachos bis über die 300 Kmh-Marke zeigten und sie boten weiter knallbunte Zigarettenpackungen mit, diese wie kleine Lendenschürzchen umspannenden, sinnigen Sprüchen an.
Wenn nicht Weihnachten gewesen wäre, dieses Friedensfest, das uns an das Gute, auch in den Göttern, glauben lässt, hätte man fast denken können, dass ihnen das Wohlergehen ihrer Schäfchen weniger am Herzen liege als der profane, wirtschaftliche Gewinn,
meint ihr, dennoch schöne Feiertage und einen guten Rutsch ins neue Jahr wünschender F.G.R.
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2005
02/05 Manchmal kommt es anders
Ich hatte den Artikel bereits fertig. Eine flammende Anklage gegen die Ungerechtigkeit und Unsinnigkeit der Besteuerung von Trinkgeldern hatte ich in die Tasten gehämmert, trefflich gerichtet gegen den Staatssekretär im Fin(an)z-Ministerium. Jenen Menschen, die ohnehin fast jeden Euro und Cent ihres Einkommens (mehrwertversteuert) im Inland für ihren Lebensunterhalt ausgeben müssen, würde hier schamlos in die Geldbörsen gegriffen.
Da die Trinkgeld – Steuer aber schwerlich gerecht zu bemessen und der Aufwand dafür im Verhältnis zum Ertrag viel zu hoch wäre, kam ich letztlich zum Schluss, dass man sie völlig abzuschaffen sollte. Im Bewusstsein, in meiner Kolummne eine revolutionäre und richtungsweisende Idee geboren zu haben, schaltete ich meinen PC aus und begab mich zu Bett.
Am nächsten Tag jedoch schon, ich traute meinen Ohren nicht, kündigte der Finanzminister an, dass Trinkgelder künftig steuerfrei sein sollen! Unglaublich! Mein Artikel lag sonst nirgends als auf meiner, gegen diverse „Hackerangriffe“ gut abgesicherten Festplatte, noch nicht einmal auf die neue „M@rktspiegel“ Homepage hatte ich ihn transferiert! Nur eine telepathische Verbindung konnte diese Übereinstimmung mit dem Finanzchef herbeigeführt haben!
Übrigens – „M@rktspiegel online“ (www.marktspiegel.at), das sollten sie sich einmal ansehen, eine wirklich tolle web-side! Gut, vielleicht nicht ganz so toll wie die des Finanzministeriums, aber so eine perfekte Homepage kostet halt auch Geld, sehr viel Geld! Da ich jedoch nun offenbar spirituell mit K.H.G. verbunden bin, erhalte ich von ihm vielleicht einmal einen Tipp, wie man günstig zu einem „upgrade“ der Internet-Präsentation, quasi von Economy- zu Business- Class, kommen könnte,
meint ihr hoffnungsfroher F.G.R.
03/ 05 Leib und Leben
Dutzende Verkehrsunfälle mit zahlreichen Toten und Schwerstverletzten sorgten in den ersten Wochen dieses Jahres bereits für Schlagzeilen. In zunehmendem Ausmaß fällt dabei die katastrophale Kombination von Alkoholisierung und überhöhter Geschwindigkeit bei Jugendlichen und Führerscheinneulingen auf. Leichtsinn und Risikobereitschaft scheint bei ihnen in letzter Zeit stark gestiegen zu sein, und man fragt sich, warum diese fatale Verhaltensweise?
Nun, ich bin kein Sozio- Psycho- oder was auch immer- loge, ich kann die Gründe nur erahnen. Symptomatisch scheint mir aber zum Beispiel die vor kurzem losgetretene Diskussion um Tempo 160 auf Autobahnen zu sein. Da wird dafür und dagegen argumentiert, viele Meinungen prallen aufeinander. Ich meine allerdings, dass wir einfach die falschen Autos haben! Warum muss schon beinahe jeder Kleinwagen und jede kommode Familienkutsche an die 200 Kmh laufen? Weil die Automobilindustrie sonst zu wenig Umsatz machen würde? Müssen auf dem Altar der Konjunkturerhaltung tatsächlich Menschenopfer gebracht werden?
Angesichts der fortschreitenden „Liberalisierung“ z. B. bei der UVP-Prüfung, beim ungebremsten LKW-Transit, in der Gen-Technologie und, und, und…ist es nicht verwunderlich, dass überall die Sicherheits- Hemmschwellen sinken und man kann schon ins Grübeln kommen, wie wichtig den Gesetzgebern und „Machthabern“ noch Leib und Leben von Menschen ist, meint Ihr, wieder einmal ziemlich nachdenklich gewordener F.G.R.
04/05 Betroffen
Es war viel von Betroffenheit die Rede, in den letzten Tagen.
Besonders betroffen machten mich die Berichte und Bilder vom grausamen Abschlachten der jungen Seehunde auf den kanadischen Eisfeldern.
Diese von Menschen aus Profitgier an den Tag gelegte Brutalität gegen die hilflose Kreatur ist wahrlich erschütternd. Sie macht mich betroffener und geht mir wesentlich näher als der (unabwendbare, und letzlich jedem von uns vorbestimmte) Tod eines alten Mannes in Rom,
meint, bei allem Respekt vor der Größe und den Verdiensten des Pontifex maximus, Ihr diesmal nicht ganz emotinsfreier F.G.R.
05/05 Erleuchtungen
Pfingsten steht wieder vor der Tür, das Fest des Heiligen Geistes. Ursprünglich am 50. Tag nach Ostern auf die Apostel niedergegangen, sollte die himmlische Erleuchtung nach dem Willen der Kirche schließlich jedem Christen mit dem Sakrament der Firmung zuteil werden.
Diese Herabrufung des Geistes mag durchaus eine positive Wirkung zeigen, da sie bei den meisten Menschen aber bereits in sehr jungen Jahren geschieht, sollte sie hin und wieder erneuert werden, denke ich. So könnten beispiels-weise die anscheinend wirklich von allen (guten) Geistern verlassenen Freiheitlichen aller Farben und Schattierungen eine kräftige Auffrischung gebrauchen. Aber auch dem Regierungschef täte gerade jetzt, wo wir uns wieder der Gründung unseres Staates erinnern, eine Erleuchtung über die von seinen Vorgängern so mühsam erkämpfte „immerwährende“ Neutralität sehr gut. Dem Van der Bellen hingegen möge vielleicht ein Licht aufgehen, ob er seine Sympathisanten tatsächlich bei der Stange halten kann, wenn diese grün wählen und dann möglicherweise schwarz bekommen. Und erst die Roten! Für die erschreckend plan- und konzeptlos dahindümpelnde Gusenbauer-Partei bräuchte es wohl ein wahres Blitzfurioso des Heiligen Geistes um auf Erfolgskurs zu kommen.
Die Liste der erleuchtungsbedürftigen Menschen weiter fortzusetzen würde den Umfang dieser Kolumne natürlich bei Weitem sprengen, einen möchte ich jedoch nicht unerwähnt lassen, aber, um es mit Friedrich Schiller zu sagen: „Der brave Mann denkt an sich selbst zuletzt!“
Meint Ihr, der Erleuchtung durch den Heiligen Geist fraglos auch hin und wieder bedürfender F.G.R.
06/05 Noch Fragen?
Ehrlich gesagt, ich bin mir nicht sicher, ob sehr vielen Franzosen und Holländern der Inhalt der EU-Verfassung besser bekannt ist, als unsereinem. Dass sie mit großer Mehrheit dagegen gestimmt haben liegt mit Sicherheit auch nicht am Inhalt dieses Gesetzeswerkes, sondern ist als klare Absage an die derzeitige EU zu sehen. Mit der raschen Erweiterung und den noch größeren Aufnahmeplänen scheinen die Europa-Politiker nur mehr Erfüllungsgehilfen der sich im Globalisierungswahn befindlichen Weltkonzerne zu sein. Ausufernde Bürokratie, Postenschacher und perfides Spesenrittertum zerstören zudem das Vertrauen zur Regierung in Brüssel.
Kein Wunder also, dass sich der Unmut der Bürger im Referendum zur Europäischen Verfassung niederschlug und schon ziehen die Ergebnisse in Frankreich und den Niederlanden weitere Kreise. In Italien wurde sogar die Abkehr vom Euro und die Wiedereinführung der Lire gefordert! Irgendwie auch verständlich, schließlich tut man sich dort mit dem geradezu abenteuerlichen Umrechnungsfaktor mit Sicherheit am schwersten.
Wie würde das übrigens bei uns in Österreich aussehen? Nun, ich denke, bei einer Rückkehr zum guten alten Schilling würden uns wohl die Augen etwas übergehen! Ein Liter Normalbenzin ca. S 14.-, ein Liter Diesel gut S 13.-, ein Packerl Standard-Zigaretten nach der letzten Preiserhöhung von S 4,12! knapp unter S 50.- und 3 Wurstsemmerl beim B. (nach Volksvertretermeinung) S 137,60!
Noch weitere Fragen?
Meint ihr, mittlerweile auch nicht mehr zu den grössten EU-Euphorikern zählender F.G.R.
07/05 Genialer Einfall
Zugegeben, die Grundidee zu dieser Glosse hatte ein von mir allerhöchst geschätzter Kolumnist einer großen kleinformatigen österreichischen Tageszeitung. Er zeigte nämlich kürzlich in seiner Rubrik auf, welche Missverständnisse das Weglassen eines Bindestriches auslösen kann. Als aktuelles Beispiel führte er ein nach geografischen Gesichtspunkten geordnetes Verzeichnis der Handymasten, also ein Handymast-Urbarium gewissermaßen, an. Als Handymasturbarium geschrieben, könnte dies beim Leser die Vorstellung eines Salons, in dem jeder wild und hemmungslos mit sich selbst telefoniert, hervorrufen!
Nachdem ich meinen ersten Lachanfall überwunden hatte fragte ich mich jedoch, warum nicht schon die Marketing-Bosse, Produktmanager und Werbestrategen der neuen Kommunikationswelt den genialen Einfall hatten: Mit sich selbst telefonieren, der ultimative Höhe- und Schlusspunkt auf der Suche nach immer neuen Möglichkeiten, die Rechnungen der Handy-Nutzer in die Höhe zu treiben!
Schon hardwareseitig würden sich neue Umsatzrekorde auftun, schließlich wären als Grundausstattung bereits zwei Geräte erforderlich, vom nach oben offenem Bedarf für Ring- oder Konferenzschaltungen ganz zu schweigen! Die mitunter schwierige Suche nach Gesprächspartnern, besetzte Anschlüsse, ausgeschaltete Handy´s, all diese Probleme würde telefonieren mit sich selbst aus der Welt schaffen!
Ich bin mir sicher, dass es nur mehr eine Frage der Zeit sein kann, bis die Handy-Wirtschaft diesen Gedanken aufgreift, denn Kolumnisten waren schon immer Visionäre für das Fortschrittlich-Kühne und doch so Einfache, meint Ihr, sich mit diesem genialen Einfall in die Sommerpause verabschiedender F.G.R.
08/05 Dilemma
Mit 1. August trat das EU-weite Werbeverbot für Tabakerzeug-nisse in Kraft. Reklame in den Massenmedien ist damit nach EU-Recht ebenso untersagt wie das Sponsoring bei großen Sportereignissen.
Das Dilemna ist natürlich: Wie kann man das Rauchen einschränken oder gar verhindern, ohne auf die immensen Einnahmen daraus zu verzichten. Schließlich beklagen die Trafikanten schon Umsatzrückgänge von bis zu 30 Prozent und in der Tabakindustrie sind zahlreiche Arbeitsplätze gefährdet.
Hier hat ihr F.G.R. wieder einmal eine seiner genial-einfachen Ideen: Wir brauchen die Tabak-Ersatzsteuer! Alle Erwachsenen, die sich in selbstsüchtiger Weise, sei es aus gesundheitlichen oder finanziellen Gründen, dem Staatsfinanzen tragenden Erwerb von Tabakwaren entziehen, hätten diese Abgabe zu entrichten. Die Abwicklung wäre denkbar einfach: Jeder Bürger erhält eine E-Card, diese muss am Monatsanfang mit einem Mindestbetrag von z.B. 150 Euro geladen werden. Tabakkäufe werden von der Karte abgebucht, allfällige Guthaben am Monatsende direkt an das Finanzamt überwiesen. Personen, die aus staatsdienlichen Gründen Zigaretten kaufen, jedoch nicht konsumieren, erhalten bei Rückgabe am Monatsende Belobigungen und Prämien (ein angemessener Entsorgungsbeitrag müsste allerdings verrechnet werden). Auch der Schmuggel würde im Übrigen stark eingedämmt, da er erst bei Verbräuchen über 150 Euro sinnvoll wäre.
Wieder einmal also einer der genialen Einfälle Ihres FGR, der sich nur wundert, dass ihm diese gerade beim Bier und beim G´spritzten im Gastgarten so akkurat einschießen!
09/05 Sommertheater
Gestern versuchte ich ihn noch einmal aus der Erinnerung hervorzuholen, wo war er denn nur, wann war er, dieser Sommer 2005? Aber wie soll man sich denn an etwas erinnern, das kaum stattgefunden hat, ein Sommer, in dem die Badehose zumeist von der Regenjacke zum Statistendasein verurteilt wurde. Überhaupt, der Regen. Er brachte, neben vielen Anderen, auch die zahlreichen Veranstalter von Freiluftveranstaltungen zur Verzweiflung, immer wieder musste verlegt, verschoben, oder gar abgesagt werden.
Dabei gab es heuer für die Freilufttheater ohnehin starke und unerwartete Konkurrenz. So zum Beispiel durch das Bundesrat-Theater, dessen Akteure sich in einer Art Stegreif-Komödie gegenseitig Regieanweisungen gaben. Oder das burgenländische Bank-Theater, in dem man Gogols Komödie „Der Revisor“ darbot. Der „Steirische Herbst“ wird auch nach dem Tod seines Schöpfers Wolfgang Bauer sehr ambitioniert weitergeführt, mit Grillparzers „Weh dem, der lügt“ steht typisch österreichisches auf dem Programm. Sehr große Medienpräsenz erreichte aber auch das deutsche Wahlkampf-Theater. Shakespeares „Wie es euch gefällt“ war angesagt, lediglich der bayrische Komödienstadel legte sich quer und spielte „Maß für Maß“. Auf der Brüsseler EU-Bühne schließlich gelangte, des großen Erfolges wegen bereits zum achten mal, Schillers Drama „Die Räuber“ zur Aufführung, eine Prolongierung mindestens bis zum Jahr 2020 ist geplant!
Aber dass diese großen Häuser erfolgreich sind, ist ja kein Wunder, verfügen sie doch über die besten und modernsten Einrichtungen, die tüchtigsten Manager und natürlich über die mit Abstand am höchsten bezahlten Darsteller, meint Ihr, manchmal fast ein wenig neidischer F.G.R.
10/05 Schlicht und einfach
Ich muss Ihnen heute ein paar Geständnisse machen. Erstens: Ich bin ein Patriot. Ich mag unser Österreich. Zweitens: Bei der Bundeshymne kommen mir immer wieder die Tränen – besonders wenn ich eine andere höre und an unsere denke. Ja, ich sage es hier, auch auf die Gefahr hin, als Landesverräter und Nestbeschmutzer verurteilt zu werden: Mir gefällt unsere Bundeshymne nicht besonders. Die Melodie ist von einer künstlichen, aufgesetzt wirkenden Feierlichkeit, die einfach nicht ans Herz rührt. Wenn ich da etwa an die ungarische Hymne denke, mit ihrer beinahe sakralen Innigkeit, oder an den sehnsuchtsvollen Pathos der tschechischen, (ja, fast schon kitschig, ich weiß, aber ich liebe gut gemachten Kitsch), wenn ich die finnische, schweizerische oder italienische höre, fällt es mir einfach schwer, auf unsere Bundeshymne stolz zu sein. Oft frage ich mich, ob das wirklich die musikalische Visitenkarte der Heimat eines Mozart, Haydn, Schubert und mehrerer Strauß´ sein soll?
Der Text scheint mir dabei gar nicht so wichtig. Natürlich sollte, müsste er die Leistungen der großen Söhne UND Töchter würdigen. Natürlich ist er aufgeblasen, verherrlichend, aber ohne sie zu kennen, bin ich überzeugt, dass die Texte aller Nationalhymnen so sind.
Eine Ausnahme kenne ich allerdings. Berührend einfache Worte, geschrieben in der Sprache seiner Heimat, dem „Hoamatland“, von Franz Stelzhamer. Kongenial vertont von Hans Schnopfhagen, ist unsere oberösterreichische Landeshymne der Beweis, das es keinesfalls das Große, Mächtige, Prächtige sein muss, das uns zu Herzen geht. Unsere Landeshymne ist schlicht und einfach schön, meint Ihr, sich manchmal dabei verstohlen die Augen wischender F.G.R
11/05 Angst
Nachdenklich betrachte ich den toten Vogel in meinen Händen. Wie alt mag er gewesen sein? Ob er wohl krank war? Kam er allein ums Leben, oder in einem Massensterben? Erlitt er einen schnellen, schmerzlosen Tod, oder kam er qualvoll um? Wie lange ist er schon tot? Was soll ich mit ihm machen? Dumme Frage – ich salze und würze das Henderl und brate es knusprig braun!
Ja, die Vogelgrippe spukt zur Zeit vielen Menschen in den Köpfen herum. Pandemie, ein bisher weithin unbekanntes Wort, ist fast jedem geläufig und wer sich intellektuell aus der Masse abheben will spricht gar von Influenza A/H5N1. Pandemie – das klingt aber auch ein wenig nach Panik. Tatsächlich scheint mir das Einsperren unseres frei lebenden Geflügels als übertrieben und wenig zielführend. Aber die Fachleute werden das sicher besser wissen. Schutz und Vorsorge sind natürlich wichtig (und ein wenig Angst vor der Vogelgrippe gewiss sehr gut für die Pharmakonzerne). Dass es aber für die Tiere nicht gut und gesund sein kann, tagein, tagaus in finsteren, engen Ställen zusammengepfercht zu leben, traue ich mir auch als Laie zu behaupten.
Mitte Dezember soll jedoch die Quarantäne für Huhn, Gans, Truthahn und Co. wieder aufgehoben werden. Gerade rechtzeitig also, um aus den dunklen Ställen direkt in die Schlachthöfe zu wandern und die Kühlvitrinen der Kaufhäuser für das Weihnachtsgeschäft zu füllen. Wenig rosige Aussichten für unser Geflügel, meint Ihr, heuer allerdings noch zwischen Weihnachtsgansl und Karpfen schwankender F.G.R.
12/05 Wiederholung
Ich bin eigentlich kein Freund von Wiederholungen. Da aber kürzlich zum wiederholten Male darüber nachgedacht wurde, ob man den 8. Dezember als Feiertag nicht abschaffen und auf den Karfreitag verlegen sollte, möchte ich heute ausnahmsweise eine von mir bereits vor sieben Jahren präsentierte Idee wiederholen.
Schon damals regte ich nämlich an, den Feiertag vom 8. Dezember auf einen anderen Termin zu verlegen, allerdings nicht auf den Karfreitag. Ein Blick auf den Kalender zeigt ja vom 7. Jänner bis Ostern ein riesiges, rund drei Monate währendes Feiertags-Vakuum, in dessen Mitte sich der Faschingsdienstag als Fest des Frohsinns und der Heiterkeit zum Tausch geradezu anbietet.
Da es aber auch im Mai und Anfang Juni zahlreiche Feiertage gibt, wäre es durchaus vorstellbar, den 1. Mai vom Tag der Arbeit wieder zum schlichten Arbeitstag werden zu lassen und diesen Feiertag auf den Aschermittwoch zu verlegen. Aus langjähriger Erfahrung weiß ich, daß gerade den Aschermittwoch viele Menschen als Tag der Ruhe und Erholung sehr schätzen. So wäre dieser Tausch eine, wie ich glaube, wirklich gute und im Sinne des Proporzes zwischen geistlichen und weltlichen Feiertagen fast schon ein wenig geniale Idee. Vielleicht steht man ihr heute aufgeschlossener gegenüber als ihm Jahr 1998, schließlich ist inzwischen ein neues Jahrtausend angebrochen. Teilen Sie mir Ihre Meinung doch einfach mit, spätestens bis zum 1. April nächsten Jahres,
meint Ihr, sich mit den besten Weihnachts- und Neujahrwünschen für heuer verabschiedender F.G.R.
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2004
02/2004 Das Letzte
Ist das der letzte Schrei der Wahlkampftaktik? Man schröpft die Bürger, vornehmlich die Bedürftigsten, auf das schamloseste und stattet ihnen dann knapp vor einer Wahl den „Verlust“ großzügig zurück!
Vom Kärtner Landeshauptmann ist man blitzschnelle Hüftschüsse ja gewohnt und niemand überrascht es, wenn er in die Rolle eines Robin Hood der Pensionisten schlüpft. Gleich nach der Ankündigung Jörg Haiders, den Senioren in Kärnten etwaige Einkommensverluste zu ersetzen, meldete sich aber auch sein Salzburger Amtskollege Franz Schausberger mit dem gleichen Ansinnen zu Wort. Welch ein Zufall, dass in beiden Ländern Wahlen vor der Tür stehen!
Interessant sind jedenfalls die Stellungnahmen der beiden Landeschefs, wo man diese „sofort und unbürokratisch“ zu verteilenden Gelder hernehmen will. Nun, in Kärnten sprach Haider etwas nebulos von Mitteln aus dem Seniorenreferat – sollten dort tatsächlich noch Reserven aus früheren „Steuerraubzügen“ liegen? Sein Salzburger Kollege verwies hingegen ebenso kryptisch wie genial einfach auf „Umschichtungen“ in den Ressorts!
Na Prima, man nimmt halt irgend wem Anderen was weg, die merkens eh vor der Wahl nicht mehr! Oder man nimmts überhaupt den Pensionisten wieder weg, nach der Wahl, Hauptsache man sitzt weiter fest im Sattel, oder zumindest so einigermassen, meint Ihr, diesen Wahlkampfgag zwar nicht für den letzten Schrei, aber mit Sicherheit für das Letzte haltender F.G.R.
03/2004 Visionär
Da haben wir unserem westlichen Nachbarn einmal wirklich etwas voraus. Während die Deutschen mit einem futuristischen Konzept für die LKW-Autobahnmaut ins Desaster schlitterten, funktioniert unser System seit Jahresbeginn relativ problemlos.
Vielleicht funktioniert es sogar zu gut, denn immer mehr Laster scheinen sich ihren Weg auf gut ausgebauten Bundesstraßen zu suchen und die teuer gewordenen Autobahnen zu vermeiden. Genervte Anrainer und Autofahrer z. B. auch auf unserer B3 können dies schon bestätigen!
Die kilometerbezogene Autobahnmaut stellt für Transportunternehmen natürlich eine schwere finanzielle Belastung dar und dass sie versuchen, diese möglichst gering zu halten, kann man ihnen schwer verdenken. Die gestiegenen Kosten völlig auf die Preise aufzuschlagen ist wegen des harten Konkurrenzkampfes in der Branche oft gar nicht möglich.
Dennoch bekommen wir Konsumenten die Folgen des Road Pricing schon zu Spüren. Der Teuerungsschub, gerade bei Artikeln des täglichen Bedarfs, ist unübersehbar, und wahrscheinlich auch unaufhaltsam.
Unter diesem Aspekt ist die Äußerung der Jung-Parlamentarierin Silvia Fuhrmann, um 10 Euro könne man sich eh nur 3 Wurstsemmerln beim B. leisten ja geradezu als visionär zu bezeichnen, meint Ihr, dem Sarkasmus manchmal nicht abgeneigter F.G.R.
04/2004 Keine Chance
„Stiehl ein Schaf und sie hängen dich, stiehl eine ganze Herde, und sie verhandeln mit dir!“ Dieses arabische Sprichwort kam mir anlässlich der Steueramnstie unseres Finanzministers in den Sinn. Mit einer „Abschlagszahlung“ von 40 Prozent können sich in den letzten Jahren säumig gewordene Steuerpflichtige wieder „reinwaschen“.
Die Überlegung, dass man damit wenigstens einen Teil von ansonsten verlorenen Steuerbeträgen erhält, hat natürlich etwas für sich. Dass sich aber die ehrlichen und ihre Steuern zwar schweren Herzens aber korrekt abführenden Bürger gefoppt fühlen, kann man ihnen kaum verdenken. Und wenn K.H. Grasser verspricht, dass dies eine einmalige Aktion sei, so kann sich das höchstens auf seine Amtszeit als Finanzminister beziehen, die aber wohl auch nicht ewig dauern wird. Zu befürchten ist jedenfalls, dass die negativen Auswirkungen auf die Steuermoral langfristig gesehen das kurzfristige Einnahmenplus weit übersteigen.
Ohnehin keine Auswirkungen hat die ganze Diskussion auf die große Mehrheit der unselbständig Erwerbstätigen. Ihnen wird die Steuer ja Monat für Monat vom Lohn oder Gehalt heruntergerissen, sodass die Chance ein „Steuerschuld-Guthaben“ zu erwirtschaften, das man dann quasi mit 40 Prozent tilgen könnte, praktisch bei Null liegt. Und wo man so einfach abkassieren kann, dort zieht man auch die Schrauben am kräftigsten an, meint Ihr, manchmal tatsächlich die Faust im Hosensack ballender F.G.R.
05/2004 Klüger
Auch wenn man(n) es bisher nicht wahrhaben wollte, eine amerikanische Studie hat nun eindeutig bewiesen: Frauen sind klüger als Männer! Sie sind lerneifriger, konzentrierter begreifen schneller und wissen daher mehr als die „Herren der Schöpfung“!
Für Ihren F.G.R. freilich war das Ergebnis dieser Studie keine Überraschung mehr, seit er sich kürzlich in den Kreis der Kandidaten der „Millionenshow“ gewagt hatte. Hier dokumentierte sich eindrucksvoll die Überlegenheit weiblicher Intelligenz, als bei drei aufgezeichneten Sendungen nur zwei Männer aber sechs Frauen und den Sprung auf den heissbegehrten Stuhl vis à vis vom Assinger schafften!
Ja, Frauen sind eben konzentrierter, geschickter und partizipieren schneller, man muss es einfach eingestehen! Da hilft es auch nicht viel, dass die Gewinnsumme der beiden Männer praktisch gleich hoch war wie die der sechs Damen, denn insgesamt steht es an Millionengewinnen schließlich auch schon 3:1 für die kluge Weiblichkeit!
Frauen sind gescheiter als Männer, da gibt es nichts zu rütteln und uns Männern bleibt als einziger Lichtblick, dass wir unseren Obersten Österreicher weiterhin mit „Herr Bundespräsident“ ansprechen dürfen, meint Ihr, sich letztlich an jeden Strohalm klammernder F.G.R.
06/2004 Wie einst
Römerspiele in Enns, Ritterfest auf Burg Klam, Hexentreyben in Rechberg, mittelalterliches Leben in Mauthausen – Nostalgiespektakel sind der Kultur-Renner dieses Sommers. Tatsächlich scheint das Interesse der Menschen daran, wie es früher zuging, immer größer zu werden. Realitätsnahe Alltagsszenen in authentischen Kostümen, interessante Schaustücke, aber auch wilde Gladiatorenkämpfe oder gespenstische Hexenverbrennungen ziehen jung und alt in Bann. Mit dazu passenden kulinarischen Köstlichkeiten und entsprechenden Getränken werden dem Publikum die Sommer-kulturellen Zeitreisen zusätzlich schmackhaft gemacht.
Manche eine(r) wird sich dabei vielleicht fragen, ob denn heute wirklich so viel anders ist, als etwa im „finsteren“ Mittelalter. Die schockierenden Bilder der US-Folterer im Irak oder die grausamen Steinigungen von Frauen in Afrika lassen da Zweifel aufkommen. Und wenn man Angesichts des gerade geführten EU-Wahlkampfes in Österreich von Zuständen „wie im Alten Rom“ spricht, ist das fast schon eine Beleidigung für die antiken Senatoren, obwohl deren Rhetorik manchmal ja auch ganz schön deftig war,meint Ihr F.G.R.
PS: Beim sicher interessanten Mittelalter-Spektakel dieses Wochenende in Mauthausen werden Sie auch wieder einmal Ihren guten alten F.G.R. lebend (leif) hören und sehen können. Hingehen lohnt sich also – aber nicht nur deswegen!
07/ 2004 Regen
Regnen soll es schon, sagen die Bauern, aber am besten nur nachts, damit wir bei Tag besser arbeiten können. Regnen soll es, wenn es denn schon sein muss, unter der Woche, sagen die Arbeiter, damit man am Wochenende baden gehen und abends Grillpartys veranstalten kann. Regnen kann es im Winter, sagt der Manager der Feriendörfer im Seengebiet und regnen kann es im Sommer, meint sein Pendant in der alpinen Schi-Spaß-Gaudi-Schaukel-Region. Regnen kann es zu Hause sagt das Fernreisebüro und regnen soll es überhaupt wo anders, oder wenn es mir nichts ausmacht, sagen die meisten.
Ja, der Regen ist das beherrschende Thema dieses, bisher fast nur kalendarisch feststellbaren Sommers. Aber das Wetter ist halt kein Wunschkonzert, das man per Postkarte oder heutzutage eben SMS oder e-mail beim Petrus bestellen kann. Nicht einmal der aller-allerbeste überdrüber Telefon-Mobil-Handynetzbetreiber kann da etwas ausrichten, glaube ich.
Von der Klimaerwärmung war im Übrigen in den diversen, mehr oder weniger kleinformatigen, Tages- und Wochenblättern heuer noch nicht viel zu lesen, möglicherweise wird sie vorübergehend von einer nahenden Eiszeit abgelöst. Aber vielleicht hat sich, wenn Sie diese Zeitung in Händen halten, ja schon alles geändert und sie liegen im herrlichsten Sonnenschein am Badesee, wer weiss,
meint Ihr, unerschütterlich an das Gute und Schöne im Wetter glaubender
F.G.R.
09/2004 Endlich Zeit
Der (zwar spät, aber immerhin doch noch eingetroffene) Sommer ist vorbei, es wird herbstlich. Was uns der Herbst bringen wird kann ich natürlich nicht sagen, aber was er nicht bringt weiss ich schon, nämlich – Wahlen! Nach dem nervenaufreibenden Frühjahr mit Bundespräsidenten-, Eu-, Arbeiterkammer- und diversen Landtagswahlen steht uns ein in dieser Hinsicht ziemlich ereignisloser Herbst bevor.
Endlich also einmal Zeit für unsere Politiker, sich ohne Rücksicht auf Wahlkampftaktik den brennendsten Problemen des Landes wie etwa Homo-Ehen, Rechtschreibreform oder EU- Erweiterung (als ob wir darauf wirklich Einfluss hätten) zuzuwenden! Endlich einmal Klarheit in die brisante Frage der K. H. Grasser-Homepage bringen und endlich einmal Zeit, um vielleicht doch noch irgendwo das eine oder andere Zipfelchen eines Gegengeschäftes im unseligen Abfangjäger-Deal zu ergattern. Und endlich Zeit, um in diversen Ausschüssen und Gremien neue Steuern zu erfinden, damit die sich immer erschreckender auftuenden Budgetlöcher gestopft werden können.
Wahrlich viele und große Aufgaben, welche auf die Regierungsmitglieder hier warten. Hoffentlich wird die koalitionäre Eintracht dadurch nicht zu arg strapaziert, sodass man uns vielleicht in diesem Herbst doch noch einmal ausserplanmäßig zu den Urnen rufen muss, meint Ihr, den Teufel freilich nicht an die Wand malen wollender F.G.R.
10/2004 Bewusstseinsbildung
Wie hunderttausenden von Bürgern flatterte auch mir dieser Tage ein Brieflein von der Krankenkasse ins Haus. Aufgelistet waren darin die von mir im vergangenen Jahr verursachten Kosten für die Krankenversicherung. Arztbesuche, Medikamente, ein hübsches Sümmchen ist im Lauf der Monate zusammengekommen, muss ich eingestehen. Dies scheint auch der Sinn der Angelegenheit zu sein, den Versicherten sollen, zur Bewusstseinsbildung gewissermaßen, die Aufwände der Kassen verdeutlicht werden.
Das Schreiben hinterließ freilich einen etwas zwiespältigen Eindruck bei mir. Die Aufstellung schien mir keinesfalls vollständig zu sein, einige Posten, mit denen ich die GKK noch belastet hatte, waren nicht angeführt, was zaghaft aufkommende Schuldgefühle sogar noch verstärkte.
Andererseits begann sich bei mir aber ein gewisser innerer Widerstand zu regen. Schließlich berappe auch ich, vom mehrfach mehrfachbesteuerten Kraftstoff bis hin zur KEST ein wahrhaft breites Spektrum von Abgaben. Kurz erwog ich deshalb sogar, auch einmal ein Schreiben an die Regierung richten, mit einer Auflistung aller meiner Leistungen im Verlauf eines Jahres, zur Bewusstseinsbildung gewissermaßen. Angesichts der völligen Nutzlosigkeit des Unterfangens war mir der dafür nötige Aufwand allerdings viel zu hoch – im Gegensatz zu den Krankenkassen, die in diesem Fall weder Kosten noch Mühen scheuten, meint Ihr,
hier deutliches Einsparungspotential ortender F.G.R.
11/2004 Weitblick
Ein Blick auf den Kalender 2005 zeigt es an: Nach einem extrem kurzen Fasching
steht uns bereits zum letzten Wochenende im März Ostern ins Haus!
Grund genug für Ihren F.G.R., einmal auf Shopping Tour zu gehen um sich mit einschlägigen Artikeln und Geschenken zu versorgen. In den Kaufhäusern und Supermärkten scheint jedoch das Thema Ostern noch nicht von brennender Aktualität zu sein. Wie schon seit zweieinhalb Monaten rekeln sich in den Regalen Schokoladenikoläuse und Krampusse, Christstollen, Lebkuchen und Früchtebrot stapeln sich unter bombastischen weihnachtlichen Dekorationen, „Merry Christmas“ und „Stille Nacht“ wehen durch die weiten Hallen. Von Osterhasen, bunten Eiern oder goldgelb gebackenen Biskuitlämmchen keine Spur!
Also, das verstehe ich aber nun wirklich nicht. Da jammert der Handel tagein, tagaus über schlechte Umsätze und dann fehlt es ihm offensichtlich an Weitblick und Flexibilität, sich auf das ja praktisch schon vor der Tür wartende Ostergeschäft einzustellen! Weihnachten hat man doch, Hand aufs Herz, schon irgendwie abgehakt, man ist gesättigt, nächsten September kommt es ja eh wieder, oder vielleicht Ende August…
meint ihr, von zuckerbestreuten Osterkipfeln träumender und demnächst die Sommerreifen montierender F.G.R.
12/2004 Rekord
Dem Jubiläum entsprechend in pompöser Goldaufmachung liegt nun die bereits fünfzigste Ausgabe des „Guiness Buch der Rekorde” vor. Seit 1955 gibt es dieses Sammelwerk der Höchst- und „Tiefstleistungen“, des Grössten, Kleinsten, Längsten, Kürzesten, Stärksten, Schnellsten, des Ersten und des Letzten.
Natürlich wird es im Lauf der Jahre immer schwieriger, neben den alten „festgemauerten“ Rekorden etwa aus Geografie oder Geschichte ständig neue zu finden und so nehmen auch die so genannten „Fun-Rekorde“ und kuriose Spitzenleistungen aus allen Lebensbereichen einen breiten Raum ein. Man erfährt etwa vom weitesten Flug eines Champagnerkorkens, vom weltgrössten Knoblauchfest, vom längsten Unterwasserküssen (sicher nicht nach dem Knoblauchfest!) oder dem Weltrekord im Rückwärts-Bowling.
Einen Rekord vermisse ich allerdings, obwohl er wahrlich unübertreffbar scheint: Das älteste Kind der Welt! Unsinn, meinen Sie, ein Kind wird doch erwachsenen und ist dann kein Kind mehr. Nun das Kind, von dem ich spreche, feiert in einigen Tagen Geburtstag. Vor (ungefähr) 2004 Jahren wurde es in Bethlehem als Hoffnung für eine bessere, friedliche und glückliche Welt geboren, aber wie vor zwei Jahrtausenden liegt es immer noch klein und schwach in seiner Krippe, es ist niemals gewachsen! Warum das so ist – ja, darüber könnte man wohl lange diskutieren und schreiben, meint Ihr, dennoch schöne und frohe Weihnachten, sowie einen „guten Rutsch“ ins neue Jahr wünschender F.G.R.
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2003
02/2003 Zweifel
Einen Bruch des linken Unterschenkels zog sich der 52-jährige Pensionist N.N. zu, als er mit seinem Rennrad auf dem Donauradweg bei L. mit einem Fußgänger zusammenstieß.
Als ich vor einigen Jahren diese kurze Zeitungsmeldung las, geriet ich erstmals ins Grübeln und Zweifeln an unserem Pensionssystem und dessen Finanzierbarkeit. Nun, heute wissen wir trotz immer wieder (vor Wahlen) abgegebener Pensionsgarantien, dass es so definitiv nicht weitergehen kann, es muss etwas geschehen!
Das Patentrezept der Regierung heisst, länger arbeiten, also länger Leistungen erbringen und später welche in Anspruch nehmen. Bis fünfundsechzig oder siebzig hackeln und dann tot umfallen wäre somit gewissermaßen der Idealfall.
Einen Ausweg aus der Misere versprechen die verschiedensten Altersvorsorge-Modelle der Versicherungen und Banken. Hier blüht das Geschäft und sogar der Staat schüttet Prämien dafür aus. Woher eigentlich, etwa aus Überschüssen in den Pensionsfonds…? Und wer garantiert uns überhaupt die Sicherheit der diversen Zusatzpensionen? Die Geldinstitute, Versicherungen? Oder etwa der Staat, jener Staat, der seine eigenen Pensionsgarantien nicht zu halten im Stande ist, fragt sich Ihr, auch weiterhin von Zweifeln geplagter F.G.R
03/2003 “Wegtoan”
Mit der Straussenfarm der Familie Langeder in Perg hat die Region eine neue Attraktion für Ausflügler und Gourmets. Eigentlich schade, dass diesen zutraulichen Tieren ein unprosaisches Ende im Schlachthof bevorsteht. Aber was vor allem von Stadtmenschen heutzutage als hart und grausam empfunden wird, ist für den Landwirt nüchterner Broterwerb. Die Tiere werden geboren, herangezogen und wenn eines das entsprechende Alter und Gewicht erreicht hat, ist es eben so weit, man kann es “wegtoan”, wie man zuweilen immer noch zu sagen pflegt.
Auch Herr Leo Steinbichler, Bundesrat aus Aurach, ist Landwirt. So ist ihm dieses im Kreislauf von Kommen und Gehen unabdingbare “Wegtoan” natürlich nicht fremd. Dass er es aber auf im Tierheim leidende Kreaturen bezieht, lässt einen kaltschnäuzigen Zynismus erkennen, der gerade bei einem Volksvertreter nicht zu billigen ist. Was lästig und unangenehm ist und keinen Nutzen, sondern nur Kosten verursacht, wird beseitigt, “wegtaun”! So einfach ist das, zack, bumm, Spritze, aus! Man mag gar nicht daran denken, wohin solche Gedankenwelten führen könnten, in letzter Konsequenz…
Konsequenterweise müssten sich Herrn Steinbichlers Parteikollegen bei dessen Gesinnung Gedanken machen, ob er in seinen politischen Ämtern noch tragbar ist, oder ob sie ihn daraus nicht besser entfernen (“wegtoan”) sollten,
meint Ihr, dies mit vielleicht etwas ungewohnter Schärfe feststellender F.G.R.
04/2003 Insel der Seeligen
Oberösterreich scheint fast schon so etwas wie eine Insel der Seeligen zu sein – zumindest was die Arbeitslosen betrifft. Während die Zahl der Jobsuchenden mit Ausnahme von Wien in allen Bundesländern anstieg, ist sie bei uns letztes Jahr um 3,3 Prozent gesunken.
Grund genug also für viele, sich selbstgefällig auf die Schulter zu klopfen. Gerade im Hinblick auf die kommenden Landtagswahlen kommen derart positive Zahlen natürlich sehr gelegen und man ist in allen Lagern bestrebt, den eigenen Anteil daran möglichst groß herauszuheben.
Bleibt also nur zu hoffen, dass der Wahlkampf den Beteiligten nicht zu viel Energie kostet und der Aufwärtstrend auch nach dem Urnengang anhält. Ihr F.G.R., sonst eher der Garde der kritischen Zweifler zuzuordnen, hat in dieser Hinsicht jedoch keine Bedenken. Schließlich haben wir ja jetzt zwei Landesheilige, die über unser Wohlergehen wachen. Mit Leopold und Florian als Schutzpatrone braucht uns um die Zukunft Oberösterreichs wahrlich nicht Bange zu sein,
meint Ihr, zumindest in dieser Hinsicht völlig sorgenfreier
F.G.R.
05/2003 Giganten
Wieder einmal wird über die Verlängerung der Ladenschlusszeiten nachgedacht.
Und das, obwohl (oder gerade weil) die bisherigen Liberalisierungen nichts gebracht haben. Im Gegenteil, der Handel musste letztes Jahr sogar Umsatzeinbußen hinnehmen. Woher sollte auch die Kaufkraft im Zeichen stagnierender Wirtschaftsdaten kommen? Und dass man jetzt einer der bisher potentesten Käuferschichten, nämlich den Pensionisten, einschneidende Kürzungen auferlegt, wird die Lage auch nicht verbessern.
Vehemente Befürworter, vor allem von Sonntags-Öffnungszeiten, sind natürlich die großen Handelsriesen und Einkaufszentren. Shopping am Sonn- oder Feiertag soll zum Freizeitspaß für die ganze Familie werden, mit Unterhaltung, Imbiss, Mittagessen, Frisör, Kinderspielplatz und, und, und, und… .
Existenzbedrohend sind solche Konzepte mit Sicherheit für die lokalen Geschäfte, Dienstleistungs- und Gastronomiebetriebe. Schon jetzt muss im Schnitt jeden Tag ein Geschäft im Land zusperren. Da klingt es fast wie Hohn, wenn sich die Supermärkte und Einkaufszentren als große Job-Schaffer feiern lassen. Und dass den Giganten auch noch die nötige Infrastruktur von öffentlicher Hand geschaffen wird, ist eigentlich fast schon pervers. Aber einige Große tun sich eben leichter als viele Kleine, es gelingt ihnen immer wieder, die Kommunen gegeneinander auszuspielen, meint Ihr, darob alles andere als glücklicher F.G.R.
06/2003 Gefahren
Sommer, Sonne, Badefreuden – wir stehen im Zenith der Ferien. Manche haben die „schönsten Wochen des Jahres“ schon hinter sich, viele genießen sie gerade, andere befinden sich noch im Stadium der Vorfreude auf den heiss ersehnten Urlaub. Einmal richtig entspannen, verreisen, aus dem Alltag aussteigen und ungestört seinen Hobbys frönen – herrlich!
Leider fallen immer wieder schwarze Schatten auf diese Idyllen von Freiheit und Muße. Die Unfallmeldungen in den Tageszeitungen sprechen eine deutliche Sprache: Urlaub ist gefährlich! Besonders betroffen, oder makaber ausgedrückt, im Wettstreit um den Platz an der Spitze der Unfallstatistik scheinen Motorradfahrer und Bergfreunde zu sein. Aber auch Badegäste, Radfahrer, Häuslbauer und Heimwerker sind in diesen Zeiten stark gefährdet.
Dabei ist es zumeist gar nicht die Raserei, die Jagd nach dem extremen „Kick“, welche zu Unfällen führt. Leichtsinn und Unaufmerksamkeit, ein übersehener glitschiger Stein am Bergweg, der vergessene Seitenständer beim Motorrad oder eine schlecht fixierte Leiter führen viel öfter zur Katastrofe.
Darum, liebe Leser, vergessen Sie nicht: Ferien sind schön, Urlaub ist herrlich, aber Gefahren kennen keinen Urlaub und Unglücke machen keine Ferien! Bleiben Sie also auch in Ihren „Schönsten Wochen“ wachsam, meint Ihr, bisher gottlob nur von zeitweiligen Computerabstürzen betroffener F.G.R.
07/2003 Scherze
Hand aufs Herz: Wer hat nicht in seiner Kindheit oder Jugend dumme Scherze getrieben, wie etwa an einer fremden Wohnung anzuläuten und dann flugs um die nächste Ecke zu verschwinden. Eine Riesengaudi war das, obwohl, oder vielleicht auch gerade weil es uns die “Alten” verboten hatten.
Nun sieht man schon seit einiger Zeit im Fernsehen zwei junge Damen, die sich auf einem Badetuch rekeln und denen offensichtlich fad ist. Unter Kichern und Lachen suchen Sie also Namen, die ihnen abstrus oder erheiternd scheinen aus dem Telefonbuch, rufen diese Teilnehmer an und machen sich über sie lustig.
So weit, so schlecht, Ähnliches haben böse Buben und Mädels schon immer gemacht und in Büchern oder Filmen wurden derartige Streiche schon unzählige Male beschrieben oder gezeigt. Was Ihren F.G.R. jedoch auf die Palme bringt: Es handelt sich in diesem Fall um die Werbeeinschaltung einer Telefongesellschaft! Man animiert junge Leute zwecks Anhebung von Umsatz und Marktanteilen dazu, Mitmenschen wahllos zu ärgern, zu verhöhnen und sogar zu beleidigen, weil es ach sooo günstig ist! Das ist nicht nur Anstiftung zum Unfug, sondern gröbster Unfug an sich. Und dass solcherart “Werbung” auch noch von der Steuer abgesetzt werden kann, müsste einigen Leuten eigentlich die Schamröte ins Gesicht treiben, meint Ihr, zum Glück einen ganz “normalen” Namen tragender F.G.R.
09/2003Wahlen
Wenn wir wollten, liebe Leser, könnten wir diese Ausgabe des „Marktspiegel“ vollständig mit Berichten von Spatenstichfeiern, Baubeginnen, Eröffnungen, feierlichen Übergaben und Inbetriebnahmen füllen. Der Grund für diese allerorts merkbaren Hyperaktivitäten liegt auf der Hand: Es stehen Wahlen vor der Tür. Welch wunderbare Einrichtung, meint Ihr ja immer das Positive suchender F.G.R., so geht wenigstens etwas weiter im Land.
Auch vom leidigen Thema Ladenschlusszeiten gibt es Neues zu berichten. Immer mehr gerät nun der einkaufsfreie Sonntag unter Druck. Die von der Bundeshauptstadt ausgehenden Bestrebungen werden aber von den Ländern unterschiedlich aufgenommen. Während beispielsweise Niederösterreichs Landeshauptmann Pröll schon seine Zustimmung signalisiert hat, steht Oberösterreichs Pühringer den Plänen ablehnend gegenüber. Was mag wohl der Grund für diese divergierenden Standpunkte der beiden Amts- und Parteikollegen sein? Auch Ihr F.G.R. weiß es nicht genau, aber Tatsache ist doch, dass Pühringer vor Landtagswahlen steht, während sein NÖ- Pendant erst im Vorjahr mit Glanz und Gloria aus diesen hervorgegangen ist…
Wie auch immer, die kommende Lösung muss eine gemeinsame sein, oder können Sie sich vorstellen, dass man künftig in St. Valentin, Ennsdorf oder Amstetten sonntags shoppen geht, während man in Mauthausen, Enns oder Steyr vor geschlossenen Rollbalken steht, meint Ihr, den Realitäten wie immer fest ins Auge blickender F.G.R.
10/2003 Einen Jux…
Da machen sich also ein paar junge Leute in St. Oswald bei Freistadt einen Jux, gründen eine „Partei für Fortschritt, Liebe und Genuss” und „PFLUG`s“ sind sie schon mit zwei Sitzen im Gemeinderat vertreten. Damit können die Neo-Politiker nun im immerhin das berühmte „Zünglein an der Waage“ spielen.
Naturgemäß nicht erfreut zeigten sich darüber die Vertreter der beiden Großparteien. (Gemeinde)politik sollte kein Spielfeld für Studentenscherze sein, meinten sie sinngemäß und damit haben sie natürlich Recht. Immerhin hatte diese „Juxpartei“ unter anderem den Bau einer Brauerei in St. Oswald im Wahlprogramm, was zwar wenig realitätsnah, aber für manchen durstigen St. Oswalder wohl doch stimmausschlaggebend war.
Die etablierten Parteien dürfen sich jedoch nicht beklagen. Schließlich ist der Erfolg der „Liebes-und Genusspartei“ ja auch ein Barometer für die Unzufriedenheit und Politikverdrossenheit der Bürger. Und wenn diese das Gefühl haben, dass „die da oben“ ohnehin tun was sie wollen, können sie auch mit noch so hektischen Aktivitäten vor den Wahlen nicht gewonnen werden.
Angesichts des Erfolges der jungen Mühlviertler plane übrigens auch ich nun für den nächsten Urnengang die Gründung einer „Partei Für Urgeile Ideen!“ und wenn Sie darauf jetzt „PFUI!“ sagen, haben sie genau ins Schwarze getroffen, meint Ihr, auf Zulauf aus allen Lagern hoffender F.G.R.
11/2003 Schauspieler
Noch einmal Wahlen, diesmal aber nicht in Österreich, sondern im fernen Kalifornien. Wer hätte jemals gedacht, dass uns Alpenländler eine Politikerkür in den Vereinigten Staaten so in den Bann ziehen könnte? Aber ein bisschen stolz können wir natürlich auf „unseren Steirerbuam“, der es im Land der Schauspieler und des Films so weit gebracht hat, schon sein.
Schauspieler genießen in den USA ja ein weit höheres Ansehen als bei uns und der Umstieg in die Politik ist dort keine Seltenheit. Da kann es schon vorkommen, dass ein mittelmäßiger Cowboy-Darsteller den Sprung vom Pferderücken auf den Präsidentenstuhl im Weissen Haus schafft. Ob Arnold Schwarzenegger als Gouverneur von Kalifornien eine ebenso gute Figur wie als „Terminator“ macht, wird die Zukunft weisen.
In unseren Landen sind solche Karrieresprünge ja fast undenkbar. Andererseits kann man aber auch unseren Politikern schauspielerisches Talent nicht absprechen. Die letzten Regierungsverhandlungen (bei Bund und Land) belegen dies wohl eindeutig. Und manchmal frage ich mich sogar, ob der Schauspieler Schwarzenegger der bessere Politiker, oder nicht doch unsere Politiker die besseren Schauspieler sind,
meint Ihr, beide Seiten wie immer sorgfältig abwägender F.G.R.
12/2003 Begründungen
Kennen Sie den Unterschied zwischen einem Lehrer und einem Eisenbahner? Nun, die Einen dürfen schon, und die Anderen dürfen erst – mit 56 in Pension gehen!
Kein besonders guter Witz, ich weiß, aber irgendwie doch treffend und bezeichnend für den Zustand unserer Gesetzgebung, den man beinahe schon konzeptlos nennen möchte. (ASVG-Versicherte werden in Zukunft zwischen schon oder erst ab 65 natürlich freie Wahl haben!)
Aber auch an kleineren Nebenfronten der Gesetzgebung tun sich sonderbare Dinge. Da wird etwa einem Auto-Tuner die Bewilligung erteilt, seine Fahrzeuge auf unseren Autobahnen mit bis zu 200 Kmh zu bewegen, zu Testzwecken. Alsbald nach Bekanntwerden dieser Sondergenehmigung hob die OÖ. Landesregierung den Bescheid wieder auf. Nun hat jedoch der Verwaltungsgerichtshof entschieden, dass diese Aufhebung „mangels fehlender Begründung“ nicht Rechtens gewesen sei.
Hier fragt sich nun Ihr F.G.R., was denn die Begründung für die Ursprüngliche Bewilligung gewesen sein mag? Schließlich gibt es weder bei uns noch im (fast) gesamten Europa Straßen, auf denen auch nur annähernd so schnell gefahren werden darf! Und wenn es in Deutschland, der letzten Insel der „Seeligen Raser“ erlaubt ist, dann sollen die Tuner halt dort testen, bei uns ist einfach keine Begründung dafür zu finden, meint Ihr
Ihnen ein frohes Fest und einen guten Rutsch ins neue Jahr wünschender F.G.R.
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2002
02/2002 Der Wechsel
Schnell, schmerzlos und eigentlich recht unspektakulär ging der Wechsel vom Schilling zum Euro für die meisten Österreicher über die Bühne. Nachdem man sich von den letzten “Alpendollars”, vielleicht mit etwas nostalgischer Wehmut, getrennt hatte, gab es an den Bankschaltern und Geldausgabeautomaten ohnehin nur mehr die neue Währung und man musste sich wohl oder übel mit ihr anfreunden.
Grundsätzlich kann man auch nicht behaupten, dass mit dem Euro-Umstieg die Preise nennenswert gestiegen wären. Wenn man sich in den Kaufhäusern umsieht, müsste man sogar das Gegenteil annehmen. Preisgesenkt von 27,90 auf 27,87!, oder von 9,70 auf 9,69!, so oder ähnlich jauchzt es in Klammern immer wieder hinter der Euro Preisauszeichnung. Da läppert sich ja auch ein bisschen was zusammen!
Ernüchternd fällt freilich zur Zeit ein Besuch in den Gemüseabteilungen der diversen Filialketten-Märkte auf. Preisanstiege von 100% und mehr im Vergleich zu den Vorjahren lassen den Vitaminhungrigen Salatgenießer erblassen. Ein exorbitanter Wintereinbruch in Südeuropa soll der Grund dafür sein, hört man. Angesichts der enormen Einkaufsmöglichkeiten der wenigen verbliebenen Filialriesen regen sich bei Ihrem F.G.R. da allerdings leichte Zweifel. Der Verdacht, dass sie sich hier zumindest einen Teil der natürlich vorhandenen Kosten des Euro-Umstiegs zurückholen, nagt in mir. Schilling hin, Euro her, hier wird der Konsument wieder einmal kräftig über den Tisch gezogen,
meint Ihr, sich zur Zeit vorwiegend von Gefrierkost und Gewürzgurkerln ernährender F.G.R.
03/2002 Dramatische Zahlen
Die Olympischen Winterspiele 2002 sind Geschichte. Ihre Geschichte scheint aber noch nicht zu Ende, die Nachbeben zum leidigen Thema Doping erschüttern immer noch die Sportwelt. Mancher umjubelte Star hat noch einige bange Tage vor sich, ehe er sich seiner Medaille wirklich sicher sein kann. Der Griff zu unerlaubten Mitteln scheint wirklich schon Gang und Gäbe zu sein aber trotz aller Erfolge hinken die Aufdecker den Tätern zumeist einen Schritt hinterher.
Für Österreich viel alarmierender als die Verfehlungen der im medialen Rampenlicht stehenden “Übermenschen” ist freilich der Suchtgiftbericht 2001. In Oberösterreich stiegen die Anzeigen von Drogendelikten um 42 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Menge des beschlagnahmten Kokains hat sich vervierfacht, Ecstasy-Pillen stiegen um über 50 Prozent! Das dramatische an diesen Zahlen: Die Süchtigen werden immer jünger, jeder fünfte ist bereits unter 19 Jahren! Dass man um ein Drittel mehr Dealer erwischt hat, ist zwar gut, aber wahrscheinlich ist auch deren Anzahl den Umsatzmengen entsprechend gestiegen. Wie ihre olympischen Kollegen hinken auch die heimischen Ermittler den Verbrechern zumeist einen Schritt hinterher.
Besonders stark breiten sich die Drogendealer übrigens im ländlichen Raum aus und dass gerade dort immer mehr Gendarmerieposten geschlossen werden, macht ihnen die Sache auch nicht gerade schwerer,
meint Ihr, seine Stirn sorgenvoll in Falten ziehender F.G.R.
04/2002 Einsatzbereitschaft
Das letzte Hochwasser hat es wieder gezeigt: Auf unsere Freiwilligen Feuerwehren ist Verlass! Was die Floriani-Jünger in selbstloser Weise für die Allgemeinheit leisten, verdient uneingeschränkten Dank und Bewunderung.
Dank und schöne Worte reichen aber natürlich nicht aus, um die ständige Einsatzbereitschaft zu sichern, dafür ist vor allem auch Geld nötig. Neben den diversen Sammlungen tragen immer mehr die jährlichen Zelt- Stadel- Burg- oder Waldfeste zum finanziellen Überleben der Feuerwehren bei. Mit Unmut beobachtet wurde die Entwicklung natürlich von der traditionellen Gastronomie, die in den Sommermonaten erhebliche Umsatzeinbußen auf Grund der vielen Feste ortete. Aus diesem Grund haben sich nun die Gemeinden im Bezirk Perg entschlossen, die Sperrstunde bei derartigen Veranstaltungen auf 2 Uhr früh vorzuverlegen.
Ob es den Einen etwas bringt, oder den Anderen schadet, möchte ich hier einmal dahingestellt lassen, Bedenken kommen mir aber in anderer Richtung. Viele, vor allem jüngere Besucher, kommen erst nach 22 Uhr zum Zeltfest. Um 2 Uhr haben sie zwar getrunken, fühlen sich aber möglicherweise durchaus noch in der Lage, mit dem eigenen Auto ein anderes Lokal aufzusuchen. Wenn dann der Frust, nichts mehr zum Trinken bekommen zu haben, vielleicht einen etwas aggressiveren Umgang mit dem Gaspedal bewirkt, könnten die Folgen fatal sein, und die beherzten Feuerwehrleute zwingen, Einsatzbereitschaft zu demonstrieren, wie sie es am allerwenigsten wollen: mit Brechscheren und Schneidbrennern… meint Ihr, die Angelegenheit vielleicht etwas zu pessimistisch
beurteilender FG.R.
05/2002 Schwere Entscheidung
Am 12. Mai ist also wieder Muttertag. Die lieben Kleinen werden wieder brav ihrer Mami gratulieren, mit Blumen und schönen Gedichtchen, wie es sich gehört. Und die schon etwas größeren Lieben kommen mit dem Wagen angerauscht, um Muttchen zum Mittagessen auszuführen, oder sie bringen am Nachmittag wunderschöne Geschenke, wie`s halt so Sitte ist.
Doch halt, ein dunkler Schatten schiebt sich heuer über so manche eingeplante Familienidylle. Heuer, liebe Mütter, stehen vor allem eure Söhne und Schwiegersöhne vor einer schweren Entscheidung: Mutter oder Motor! Der Österreich – Grand Prix steht am zweiten Sonntag im Mai auf dem Formel 1 Programm, so hat es der allmächtige Mister Barni Ekkelstein beschlossen. Und den Heim–Grand Prix muss man sehen, wenn schon nicht im Original auf dem A1-Ring, so doch im Fernsehen. Wobei man da als zusätzlichen Unterhaltungswert auch noch den Kommentar von Heinz Prüller dabei hat!
Die Mütter werden die auf sie zukommenden Entschuldigungen, Ausflüchte und Verspätungen mit heiterer Gelassenheit hinnehmen. Sie wissen, dass ihnen Mister Ekkelstein nicht wirklich die Liebe ihrer Kinder rauben kann, denn die haben sie ja schließlich das ganze Jahr über,
meint Ihr, dies zumindest stark hoffender F.G.R.
06/2002 EU – Zwänge
„Pecunia non olet”, Geld stinkt nicht, soll schon der römische Kaiser Vespasian gesagt haben, als er zur Sanierung der maroden Staatskasse eine „Urinsteuer“ einführte.
Ebenfalls keinerlei Bedenken in dieser Richtung haben unsere heutigen Regierungen mit dem sonst bei allen Gelegenheiten verteufelten „Blauen Dunst“. Zur Auffettung des chronisch leeren Staatssäckels waren die viel geschmähten Raucher noch jedem Finanz – Sozial – oder was immer auch – Minister hoch willkommen.
Ihren inzwischen zum „beinahefastschon“ Nichtraucher mutierten F. lässt dieses Thema eigentlich ziemlich kalt. Bemerkenswert ist aber in jedem Fall die Begründung für die jüngste Erhöhung der Tabaksteuer: Ein EU Gesetz aus dem Jahre 1992 zwinge die Regierung, so zu handeln. Und dass dies auch von Sozialminister Haupt so dargelegt wird, löst bei mir doch einiges Erstaunen aus, ist es doch gerade seine Partei, die sonst immer wieder gegen die Einflussnahme aus Brüssel auf unsere Gesetzgebung zu Felde zieht!
Wenn der Zweck erlaubt ist, sind auch die Mittel erlaubt, dieser Ausspruch stammt ebenfalls von den Alten Römern, und daran hat sich bis heute wenig geändert,
meint Ihr , die Angelegenheit vom philosophischen Standpunkt aus betrachtender F.G.R.
07/2002 Selber Schuld?
Der Himmel hatte seine Schleusen geöffnet, unglaubliche Wassermassen stürzten zur Erde nieder. Am Hang neben dem Haus formte sich aus Lehm, Erde und Wasser eine schlammige Mure, die erst auf der Bundesstraße zum Stillstand kam.
Das Unwetter, von dem ich erzähle, war nicht jenes vom 13. Juli, das im Bezirk Perg so schwere Verwüstungen anrichtete. Es ereignete sich irgendwann Ende der Fünfziger Jahre, Ihr F.G.R. ging noch zur Volksschule. Es fällt mir aber wieder ein, weil schon zwei Tage später wieder irgendwo zu lesen war, dass „wir“ daran schließlich selbst schuld wären.
Warum, so frage ich mich, immer wieder diese „Selbstgeißelungen“? Lokale Unwetterkatastrophen hat es schließlich schon immer gegeben. Es gab allerdings früher kein Fernsehen, in dem man jeden Tag von einem anderen Fleck der Erde über derartige Ereignisse informiert wurde. Man wusste einfach weniger!
Der Eigenheimbesitzer, dessen Keller überflutet und verschlammt ist, oder der Unternehmer, dem die Arbeitsräume verwüstet wurden, so dass er um seine Existenz bangen muss, wird in den am sicheren und kommoden Schreibtisch entstandenen „wir sind selber Schuld“ Geschichten ohnehin weder Trost noch Hilfe finden.
Letztere kam dafür, einmal mehr von den selbstlosen Helfern der freiwilligen Feuerwehren. Schon mehrmals in dieser Kolumne ausgesprochen, kann man nur immer wieder fragen:
Was täten wir ohne unsere Feuerwehren
meint Ihr, hiezu auch keine Antwort wissender F.G.R.
09/2002 Spaßfaktor
Die Hochwasserkatastrophe in Österreich hat eine Welle der Hilfsbereitschaft hervorgerufen. Eine ganz besonders originelle Idee hatten die ob ihrer lockeren Sprüche und munteren Scherze allseits bekannten Moderatoren des Ö3-Weckers: Sie riefen zur “Expedition Großglockner” auf!
Ziel dieser spektakulären Aktion war es, möglichst viele Menschen zum Erklimmen der Großglockner-Hochalpenstraße zu bewegen, mit Muskelkraft natürlich. Immerhin gingen ja für jeden Teilnehmer, der die strapaziöse Strecke bis zum Hochtor schaffte, 100 Euro als Spende an die Hochwasseropfer. Der Erfolg war überwältigend: Rund 11600 Teilnehmer erliefen und erstrampelten (vom Sponsor aufgerundete) 1,2 Millionen Euro.
Die Suche nach eben diesem Sponsor scheinen sich die Ö3-Mannen freilich nicht all zu schwer gemacht zu haben. Für die Österreichische Nationalbank, quasi unser aller Hausbank, sollte diese Summe wohl nur ein Klacks und zu helfen ohnehin Pflicht sein.
Im Übrigen frage ich mich, warum fast 12000 Menschen in den Steilkehren der Glocknerstraße ihre Kräfte verpufften, wo man doch in den Katastrophengebieten für jede helfende Hand dankbar wäre. Aber dort wäre wohl der Spaßfaktor nicht so groß gewesen und natürlich die Puplicity-Wirkung für die Herren Raithofer, Jäger und Co., meint Ihr, nun hoffentlich nicht in den Ruf eines ewigen Nörglers geratener, F.G.R.
10/2002 Das Märchenland
Oft schon hat man davon gehört, aber niemand konnte bisher wirklich sagen, wo es liegt, jenes märchenhafte Land, wo Milch und Honig fließen. Ihrem F.G.R. ist es nun jedoch endlich gelungen, dieses Geheimnis zu lüften.
Das Land, wo Milch und Honig fließen zieht, ständig unsteten Aufenthalts, durch die Welt, ohne jedoch irgendwo lange zu verweilen. Verbürgten Berichten nach soll es sich zuletzt in der Bundesrepublik Deutschland aufgehalten, diese jedoch am 23. September fluchtartig verlassen haben. Seine Reise war aber offenbar nur eine kurze, denn allen Anzeichen nach hat es sich jetzt bei uns niedergelassen.
Herrliche Zeiten sind nun angebrochen in unserem Land. Die Löhne und Einkommen steigen, die Steuern sinken, die Wirtschaft erlebt einen ungeahnten Höhenflug, Straßen, Schulen, Seniorenheime und Krankenhäuser werden gebaut. Die arg strapazierte Umwelt wird geheilt, für den Nichtankauf von 300 Abfangjägern erhalten wir die doppelte Menge an Kompensationsgeschäften und die vom Milch- und Honigland verbürgte ewige Neutralität.
Wahrlich, herrliche Zeiten, aber seien Sie versichert, liebe Leser, am 25. November wird uns das Land, wo Milch und Honig fließen ebenso abrupt verlassen, wie zwei Monate zuvor unsere westlichen Nachbarn. Doch Hand aufs Herz, wer steht denn noch auf Milch und Honig in Zeiten von Coca Cola und Big Mäk, meint Ihr, den Realitäten stets gefasst ins Auge blickender F.G.R.
11/2002 Abfällig bemerkt
Also, irgendwie ist es ja grotesk: Da mühen wir uns tagtäglich (mehr oder weniger) ab, keinen unnötigen Müll zu produzieren, sortieren, trennen, schlichten und freuen uns vielleicht auch ein bisschen, wenn unsere Bemühungen Erfolg zeigen. Und dann erklärt uns der Chef der AVE (Abfall-Verwertung-Entsorgung-GesmbH) Oberösterreich, dass sich “im Abfallgeschäft momentan null verdienen lässt”!
Potztausend, was machen wir denn da jetzt schon wieder falsch? Müssen wir unseren täglichen Ausstoß an leeren Jogurtbechern, Milchpackerln, Einwegflaschen und dergleichen drastisch erhöhen, um den Fortbestand dieses Unternehmens nicht zu gefährden? Immerhin geht es um das Schicksal von rund 500 Beschäftigten, das kann uns doch nicht unberührt lassen!
Machen wir uns doch nichts vor. Falls wir unseren Müllgeiz nicht ablegen, wird der AVE nichts anderes übrig bleiben, als zum altbewährten Mittel der Preiserhöhung zu greifen. Und je mehr wir sparen, umso teurer wird es uns kommen, denn die Gesetze der (Abfall)Marktwirtschaft sind einfach, wenn auch nicht immer leicht zu durchschauen, meint Ihr, sich bereits nach Weihnachtsgeschenken mit den aufwändigsten und unnötigsten Verpackungen umsehender F.G.R.
12/2002 Bescherung
Genau einen Monat vor Weihnachten durften wir unsere, bereits fürsorglich vorgedruckten, Wunschzettel in die Wahlurnen werfen. Seither wissen wir zwar im Grunde das Ergebnis, die eigentliche Bescherung werden wir allerdings kaum bis zum Heiligen Abend erhalten. Die etwas unter Leistungsmangel leidenden roten Renner, der in Folge Überspannung implodierte blaue Blitz und erst recht die grüne Schnauferlbahn machen der über alle hinweggedonnerten schwarzen Lokomotive die Partnersuche nicht leicht.
Ein im Wahlkampf überraschend vernachlässigtes Thema geriet jedoch bereits kurz nach dem Urnengang wieder aufs Tablett. Bundespräsident Klestil bekräftigte die Beistandspflicht Österreichs im Falle eines Angriffs auf ein EU-Land, was natürlich mit der “immer währenden” Neutralität unvereinbar ist.
Natürlich wäre es naiv zu glauben, die Neutralität schütze auf immer und ewig gegen Kriege. Dennoch frage ich mich, warum man so versessen darauf ist, sie abzuschaffen. Riskieren wir damit nicht, dass unsere Jugend auf Befehl irgend eines Generals in Brüssel in ein – gerade in der erweiterten EU gar nicht so unmögliches – Kriegsgebiet geschickt wird? Wirtschaftliche Gründe dürften hier eigentlich nicht ausschlaggebend sein und dass man derart weit tragende Entscheidungen trifft, um besser am internationalen Waffenmarkt teilhaben zu können, wagt man nicht einmal zu denken, meint Ihr, dennoch friedvolle Weihnachten wünschender F.G.R.
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2001
02/2001 Doping
Schneller, höher, weiter, stärker, so lautet die olympische Maxime im Leistungssport. Und weil die Rekorde schon schwindelerregende Höhen erreichen, wird auch geschwindelt um sie immer noch überbieten zu können. Doping im Spitzensport scheint heute eine unleugbare Tatsache zu sein. Natürlich kann man nicht die Sportler alleine schuldig sprechen. Sie sind getriebene, Ehrgeiz, Leistungsdruck, rekordgeile Massenmedien, und mediengeile Sponsoren drehen die Spirale unerbittlich nach oben, und wer mithalten will, muss nach dem Motto “friss oder stirb” mitmachen.
Schneller, größer, schwerer, besser? , dieses Motto scheint auch in der Tierfabrikation, welch scheussliches Wort, Einzug gehalten zu haben. Wenn man von Tiermehl im Rinderfutter, mit Anabolika und Arzneimitteln gemästeten Schweine oder ähnlichem hört, kann einem schon die Stelze oder das Gulasch im Hals stecken bleiben. Der enorme Preis- und Konkurrenzdruck zwingt (oder verleitet) aber manche Fleischproduzenten zu unerlaubten Mitteln. Doch während sich der Sportler beim Doping “nur” selbst schädigt und seine Konkurrenten betrügt, erreicht das “Tierdoping” ganz andere Dimensionen. Hier muss man fast schon von Vergiftung von Lebensmitteln mit unabsehbaren Folgen für die Volksgesundheit sprechen. Und da muss schnellstens etwas geschehen, ich will mich in Zukunft ja nicht nur von Möhren und Kartoffeln ernähren, noch dazu, wenn diese möglicherweise genmanipuliert sind,
meint ihr
in dieser Hinsicht von Albträumen geplagter F.G.R.
03/2001 Träume
Es ist fast schon ein Phänomen: Während unsere Landwirte klagen, dass die Erlöse für ihr Fleisch ins Bodenlose fallen, ziehen die Preise in den Kaufhäusern und Supermärkten kräftig an. Natürlich wird überall nur erstklassige, hundertprozentig “saubere”, unbedenkliche Qualität geboten und schöne Ursprungszertifikate zieren die Verpackungen. Da stellt man sich vielleicht die bange Frage, was man uns denn vor BSE-Krise und Schweineskandal in die Kühlvitrinen gelegt hat? Na, wird schon nicht so schlimm gewesen sein, mag mancher sagen, Kontrollen hat es schließlich auch früher schon gegeben.
Umgekehrt könnte man sich aber dann auch fragen, ob denn jetzt überhaupt anderes Fleisch und andere Wurst in den Regalen liegt, als noch vor einigen Wochen. Es ist ja nicht anzunehmen, dass die Bauern in dieser kurzen Zeit eine völlig neue Schweine- und Rindergeneration herangemästet haben. (Wenn doch, hätten wir wohl das nächste biologische Problem). Warum also der deutliche Preisanstieg? Der Verdacht, dass die großen Handelsketten aus der für zahllose Bauern existenzbedrohenden “Fleischkatastrophe” einträglichen Profit machen wollen, ist sicher nicht ganz abwegig. Ich selbst würde freilich so etwas nie annehmen, aber ich warte ja beispielsweise auch immer noch darauf, dass das Bier und der G´spritzte in den Wirtshäusern billiger werden, wo doch die Getränkesteuer dafür längst weggefallen ist, meint Ihr, hin und wieder als hoffnungsloser Träumer bezeichneter F.G.R.
04/2001 Law and Order
Von zwei Türstehern brutal niedergeschlagen wurde nach eigenen Angaben ein junger Mann in einer Mauthausner Disco. Ohne hier auf nähere Details eingehen zu wollen frage ich mich: Warum immer wieder diese Zwischenfälle mit den “Securities” in den großen Tanzschuppen?
Sicher, Jugendliche, und die stellen nun einmal den Löwenanteil der Besucher in den Discos, benehmen sich nicht immer wie sanfte Waisenkinder, schon gar nicht, wenn Alkohol im Spiel ist. Da mag es schon angebracht sein, “harmlose” Besucher vor Belästigungen zu schützen. Die Frage ist lediglich nach dem “Wie”? Und es geht wohl nicht an, dass die unbeugsamen Wächter von Law and Order ein -sicherlich flegelhaftes und verwerfliches – “Anstänkern” mit brutaler körperlicher Gewalt beantworten.
Natürlich gibt es in solchen Fällen im Nachhinein immer wieder Dementis, es wird beschwichtigt und beschönigt, von beiden Seiten im Übrigen, keiner hat wirklich etwas gemacht, aber deutlich sichtbare Verletzungen lassen sich einfach nicht wegdiskutieren. Und ein Toter bei einem ähnlichen Zwischenfall in einer Diskothek in Mönchdorf ist mit Sicherheit schon einer zuviel,
meint Ihr, schon aus diesem Grund derartige Lokalitäten zumeist meidender F.G.R.
05/2001 Zum Muttertag
Eigentlich gibt es ja nicht mehr viel zu sagen über den Muttertag. Seine Tradition ist zwar relativ kurz (noch nicht einmal 100 Jahre), aber dennoch lange genug, um ihn zu einem kommerziellen Ereignis ersten Ranges werden zu lassen.
Mütter hingegen haben eine lange Tradition und ein Tag, sie speziell in den Vordergrund zu rücken, ist daher gewiss eine gute Sache. Eine Sache, die es wohl wert ist, auf der ganzen Welt und von jeder Familie in der ihr eigenen Kultur gefeiert zu werden, auch wenn sie in Amerika erfunden worden ist.
Und wenn es den Muttertag nun auch schon fast 100 Jahre gibt, so müsste man ihn eigentlich doch jeden Tag neu erfinden
meint Ihr, den pathetischen Worten ansonsten eher abgeneigter F.G.R.
06/2001 Schöne Aussichten
In einem halben Jahr ist der Euro gesetzliches Zahlungsmittel. Dem guten alten Schilling bleiben dann noch zwei Monate Gnadenfrist, in denen er gleichberechtigt ‘neben der neuen Währung einherwandeln darf, ab 1. März 2002 hat er endgültig ausgedient.
Herrn und Frau Österreicher berührt dies, wie einschlägige Umfrageergebnisse zeigen, derzeit noch nicht sonderlich, was soll man sicb auch groß aufregender kommt ja sowieso.
Auch allzu große Befürchtungen, dass mit der Einführung des Euro nächstes Jahr vieles teurer werden würde, sind weitgehend unbegründet. Am l. Oktober beginnt nämlich die gesetzlich vorgeschriebene Preisauszeichnung in Schilling und Euro und ab diesem Zeitpunkt sind Erhöhungen nicht mehr erlaubt.
Kein Wunder also, dass die Preiskorrekturen (nach oben) schon jetzt stattfinden. Indu-strie und Handel suchen geschickt ihre Chance, dem auf den Jänner 2001 fixierten Konsumenten bereits ein halbes Jahr vorher zu überraschen und aus der Umstellung Kapital zu schlagen. Es soll sogar Beratungsbüros geben, welche Unternehmen nur zwecks Erzielung von Gewinnen aus der Euro-Einführung unterstützen. Schöne Aussichten, aber immerhin, ein paar Arbeitsplätze bringt es auch wieder,….
meint Ihr letztlich immer wieder das positive suchender F.G.R.
07/2001 Denkanstoß
Eine Aufsehen erregende Idee äusserte Sozialminister Haupt noch kurz vor der Sommerpause im Parlament: Die Krankenschein- und Rezeptgebühren sollten ersatzlos abgeschafft werden. Kleingroschenbeträge nannte er diese und sinngemäß, der Verwaltungsaufwand dafür würde den Großteil wieder auffressen.
Nun, das Ende der Krankenscheingebühr in ihrer derzeitigen Form ist mit der für 2003 vorgesehenen Einführung der Chipkarte tatsächlich vorprogrammiert, wenn auch kaum ersatzlos, immerhin bringt sie jährlich rund 650 Millionen Schilling.. Und was die Beseitigung der Rezeptgebühr betrifft, hat sich der Sozialminister die Zahlen vorher wohl nicht so genau durch den Kopf gehen lassen. Denn 3,7 Milliarden Schilling sind für die finanziell ja auch nicht allzu gesund dastehenden Krankenkassen ein praktisch unverzichtbarer Brocken, Verwaltungsaufwand hin oder her.
Von Partei- und Regierungsfreunden offenbar intensiv in die Schule genommen, folgte prompt schon am nächsten Tag der (stark abschwächende) Rückzieher. Lediglich kleine Gruppen, etwa Dialysepatienten oder Organtransplantierte, sollten (warum auch nicht) von den Gebühren befreit werden. Na also, alles in Butter, ein Sturm im Wasserglas, sonst nichts!
Immer wieder aufkommende Zweifel an der Kompetenz mancher Regierungsmitglieder hat Sozialminister Haupt damit freilich nicht unbedingt aus dem Weg geräumt!
Ihrem F.G.R. hat er freilich einen interessanten Denkanstoß geliefert. Ich werde meinem Stammwirt den Vorschlag unterbreiten, in Hinkunft auf das Kassieren meiner Zeche zu verzichten. Der enorme Verwaltungsaufwand hiefür steht ja wirklich in keiner Relation zu den dafür erwirtschafteten Kleingroschenbeträgen,
meint Ihr für gelegentliche “Schnaps”- Ideen berühmter und sich hiermit in die Sommerpause verabschiedender F.G.R.
09/2001 Sauregurkenzeit
“Sauregurkenzeit” nennt man in Journalistenkreisen die an spektakulären Ereignissen und dramatischen Höhepunkten zumeist arme Sommerzeit. Das Ungeheuer von “Loch Ness” oder Ähnliches muss dann zumeist als Lückenbüßer in die Bresche springen. Heuer blieb “Nessie” jedoch ziemlich ungestört. Die Schreckens- und Horrornachrichten der letzten Wochen, boten den Medien ein allzu reiches Betätigungsfeld.
Kriegszustand auf dem Balkan und im Nahen Osten und Temelin beunruhigt nach wenig erfolgreichen Reparaturversuchen mehr denn je. Eine Reihe von schrecklichen Unfällen in Straßentunnels beherrschte die Schlagzeilen und in Oberösterreich gab es eine Serie von Bränden in chemischen Betrieben.
Aufsehen erregte der tragische Tod der Jugendlichen Sandra und Dominic in Perg, insbesonders, als er sich später als gemeiner und gefühlloser Mord herausstellte. In Salzburg rottete ein junger Mann binnen weniger Minuten eine Familie aus und dass schließlich auch noch unser “Herminator” bei einem Motorradunfall schwer verletzt wurde, ist fast schon als Lappalie zu bezeichnen.
Verkehrsunfälle, Genua- Demonstranten, Postskandale und vieles mehr lieferten Schlagzeilen, leider durchwegs negative. Und wenn Sie mich jetzt fragen ob es eigentlich auch Positives zu berichten gäbe – aber ja, natürlich, da war doch…da war doch…na, wird mir schon einfallen, vielleicht bis zu unserer nächsten Ausgabe,
meint Ihr, sich in eine intensive Nachdenkphase zurückziehender F.G.R.
10/2001Das Unfassbare
Nostradamus ist wieder in aller Munde. Als findige Menschen in seinen Voraussagen prompt einen Bezug zu dem grauenhaften Geschehen in New York entdeckten, waren die Nostradamus-Regale in den Buchhandlungen binnen weniger Tage leergefegt.
Im Sog des großen Meisters aus dem 16. Jahrhundert machten natürlich auch die zeitgenössischen Ver-treterInnen der Sparten Spiritismus, Okkultismus, Esoterik u. ä. mobil. Kaum ein Medium, in dem nicht irgend ein(e) geniale(r) Wahrsager(in) irgendwelche vor geraumer Zeit erstellte Vorhersagen dem Ereignis entsprechend interpretierte.
Ihr F.G.R. freilich fragt sich, warum diese “Seher” immer erst im Nachhinein draufkommen, dass sie das alles, mehr oder weniger genau, (es wird zu Spannungen zwischen dem Islam und der westlichen Welt kommen…) schon vorher prophezeit hatten. Ich vermisse einfach eine klare Formulierung wie: “Am Elften, oder meinetwegen, Anfang September 2001 werden zwei von Terroristen gekaperte Passagierflugzeuge in die beiden Türme des World Trade Center in New York gesteuert”. Solch eine klare Vorhersage würde meine Achtung vor den Propheten ins Unermessliche steigern.
Ob es etwas genützt hätte, ist eine andere Frage, weil das Unfassbare ohnehin niemand geglaubt hätte,
meint Ihr in dieser Hinsicht ziemlich illusionsloser F.G.R.
11/2001 Jubiläum
Mit dieser Ausgabe geht der M@rktspiegel nun schon in das vierte Jahr seines Bestehens. Und mit 40 Seiten ist er so umfangreich wie noch nie! Eigentlich wollten wir ja dieses kleine Jubiläum nutzen, um uns unserer ständig wachsenden Lesergemeinde einmal ausgiebig vorzustellen. Eine große Titelstory “drei Jahre Marktspiegel” war geplant, aber je näher der Redaktionsschluss rückte, umso weiter entfernten wir uns davon. Aktuelle Berichte, Veranstaltungshinweise, Reportagen, Fachkommentare und natürlich die für uns überlebenswichtigen Einschaltungen unserer Geschäftspartner ließen den Platz für einen Bericht in Eigener Sache gegen Null hin schrumpfen.
Schade, wir hätten uns gern einmal in größerem Rahmen präsentiert. Andererseits aber auch erfreulich, sehr erfreulich sogar, zeigt es doch, zu welcher Beliebtheit es der M@rktspiegel in den drei Jahren seines Bestehens sowohl bei den Lesern als auch bei den Inserenten gebracht hat. Und die Wünsche und Bedürfnisse unserer Kunden zufrieden zu stellen hat nun einmal unser erstes Anliegen zu sein, da muss “Selbstbeweihräucherung” einfach hintan stehen. Aber irgendwann werden wir es schon nachholen, das nächste Jubiläum kommt bestimmt,
meint Ihr in dieser Hinsicht absolut optimistischer F.G.R.
12/2001 Alles strahlt!
Frankreich hatte Anfang 2000 59! Atomkraftwerke in Betrieb, Großbritannien 35, Deutschland 19, Schweden 12, Spanien 9, Belgien 7, Finnland 4 und die Niederlande eines. Das sind in der gesamten EU 147 Bauwerke einer im wahrsten Sinne des Wortes „strahlenden” Technik! Und von dieser EU erwarten realitätsferne Menschen in Österreich allen Ernstes Unterstützung im Kampf gegen das AKW Temelin, oder wollen sie mit einem Veto gegen den Beitritt Tschechiens sogar unter Druck setzen!
Nicht, dass Sie glauben, Ihr EG.R. möchte für ein „Kuschen” gegenüber den „Großköpfen” in Brüssel eintreten, aber sie sind in diesem Fall schlichtweg der falsche Ansprechpartner. Sie können sich einen Bannstrahl gegen Temelin einfach nicht erlauben, denn natürlich gibt es auch in ihren eigenen Ländern eine sehr starke und nur mühsam unter Kontrolle gehaltene Kernkraftwerks-Gegnerschaft. Diese würde völlig zu Recht die Frage aufwerfen, wie die betreffenden Staaten denn im Ausland etwas verbieten könnten, was daheim wacker praktiziert wird.
Zu gewinnen, so schrieb Ihr F.G.R. schon in einer früheren Ausgabe, wäre der Kampf gegen Temelin ohnehin nicht von Österreich oder sonst wo her, sondern nur in Tschechien selbst. Dem ist bis heute nichts hinzuzufügen. Nur ein massives Wahlvotum könnte die „Betonköpfe” in Prag zur Einsicht bringen. Für eine entsprechende Meinungsbildung wäre freilich viel Aufklärung und Information in der tschechischen Bevölkerung vonnöten. Mit Drohungen und Druck von Aussen erreicht man höchstens das Gegenteil,
meint Ihr sich hiermit für dieses Jahr verabschiedender und zu Weihnachten nur strahlende Kinderaugen wünschender F.G.R.
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2000
02/2000 Apokalypsen
Jetzt ist das neue Jahr 2000 also auch schon wieder über ein Monat alt. Zeit vielleicht, um ein erstes Resümee zu ziehen, was es mit den diversen Weltuntergangsprophezeihungen auf sich hat. Nun, die große globale Apokalypse, so viel ist mit Sicherheit zu sagen, hat zum Jahreswechsel ebenso wenig stattgefunden wie nach der Sonnenfinsternis im August. Mutter Erde dreht sich unverdrossen weiter und bietet uns noch immer einigermaßen sicheren Halt unter den Füßen.
Nicht allen freilich, für einige Zeitgenossen begann ihr bisher so sicher scheinendes Weltgerüst im neuen Jahr bedenklich zu wanken und sogar einzustürzen. Die Gallionsfigur der deutschen Wiedervereinigung, Altbundeskanzler Helmut Kohl etwa, steht den schweren Korruptionsvorwürfen gegen ihn im wahrsten Sinne des Wortes sprachlos gegenüber und seine Partei lässt ihn wie die berühmte heisse Kartoffel fallen, um dem totalen Desaster zu entgehen. “Götterdämmerung” natürlich auch bei uns in Österreich. Nach fast dreissig Jahren sozialdemokratischer Regentschaft scheint ein Wechsel an der Spitze unabwendbar und bei manchem Genossen mag da tatsächlich so etwas wie Weltuntergangsstimmung aufkommen. Noch nicht ausgestanden ist auch, um im regionalen Bereich zu bleiben, für den einen oder anderen oberösterreichischen Politiker die Spitalsaffäre in Freistadt und das Zittern vor Nachbeben in dieser Angelegenheit hält immer noch an. Apokalyptische Gefühle mögen schließlich auch die bedauernswerten Einwohner von St. Georgen an der Gusen bei der Brandserie um die Jahreswende befallen haben, auch wenn sich der gefürchtete Feuerteufel letztendlich “nur” als zündelndes Bürschchen herausstellte.
Nostradamus, der große Weissager scheint mit der bildhaften Botschaft vom “himmlischen Schreckenskönig” auf den ersten Blick vielleicht Unrecht gehabt haben. Aber sicher hat er gewusst, dass sich die Menschen Himmel wie Hölle auf Erden immer selbst bereiten und für diejenigen, deren Welt untergegangen ist oder beträchtliche Risse bekommen hat, ist an seinen Prophezeiungen ja doch etwas daran. Weissagungen sind schließlich immer Auslegungssache,
meint Ihr im Jahr 2000 bisher gerade noch so davongekommener F.G.R.
03/2000 Schluss mit lustig!?
Erinnern Sie sich noch? Am 3. Oktober 1999 haben wir den neuen Nationalrat gewählt. Wie neu er werden würde war damals noch nicht vorhersehbar. Bei den Regierungsverhandlungen wurde dann sondiert, taktiert und fintiert, was das Zeug hielt und so zogen sie sich bis in den Februar hinein. Zur Spitzzüngigkeit neigende Menschen, wie ja auch Ihr F.G.R. hin und wieder einer ist, meinen freilich, dass die Bildung der neuen Regierung just im Fasching durchaus kein Zufall war.
Die närrische Zeit ist nun jedoch vorbei und die anstehenden Probleme, allen voran das Budgetloch, müssen in Angriff genommen werden. Und was da auf uns zukommt, lässt schon eine Ahnung aufkommen, dass nun wirklich Schluss mit lustig ist. Die Anhebung der Zigaretten- und Benzinpreise war ja schon immer ein privilegiertes Körberlgeld jedes neuen Finanzministers, doch Selbsbehalt bei Arztbesuchen, Pensionsreform, höhere Autobahnmaut und eine Vielzahl weiterer Belastungen werden den Geldbeutel des Durchschnittsbürgers spürbar erleichtern.
Eine für das Volk auf den ersten Blick angenehmere Geldquelle für den Finanzminister sind Privatisierungen und Einsparungen bei staatlichen Institutionen und Betrieben. Leider verringern aber Rationalisierungen und die Anpassung an betriebswirtschaftliche Erfordernisse zumeist den Leistungsumfang dieser Unternehmen und mancher bisher selbstverständlich scheinende Service fällt dem Rotstift zum Opfer. So sollen viele abgelegene Landbewohner in Zukunft ihre Post nicht mehr ins Haus zugestellt bekommen, sondern an bestimmten Sammelstellen abholen (Siehe auch den Bericht auf Seite ..). Die Einsparungen gehen also wieder auf Kosten des “Kleinen Mannes”, aber ehrlich gesagt, wen überrascht das wirklich, meint Ihr, sich in dieser Hinsicht auch keinen Illusionen hingebender F.G.R.
Big Brother 2000
“Big Brother” nannte George Orwell in seinem berühmten Roman “1984″ jenes zentrale Überwesen, das jede Bewegung, jeden Schritt und jedes Wort seiner Untertanen überwachte.
Millionen von Menschen, “Proles” genannt, wurden von einigen auserwählten, der “Partei”, beobachtetet.
“Big Brother” heisst ein deutsches TV- Spektakel, in dem sich einige Menschen in einem Wohn-Container zusammenpferchen und rund um die Uhr von Fernsehkameras beschatten lassen. Und Millionen von Zusehern können sich in die Rolle des “Großen Bruders” versetzen und die “auserwählten” von der Diele bis ins Badezimmer beobachteten. Eine paradoxe Umkehr der Gegebenheiten?
Orwell war in seinem Buch sicherlich von der totalitären stalinistischen Diktatur inspiriert und es gelang ihm in beklemmender Weise, die totale Macht des Systems über das Individuum zu demonstrieren. Glücklicherweise war er in seinen Visionen aber wohl doch zu pessimistisch, zum totalitären Überwachungsstaat dieses extremen Zuschnitts ist es bis zum Jahr 2000 noch nicht gekommen. Einer der Gründe dafür ist der von Orwell ziemlich ausser Acht gelassene Faktor Geld. Ihm ist es schließlich zu verdanken, dass eine Hand voll Menschen
ihr tägliches Leben einer breiten Öffentlichkeit zur Schau stellt, denn immerhin winkt dem letzten “Überlebenden” im Container eine runde Viertelmillion D-Mark. Und der sich als “Big Brother” fühlende Zuseher bemerkt gar nicht, dass die Einsamen in Ihrem Käfig nur als Köder der wirklich “großen Brüder” fungieren, welche heutzutage etwa “Media-, Konsumverhalten-, Einschaltqouten-, Kundenpotenzial- oder wie auch immer -erhebung heissen! Aber im Unterschied zu Orwells deprimierendem “Big Brother” von 1984 lässt uns der des Jahres 2000 wenigstens die Illusion der freien Entscheidung. Und das ist ja schliesslich auch noch etwas
meint Ihr in dieser Hinsicht vielleicht allzu sehr senibilisierter F.G.R.
04/2000 Brmm, brmm…
Samstag vormittags in der Warteschlange vor der Kasse eines Supermarktes. Ein anscheinend schon leicht ungeduldiger Papi mit Filius dreht ungeduldig an der Griffstange seines Einkaufswagens. Brmm, brmm, stösst er hervor und noch einmal: Brmm, brmm, während seine rechte Faust den imaginären Gasdrehgriff einer – mindestens – Tausender Honsuyasaki aufreisst. Der etwa vier- bis fünfjährige Knirps neben ihm stimmt begeistert mit ein. Brmm, brmm – das hilft zwar nicht, um in der Kolonne schneller voran zu kommen, aber eventuell aufkommende Aggressionsgefühle vermag man damit vielleicht doch abzubauen.
Eigentlich eine belanglose Geschichte, könnte man sagen, aber ich musste dabei unwillkürlich an die Horrorzahlen von Motorradunfällen denken, welche uns von der Gendarmerie kürzlich übermittelt wurden. Angesichts dieser Zahlen einerseits und des soeben Erlebten andererseits wurde ich nachdenklich. Wir Menschen des Jahres 2000 haben zwar die Motorisierung unseres Planeten in ungeahnte Höhen getrieben, in unserer Einstellung dazu scheinen wir aber irgendwo bei den Wagenrennen der römischen Gladiatoren stecken geblieben zu sein.
Nicht unerheblichen Anteil daran muss man leider den Massenmedien und der Werbung zusprechen. In einem deutschen TV-Automagazin vernahm ich kürzlich während eines vier Minuten langen Testberichts über einen Kleinwagen acht Mal den Begriff “sportlich” (Fahrweise, Sitzposition, Lenkung, etc.). Was bitte, soll das eigentlich heißen – sportlich? Macht sich denn wirklich niemand Gedanken darüber, dass man damit Legionen von verhindertem “Schumis” zum “Sport” auf unseren ohnehin total überlasteten Straßen animiert? Über Sicherheit im Verkehr wird sehr viel geredet (und auch getan), aber zumeist nur dort, wo man die Kraftfahrer zur Kasse bitten kann! Wenn es aber um Geschäft und Umsatzzahlen geht, weckt man ohne große Skrupel die in uns schlummernden Naturinstinkte nach stärker, schneller, größer oder eben nach brmm, brmm, meint Ihr in dieser Hinsicht etwas bedrückter F.G.R.
06/2000 Bacchusgenüsse
Das Gumpoldskirchen des unteren Mühlviertels wird Perg also am kommenden Samstag sein. Und ehrlich gesagt, die Aussicht auf Heurigen- und Buschenschankstimmung in der Bezirksstadt lässt das Herz Ihres, den Bacchusgenüssen auch nicht ganz abgeneigten F.G.R. schon heute höher schlagen. Schön, daß österreichische Winzer in solch einem Ambiente einmal ihre Produkte bei uns vorstellen können. Die Idee dazu stammt übrigens von Landesrat Franz Hiesl, der damit wieder einmal zeigt, dass ein Politiker Volksverbundenheit und Bürgernähe nicht unbedingt in bierdunstschwangeren Volksfestzelten demonstrieren muss.
Jedenfalls sollte diese für unsere Region nicht allwöchentliche Veranstaltung nicht nur ausgesprochene Liebhaber des Rebensaftes ansprechen, sondern alle, die an geselligem Beisammensein bei fröhlicher Stimmung und einem guten Tröpfchen Gefallen finden. Zu hoffen ist lediglich, daß sich auch Petrus an diesem Abend von seiner besten, in diesem Falle also trockenen Seite zeigt und so seinen Beitrag zu einem schönen Abend leistet. Und bestimmt haben die Weinbauern auch nichts dagegen, wenn man sich das eine oder andere Fläschchen mit nach Hause nimmt, denn “Veltliner, Traminer und an Muskateller,
haumd orndliche Leut a poar Flaschn in Keller”
meint Ihr in dieser Hinsicht ziemlich kompromissloser F.G.R.
07/2000 Gießkanne und Rasenmäher
Ist ja wirklich toll von unserem Finanzminister, dass er die “Reichen” und Besserverdienenden auffordert, freiwillig auf gewisse Sozialleistungen und Beihilfen zu verzichten. Tatsächlich gelingt es ja vielen nicht gerade einkommensschwachen Personen in unserem Land immer wieder, in den Genuss von Förderungen zu kommen, die eigentlich für Bedürftigere vorgesehen wären. Rechtlich völlig legal und den Auflagen entsprechend natürlich, gewisse Hintertürchen stehen versierten Beihilfenjägern ja immer offen.
Mit dem Anliegen, Fördermilliarden tatsächlich nur mehr jenen zukommen zu lassen, für die sie eigentlich gedacht sind, rennt der Finanzminister beim Durchschnittsbürger natürlich offene Türen ein. Wie schwer dieses Vorhaben jedoch zu verwirklichen ist, macht sein Appell an den guten Willen der Betroffenen deutlich. Etwas besseres ist K.H. Grasser offensichtlich noch nicht eingefallen. Eingedenk des schon beinahe legendären Kreisky-Ausspruchs, dass “sich niemand gerne etwas wegnehmen lässst”, kann man aber die Efolgsaussichten von “freiwillig verzichten” wohl mit kaum mehr als minimal ansetzen.
Die Frage ist, ob unser junger Säckelwart der Nation hier einfach zu blauäugig an die Sache heranging, oder nach dem Motto “bringt zwar nix, aber schaut gut aus”, populistische Augenauswischerei betrieb. Die wirkliche Lösung des Problems wird aber sicherlich nicht so einfach sein. Und was in den letzten Jahren nach dem Gießkannenprinzip großflächig verteilt wurde, kann er letztlich wohl nur nach dem Rasenmäherprinzip wieder zusammenscheren. Zu befürchten ist dabei freilich, dass gerade die aufstrebenden Triebe zusammengestutzt werden, während sich die langen und schweren Halme geschickt unter dem sausenden Messer hinwegducken,
meint ihr, zu diesem heiklen Thema vielleicht sogar psychologische Betreuung benötigender F.G.R.
09/2000 Ideenreichtum
Was hat Linz mit Sidney und Mauthausen gemeinsam? Nun, mit der Olympiastadt natürlich das großartige Opernhaus, das dort freilich schon seit zwanzig Jahren als weltberühmte Sehenswürdigkeit steht, während in Linz erst der Bau beabsichtigt und noch ziemlich ungewiss ist.. Sicher, der Vergleich hinkt allein schon wegen der Größenverhältnisse, und über die finanzielle Situation von Sidney in den Sechziger und Siebziger Jahren bin ich auch nicht informiert. Ziemlich sicher bin ich mir jedoch, dass heutzutage kaum noch jemand in Australien die Errichtung der Oper als Fehler bezeichnen wird.
Der schöne Donaumarkt Mauthausen hingegen erhält in Kürze eine neue Kirchenorgel. Die Gemeinsamkeit mit Linz besteht darin, dass sich in der Planungsphase ebenso wie beim geplanten Musiktheaterbau in der Landeshauptstadt Stimmen gegen diesen “unnötigen Luxus” erhoben. Dies konnte die Befürworter jedoch nicht bremsen und mit unglaublichem Eifer und Enthusiasmus gelang es ihnen, den für die relativ kleine Pfarre gewaltigen Plan zu realisieren. Und in einigen Jahrzehnten wird sicher niemand mehr über die hohen Kosten klagen, die Freude über die schöne Orgel jedoch wird bestehen.
Vielleicht kann das kleine Mauthausen hier sogar ein Vorbild für Linz sein. Der unglaubliche Elan und Ideenreichtum, den die “Orgelbauer” zur Finanzierung ihres Projektes aufbrachten, sollte für die “Opernbauer” beispielgebend sein. Sich nur auf die öffentliche Hand zu verlassen dürfte jedenfalls zu wenig sein und es ist zu erwarten, dass sich die ohnedies hart geprüften Steuerzahler hier verweigern und das zu Recht meint Ihr in dieser Hinsicht emotional ziemlich hin- und hergerissener F: G. R.
11/2000 Temelin und kein Ende
Ungeachtet der vielen Proteste aus Österreich wurden im AKW Temelin kürzlich die Brennstäbe gezündet. Der aufopfernde Kampf gegen die “strahlende Zukunft” scheint verloren. Dabei kann man den engagierten Atomkraftgegnern (vor allem denen aus dem Mühlviertel) gewiss nicht den Vorwurf mangelnder Aktivität machen. Seit vielen Jahren laufen sie Sturm gegen die Bedrohung aus dem Norden. Unterstützung, etwa auf Landesebene kam nur zögerlich zu Stande, vom Bund so gut wie nicht. Erst am Höhepunkt der Protestwelle ließ sich Minister Bartenstein zur äußersten Drohung, nämlich keinen Strom mehr aus Tschechien zu kaufen, hinreißen. Jetzt erst?! Das heißt doch, dass, als Temelin längst gebaut wurde, immer noch munter Verträge über Stromlieferungen abgeschlossen wurden? Arme Mühlviertler, wie gut hatte es gegen euch ein Don Quichote. Der Mann von La Mancha musste nur gegen harmlose Windmühlen ankämpfen, nicht gegen Atomreaktoren…
Zu gewinnen wäre der Kampf gegen das AKW ohnehin nicht in Österreich, sondern nur in Tschechien selbst. Denn während ein öffentliches Bekenntnis zur Atomkraft bei uns dem politischen Harakiri gleichkäme, brauchen die tschechischen Volksvertreter deshalb (noch) nicht um ihre Mandate zu fürchten. Dazu gelingt es ihnen gekonnt, ihre Landsleute gegen die “Einmischung” aus dem Nachbarland aufzubringen. Ob es in diesem Zusammenhang sinnvoll ist, dass eine kleinformatige und viel gelesene österreichische Tageszeitung praktisch täglich vom “Schrottreaktor” schreibt, sei dahingestellt. Man reißt damit eher Gräben auf und macht es den tschechischen Machthabern leicht, gegen die beherzten Schützer unserer Zukunft zu Stimmung zu machen,
meint Ihr in dieser Hinsicht seine Bedenken habender
12/2000 Wachsam bleiben!
Die Sicherheitsvorschriften werden genauest eingehalten!
Die Anlagen werden regelmäßig überprüft und gewartet!
Ein Sicherheitsrisiko ist praktisch ausgeschlossen!
Unser Fleisch kommt nur von ausgewählten einheimischen Betrieben!
In unseren Lebensmitteln sind keine genmanipulierten Produkte enthalten!
In zwei Jahren werden wir ein Null-Defizit haben!
Das soziale Netz wird effektiver und gerechter gespannt!
Unsere neuen Kapitalanlagen garantieren Ihnen höchstmöglichen Gewinn!
Bei uns erhalten Sie zwei Handy`s, ein halbes Jahr lang telefonieren,
eine Luftmatratze und zwei Paar warme Socken für Opa und Oma gratis!
Der Rat Ihres F.G.R. für das kommende Jahr 2001: Bleiben Sie wachsam
und glauben Sie nicht alles, was man Ihnen erzählt. Und nicht einmal alles was in den Zeitungen steht sollten Sie glauben,
meint Ihr, stets etwas argwöhnischer und sich hiemit für dieses Jahr verabschiedender F.G.R.
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1999
02/99 Aberglaube…
Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus – und sie rufen die Deuter auf den Plan, welche in ein markantes Datum unseres Kalenders oder in eine (aus unserer irdischen Sicht) aussergewöhnliche Planetenkonstellation übernatürliche Ereignisse hineingeheimnissen wollen. Zugegeben – ein bisschen abergläubisch sind wir wohl alle, wir denken, Scherben brächten Glück, eine arglos über den Weg laufende schwarze Katze Pech und Erfolg im Spiel habe fatale Auswirkungen auf unsere zwischenmenschlichen Beziehungen. Es soll sogar Menschen geben, die in ihrer (meist kleinformatigen) Tageszeitung als erste die Seite mit dem Horoskop aufschlagen und andere, welche an einem Freitag dem 13. grundsätzlich keine Bank überfallen.
Man kann also mit Fug und Recht sagen, daß der Aberglaube in allen Lebensbereichen und Gesellschaftsschichten eine gewisse Rolle spielt. Daß aber zahlreiche Menschen auf Grund der düsteren astrologischen Prophezeiungen für die Jahrtausendwende bereits Reisen ohne Rückfahrkarten nach Israel gebucht haben, um dort den Jüngsten Tag zu erwarten, scheint doch eine etwas übertriebene Reaktion zu sein! Deshalb mein Appell an Sie, liebe LeserInnen: Glauben Sie an ein Weiterleben im Jahr 2000! Lassen Sie sich nicht in eine ausweglos scheinende Endzeit-Stimmung treiben, denn wie sagte schon Martin Luther: “Und wenn ich wüßte, daß morgen die Welt untergeht, so würde ich noch heute ein Bäumchen pflanzen!”
Nun, es muß ja nicht unbedingt ein Bäumchen sein, sie können auch ihren Urlaub, den Hausbau oder ihr berufliches Weiterkommen im nächsten Jahrtausend planen. Oder, falls es ihre biologischen und sonstigen Voraussetzungen erlauben, das Neujahrsbaby 2000! Damit würden sie den pessimistischen Unheilsverkündern das deutlichste Zeichen des Lebensmutes entgegensetzen. Allzuviel Zeit haben sie dazu jedoch nicht mehr und nun werden sie auch verstehen, warum dieser Artikel bereits jetzt und nicht erst am Ende des Jahres erscheint.
03/99 Läuterung
Es ist nicht mehr zu übersehen: Der Frühling kommt! Eines der untrüglichsten Zeichen dafür ist die nach eben dieser Jahreszeit benannte, und zum Beispiel bei Ihrem Fensterspucker immer besonders massiv auftretende Müdigkeit. Vom biologischen Standpunkt aus zwar durchaus erklärbar und sogar notwendig, ist die Frühjahrsmüdigkeit dennoch immer wieder Gegenstand von mehr oder weniger geistreichen Witzen, wie zum Beispiel: Wer kennt keine Frühjahrsmüdigkeit? – Die Maurer, weil sie ohnehin das ganze Jahr….. ha, ha, ha! Natürlich lässt sich beliebig variieren, die Beamten, die Politiker,…. dem Spaß auf Kosten anderer sind kaum Grenzen gesetzt. Selten denkt man daran, daß damit eigentlich ganze Berufsstände oder gesellschaftliche Gruppierungen diffamiert werden. Gerade unser Bericht über die tüchtigen Gendarmen im Bezirk Perg zeigt wieder, dass derartige gedankenlose Späßchen eigentlich nicht angebracht sind.
Wir befinden uns mitten in der Fastenzeit und neben der leiblichen Mäßigung und Regeneration sollte man sich auch einer gewissen seelischen Läuterung hingeben. Vergessen wir nicht, dass es sehr viele Menschen gibt, die mit ihrer Arbeit unser tägliches Leben angenehmer und sicherer machen und derartige Verbalinjurien nicht verdienen. Und das schreibt einer, den, wie der geneigte Leser wohl weiss, wahrlich oft genug der Hafer sticht und die Feder juckt, um denen da oben und unten und rechts und links eins auszuwischen. Sonderbare Auswirkungen hat die Fastenzeit, aber vielleicht doch nicht die schlechtesten
meint Ihr F.G.R.
04/99 Feste feiern
Als Mensch, der in Perg aufgewachsen ist und die ersten 24 Jahre seines Lebens dort verbracht hat, erinnert sich Ihr F. gerne, wenn auch mit etwas Melancholie, (schließlich ist er seitdem ja auch dreißig Jahre älter geworden), jener Tage im Herbst 1969, als die Feiern zur Stadterhebung ihren Höhepunkt erreichten. Zum Beispiel an das große Volksfest mit Vergnügungspark an der Linzerstraße, wo er sich als junger Spund, trunken vor Freude (und wohl auch etwas vom Alkohol) mit seinen Freunden nächtelang herumtrieb. Oder daß er sich von einem für seine Berufsausbildung äußerst wichtigen Lehrgang heimlich wegstahl, um einem großen Kegelturnier beizuwohnen, was aber glücklicherweise ohne schwerwiegende Folgen blieb.
Ja, es war für Perg eine große Zeit, in der fast so etwas wie Aufbruchstimmung herrschte, vieles wurde unternommen um sich einer Bezirksstadt würdig zu erweisen, der Schulenbau weiter vorangetrieben, ein Hallenbad errichtet und noch vieles mehr. Auch von Plänen für eine Umfahrungsstraße war schon damals zu hören, welche das Stadtinnere vom ständig anwachsenden Verkehr entlasten sollte, wie wir heute aber wissen, sollten bis dahin doch noch einige Jahre ins Land ziehen.
Ich vermag nicht zu sagen ob es einer glücklichen Fügung oder der vorausschauenden Planung der Verantwortlichen zu verdanken ist, daß wir nun just im Jubeljahr des dreißigjährigen Bestehens der Stadtgemeinde Perg auch die Eröffnung der sehnsüchtig erwarteten Umfahrungsstraße feiern werden können. Tatsache ist jedenfalls, dass sie kommt, was lange währt, wird endlich gut, könnte man sagen!
Natürlich ruhen sich die Perger nicht auf ihren Lorbeeren aus, zahlreiche Projekte sind geplant, darunter die Neugestaltung des Hauptplatzes. Im Vergleich zur Umfahrung werden sie dazu freilich ein wahres Höllentempo einschlagen müssen, denn das nächste große Jubiläum, der “Fünfziger” also, steht ja bereits in zwanzig Jahren ins Haus!
Alsdann liebe Perger, heuer noch Feste feiern und dann an die Arbeit
meint Ihr F.G.R
05/99 Heiliger Bimbam
Mit einem geradezu revolutionären Vorschlag überraschte kürzlich der Ennser Vizebürgermeister Gottfried Kneifel die Oberösterreicher. Nicht Leopold, den wir ja ohnehin mit den Niederösterreichern teilen müssen, solle künftig die Rolle des Landespatrons zustehen, sondern dem heiligen Florian. Tatsächlich muß man zugeben, daß der im Jahre 304 nach Christus in der Enns ertränkte Märtyrer Florianus wesentlich besser im Bewußtsein der oberösterreichischen Bevölkerung verankert ist. So ist es sicherlich kein Zufall, daß es bei uns zwei nach ihm benannte Orte, nämlich St. Florian bei Linz mit dem wberühmten Stift, sowie St. Florian am Inn gibt. Der amtierende Landespatron kann hier bestenfalls mit Leopoldschlag – ohne “St.”! – im nördlichen Mühlviertel dagegenhalten! So gesehen wäre der Vorschlag von Gottfried Kneifel also durchaus plausibel. Verwunderlich nur die Reaktion von Landeshauptmann Dr. Pühringer, der lediglich einen etwas lauen Kompromiß mit zwei Landesheiligen vorschlug. SPÖ-Landeschef Erich Haider brachte, durch die unerwartete Initiative sichtlich überrascht, mit Christophorus einen weiteren Kandidaten ins Spiel, die Freiheitlichen blieben vorerst in Wartestellung. Es ist jedoch anzunehmen daß sie, etwa mit dem heiligen Georg, noch einen Trumpf in der Hinterhand behalten.
Alles in allem hat man den Eindruck, daß hier wieder einmal eine im Brennpunkt des öffentlichen Interesses stehende Diskussion von den Spitzenpolitikern nicht ernst genug genommen wird. Sie befassen sich lieber mit Nebensächlichkeiten wie Landesbudget, Verkehrskonzepten, Ankurbelung der Wirtschaft, Arbeitsplatzsicherung oder allenfalls dem Bau einer Donaubrücke und eines Musiktheaters!
Heiliger Bimbam, wie soll da etwas weitergehen in Oberösterreich, fragt sich Ihr
F.G.R.
06/99 Keine Antwort
Nehmen wir einmal an, sie gehen in ein Geschäft oder auch in den Supermarkt und kaufen etwas, zum Beispiel eine Tube Zahnpaste. Es könnte auch ein Paar Socken, ein Glas Essiggurken, oder ein Buch sein, das spielt in unserer kleinen Geschichte (noch) keine Rolle.
Nehmen wir also an, sie kaufen eine Tube Zahnpaste. Nicht, daß man ihnen ein übersteigertes Luxusbedürfnis nachsagen könnte, aber durch gezielte Werbemaßnahmen angeregt sind sie es nun einmal gewohnt, Zahnpaste zu verwenden, außerdem hat sie sich zur Pflege ihres Gebisses als recht praktisch und nützlich erwiesen. Sie kaufen also die Tube und bezahlen ohne zu murren den ihnen gerade noch akzeptabel erscheinenden Preis.
Am nächsten Morgen aber lässt der Betreiber der Supermarktkette, in der sie das Mundelixier gekauft haben, ihr strahlendes Zahnpastalächeln gefrieren. In einer groß angelegten Werbekampagne beklagt er den enorm hohen Verbrauch von Zahnpasta, welcher sowohl volks- als auch betriebswirtschaftlich kaum mehr tragbar sei. Der Import der Rohstoffe, die Produktion und natürlich die Umweltbelastung durch verunreinigte Abwässer und schwer zu entsorgendes Verpackungsmaterial seien kaum mehr zu bewältigen. Vollends ruinös wären aber die enormen Einkaufskosten für immer mehr Zahnpaste, welche die Konsumenten ja schließlich in den Regalen vorfinden möchten. Gelöst werden könnten alle diese Probleme letztlich nur durch ausreichende Preiserhöhungen!
Welch eine dumme Geschichte, dem Fensterspucker freilich würdig, werden sie nun vielleicht denken. Aber ersetzen sie doch einmal Zahnpaste oder Socken durch Benzin oder meinetwegen auch durch Zigaretten, und Geschäft und Supermarkt durch Staat oder Finanzminister. Es fällt uns beinahe schon nicht mehr auf, daß man es hier in einem meisterhaften Balanceakt zwischen Bedürfniserweckung und permanenter Schuldzuweisung schafft, uns am Gängelband zu führen. Oder wie sollte man es sonst nennen, wenn auf der einen Seite zwar rigorose Tempolimits verfügt werden, der selbe Staat aber andererseits Kanonenkugeln auf Rädern mit bis an die 300 Km/h zulässt (und das im wahrsten Sinne des Wortes). Und der selbe Staat, der ständig auf die Gefahren des Rauchens hinweist, ist nicht einmal bereit, auf Werbung! dafür völlig zu verzichten!
Nicht an allem was im Staat geschieht sind die Politiker schuld. Wenn die Menschen aber immer mehr der Meinung sind “die da oben” machen ohnehin was sie wollen, geben sie ihre Antwort den Politikern. Bei den vergangenen EU-Wahlen freilich gab mehr als die Hälfte der Bürger gar keine Antwort. Und keine Antwort ist auch eine Antwort heisst es immer, allerdings keine sehr erfreuliche
meint Ihr F.G.R.
07/99 Sommergedanken
Eigentlich hat uns dieser Sommer ja schon fast alles gebracht, was ein Sommer bringen kann. Hitzetage mit mehr als 35 Grad im Schatten, Gewitter und sintflutartige Regengüsse, Erdrutsche, Felsabgänge, Verkehrsstaus und eine Bierpreiserhöhung. Letztere ist wohl nicht unbedingt zur Kategorie Katastrophen und Naturereignisse zu zählen und wurde daher von den Liebhabern des Gerstensaftes auch eher als regelmäßig wiederkehrender und unabwendbarer Schicksalsschlag ziemlich emotionslos hingenommen. Möglicherweise wurde dieser Gleichmut aber auch durch die in Aussicht stehende Abschaffung der Getränkesteuer hervorgerufen, welche den geringfügigen Preisanstieg wohl mehr als kompensieren würde.
Geradezu phantastische Aussichten ergäben sich jedoch, sollte der Europäische Gerichtshof die Gestränkesteuer rückwirkend seit dem Inkrafttreten der EU-Richtlinien für Österreich am 1. Jänner 1995 für gesetzeswidrig erklären. Da diese Steuer ja letztlich über die Preise von uns Endverbrauchern eingehoben wird, könnten wir sie dann theoretisch von den Kaufleuten und Gastwirten zurückverlangen. Eine Aussicht, welche auch Ihrem Fensterspucker, von guten Freunden nicht ganz grundlos mit dem ehrenvollen Prädikat “Wirtshauspoet” bedacht, völlig neue Perspektiven eröffnen würde. Natürlich, die Beweisführung wäre ein Problem, nicht jede “Halbe” und jeden in den letzten viereinhalb Jahren genossenen “G`spritztn” vermöchte ich entsprechend belegen, hier müßte es wohl zu einer pauschalen Regelung kommen. Die Auszahlung der zu Unrecht einbehaltenen Beträge bräuchte auch nicht in bar zu erfolgen, vielmehr könnten sie bei den künftig konsumierten Getränken in Abzug gebracht werden. Hier wäre vielleicht die Schaffung eines gemeinsamen Pools der Getränkelieferanten sinnvoll, in welchen die Gemeinden die von ihnen ja ohnehin kaum benötigten Einnahmen aus der Getränkesteuer zurückfließen lassen müssten…
Mit derartigen Gedanken, verständnis- und phantasielose Zeitgenossen mögen sie vielleicht Hirngespinste nennen, verabschiedet sich in den Sommerurlaub und in die Gastgärten der Umgebung
Ihr F.G.R.
09/99 Umfragen
Tja, nun sind sie also wieder vorbei, die sogenannten “schönsten Wochen des Jahres”, zumindest für die meisten von uns. Hoffentlich hatten Sie wirklich ein paar schöne Wochen Urlaub, an die Sie sich im nun wieder einsetzenden Ernst des Lebens gerne zurückerinnern. Apropos Ernst, in wenigen Wochen wird es wirklich ernst, die Nationalratswahlen stehen vor der Tür. Noch merkt man nicht allzuviel davon, der Wahlkampf scheint erst langsam aus seiner sommerlichen Siesta zu erwachen. Natürlich merkt man eine in Vorwahlzeiten übliche Verschärfung im Umgangston zwischen den Parteien, da werden Positionen bezogen, zumindest verbal, Emotionen geschürt und man präsentiert Umfrageergebnisse. Soweit sie von den Parteien präsentiert werden übrigens durchwegs positive.
Kein Zweifel, die einschlägigen Institutionen arbeiten korrekt und nach bestem Wissen und Gewissen, wie es so schön heißt. Andererseits können die vielfältigen Möglichkeiten der Fragestellung und die Interpretation der Antworten zu äußerst flexiblen Ergebnissen führen. Natürlich hat niemand wirklich Interesse daran, sich selber in den Sack zu lügen, ein positives Umfrageergebnis ist jedoch allemal ein schlagendes Argument, im Wahlkampf ebenso, wie übrigens auch in der Wirtschaft.. Die letztlich hieb- und stichfesteste Antwort gibt am Ende aber doch die Auszählung der Wählerstimmen. Und wer sich selbst zuvor vielleicht allzusehr hochgelobt hat, muß sich dann mit den Realitäten abfinden, auch wenn sie einem nicht so sehr in den Kram passen
Meint ihr F.G.R.
10/99 Naturprodukt
A Bier tring i gern, an Wein und an Schnaps a, aber sunst nix!
So schrieb Ihr Fensterspucker einst in einem seiner bekannt naiven, manchmal sogar albern genannten Gedichte. Unabhängig von der zweifelhaften literarischen Qualität dieser Zeilen muß ich hier allerdings mit Zerknirschung eingestehen, auch nicht die volle Wahrheit gesprochen zu haben. Es gibt nämlich noch ein Getränk, welchem ich sehr gerne zuspreche, nämlich jenen vergorenen Saft von zumeist kleinwüchsigen Äpfeln und Birnen, der in unseren Landen als Most bezeichne wird. Dieses besonders im ländlichen Raum sehr beliebte Getränk braucht einen Vergleich mit den oben genannten Produkten durchaus nicht zu scheuen. Als echtes Naturprodukt ist die Landessäure, wie sie auch genannt wird, bekömmlich, erfrischend und, ein angenehmer Nebeneffekt, sehr preiswert. Angeboten wird der Most zum Teil auch in Gasthäusern, zumeist kauft und trinkt man ihn jedoch, sofern man ihn nicht selbst produziert, beim Mostbauern. In Verbindung mit einer Wanderung durch unsere schöne Natur ist die Einkehr beim Mostbauern für viele Menschen ein beliebtes Sonntagnachmittagsprogramm. Vergessen sollte man freilich nicht, daß der Most, bei allen seinen Vorzügen doch ein alkoholisches Getränk ist und der Genuß von einigen schmackhaften Krügeln unweigerlich den Verlust der Fahrtauglichkeit mit sich bringt. Auch die an sich positiven Auswirkungen der Landessäure auf die Verdauung können manchmal in ein Übermaß ausarten, wovon mancher Mostliebhaber ein Lied zu singen weiß. Selbst der Schreiber dieser Zeilen fühlte sich in dieser Hinsicht schon einmal als das genaue Gegenteil eines Fensterspuckers, aus Gründen des Anstands und der Pietät möchte ich dies jedoch nicht näher beschreiben. meint Ihr inzwischen längst wieder kreuzpudelwohlfideler FGR
11/99 Bedürfnisse und Erwartungen
Gehören auch Sie zu den Menschen, welche dem vorweihnachtlichem Rummel reserviert gegenüberstehen? Nun, Sie sollten das nicht zu eng sehen. Bedürfnisse zu wecken, um diese dann decken zu können, ist nun einmal eine der Triebfedern, die unser heutiges Wirtschaftsleben in Schwung hält und hier von Manipulation zu sprechen, wäre wohl übertrieben.
Nicht nur Bedürfnisse können übrigens geweckt werden, sondern auch Erwartungen.
Noch mehr als in der Wirtschaft allerdings in der Politik. Hier gibt es freilich zwei grundsätzliche Arten zu unterscheiden, nämlich die optimistische, gemeinhin Hoffnung genannt, welche immer vor Wahlen geweckt wird, und die pessimistische Erwartung Namens Befürchtung, welche uns nach erfolgtem Urnengang vor der Zukunft erschaudern lässt.
Da wir uns zur Zeit wieder in einer akuten Nachwahlphase befinden, überraschte mich auch eine kurze Notiz in einen Tageszeitung nicht: Mehr als 50 Prozent der Österreicher befürchten, dass das jetzige Pensionssytem in spätestens 20 Jahren zusammenbrechen werde. Eine Befürchtung übrigens, die auch im an sich stets sonnigen Gemüt Ihres F. schon einige dunkle Schatten hinterlassen hat.
Sicher ist es jedoch ohne Zusammenhang und reiner Zufall, dass in besagter Zeitung nur zwei Spalten weiter die Werbeeinschaltung eines Geldanlageinstitutes zu finden war. Ziemlich unverblümt wurde man darin aufgefordert, für sein Auskommen im Alter vorzusorgen, da von der staatlichen Pflichtversicherung in Zukunft nicht mehr allzuviel zu erwarten sei! Wäre hier nicht, auch wenn der Finanzminister dieser Entwicklung durchaus positive Seiten abgewinnen könnte,ein energisches Dementi der zuständigen staatlichen Stellen angebracht?
Falls dieses nicht kommen sollte, erwarte ich auf einem meiner nächsten Gehaltszettel eine Benachrichtigung etwa folgender Art: “Die Einbehaltung Ihrer gesetzlichen Pensionsbeiträge wurde eingestellt, da Sie ohnehin mit keiner Leistung der staatlichen Pensionsversicherungen mehr zu rechnen haben. Ihr Bundesfinanzminister!”
Das wäre fair, strenge Rechnung, gute Freunde heisst es doch immer,
meint Ihr F.G.R.
12/99 Feuerwerke
Nur noch wenige Tage trennen uns von der Jahrtausendwende und überall laufen die Vorbereitungen zu den verschiedensten Milleniumsfesten auf Hochtouren. Allerorts ist man bestrebt, den Wechsel ins neue Jahrtausend möglichst spektakulär und der Exklusivität des Ereignisses angemessen zu feiern. Dagegen ist auch überhaupt nichts einzuwenden, was sollte man denn sonst noch feiern, wenn nicht solch ein Jahrtausendereignis? So werden die Feuerwerke heuer noch größer und faszinierender sein, die Böllerschüsse noch lauter krachen und der Champagner wird in noch gewaltigeren Strömen fließen als in den vergangenen Silvesternächten. Freilich, manchmal wird es mir fast schon unheimlich, mit welcher Vehemenz sich manche Organisatoren auf die “Milleniumsschiene” werfen. Man hat fast den Eindruck, dass hier gewisse “Macher” ihren das ganze Jahr über herrschenden Mangel an Ideen und Kreativität kompensieren möchten. Sie machen uns beinahe glauben, dass wir ein Ereignis wie den Jahrtausendwechsel oder auch eine Sonnenfinsternis nur ihnen zu verdanken hätten!
Da ich fest an ein Weiterleben nach dem 31. Dezember glaube, erhoffe ich mir für das neue Millenium Feuerwerke an Kreativität, Fontänen von zündenden Ideen und Ströme von Menschlichkeit und Nächstenliebe. Das wäre mein kleines Anliegen für den Beginn des dritten Jahrtausends unserer Zeitrechnung!
Mit allen erdenklichen besten Wünschen für meine Leser und der Absicht, noch schnell etwa zwei Dutzend Milleniumsgeschichten zu schreiben, verabschiedet sich für dieses Jahrtausend Ihr F.G.R.
1998
11/98 Jagdzeit
Zugegeben, ein zu euphorischen Gefühlsausbrüchen verleitender, sonniger Wonnemonat ist der November ja wirklich nicht. Regen und Kälte machen sich breit und feuchte Herbstnebel legen sich bedrückend über die kahl gewordene Landschaft und auf unser Gemüt. Depressiv könnte man beinahe werden Angesichts einer in stumpfes Grau getauchten Welt, welche uns innerlich und äußerlich frösteln läßt. Jedoch, auch dieser manchmal so trostlos wirkende Monat hat, zumindest für den Großteil von uns, eine gute Seite. Zumeist im November gibt es die von vielen schon sehnsüchtig erwartete und im zungenbrecherischen Amtsdeutsch Weihnachtsremuneration genannte Sonderzahlung, welche dem Volke gemeinhin als “Weihnachtsgeld” ein Begriff ist. Sollten auch Sie schon begierig dieser Auffettung Ihrer durch einen strapaziösen Herbst etwas schmal gewordenen Brieftasche harren, so kann ich Ihnen versichern: Sie harren nicht alleine!
Angesichts Ihrer kurzfristig erhöhten Konsumfähigkeit wartet eine Vielzahl von Menschen darauf, sich einen möglichst großen Brocken aus Ihrem Weihnachtsbudget sichern zu können. Vergleichbar dem Naturwunder der Lachswanderung durch die Flüsse Alaskas, welche alljährlich von einem Heer fleischfressender Jäger genutzt wird, um sich einen entsprechenden Vorrat beziehungsweise Fettpolster für die kargen Wintermonate anzulegen, bewegen Sie sich durch die Kaskaden eines ins gigantische gesteigerten Werbestromes.
Mit einer bereits Anfang Oktober in allen erdenklichen Formen einsetzenden Flut von Einkaufsinformationen blasen Wirtschaft und Handel zum Halali. Neben traditionellen Weihnachtsgeschenken wie Spielzeug, Kleidung, den bei Muttis so beliebten Küchengeräten, Spirituosen, Unterhaltungselektronik, Büchern, Kosmetika oder Sportartikeln bietet man Ihnen unzählige andere Möglichkeiten, ihr überdimensional angewachsenes Bankkonto abzubauen. (Anmerkung d. Redaktion: beachten Sie bitte in diesem Zusammenhang auch die vielen nützlichen und hilfreichen Einkaufstips in diesem Blatt!).
Abgesehen von ohnehin fast unverzichtbaren kulinarischen Genüssen stehen Scharen von Reiseveranstaltern bereit, um Ihnen Weihnachten in wärmeren oder, je nach Neigung, auch kälteren, dafür aber absolut schneesicheren Gefilden schmackhaft zu machen. Gewiefte Autoverkäufer versuchen Ihnen klarzumachen, daß Sie statt der Anschaffung von vier biederen Winterreifen doch besser gleich den für übernächsten Frühling geplanten Neuwagenkauf vorziehen sollten und auch an Anbietern für Sauna, Wintergarten oder Swimming Pool mangelt es nicht! Sollten Sie sich jedoch nicht völlig dem Konsumrausch hingeben, sondern eher auf der sicheren Seite stehen wollen, werden Sie von seriösen Menschen in gepflegtem Nadelstreif gerne über alle Möglichkeiten der optimalen persönlichen Vorsorge und der gewinnbringendsten Geldanlage informiert. (Sie wissen ja, am 32. Dezember ist es zu spät)!
Nun, wie auch immer Sie sich entscheiden, denken Sie stets daran daß alle diese Leute im Grunde nur eines wollen, nämlich: Ihr Weihnachtsgeld! Allzusehr sollten Sie sich darüber freilich auch nicht grämen, denn irgend etwas müssen Sie ja schließlich damit machen und die Zeiten, da man seine Barschaft im Sparstrumpf unter der Seegrasmatratze hortete, sind wohl endgültig vorbei. Eine Entschärfung der Lage ist im Übrigen ja bereits in Sicht, hat doch unser stets nach zusätzlichen Einnahmequellen Ausschau haltender Finanzminister schon einen begehrlichen Blick auf den regelmäßig eintreffenden Geldsegen geworfen! Seinem konsequenten Weitblick ist es wohl zuzutrauen, das Problem der Verteilung unseres Weihnachtsgeldes in den Griff zu bekommen und irgendwann vielleicht sogar auf Null zu reduzieren, denn die Fürsorge unserer Regierung für Ihre Bürger ist ja eine schier grenzenlose meint Ihr
FGR!
12/98 Geniale Idee
Nach den heißen Diskussionen der letzten Jahre um das Offenhalten der Geschäfte am 8. Dezember war es heuer diesbezüglich relativ ruhig. Das Thema scheint erledigt und abgehakt. Die Konsumenten konnten nach Herzenslust einkaufen, das Geschäft florierte und den Handelsangestellten wird der Feiertagsdienst generös abgegolten. So weit, so gut, könnte man sagen, doch so ganz ohne Haken ist die Sache natürlich auch nicht.
Da ja kaum jemand zum Zweck des Einkaufens an Mariä Empfängnis von seinem Chef ein paar Tausender extra zugesteckt bekam, ist anzunehmen, daß der zusätzliche Einkaufstag dem Handel insgesamt keine Erhöhung des Weihnachtsumsatzes bringt. Auswirkungen hat er aber natürlich auf die Verteilung desselben und hier sind Gewinner und Verlierer der heißen Schlacht am kalten Dezembertag ziemlich leicht auszumachen. Nutznießer sind eindeutig die großen Einkaufszentren in den Ballungsräumen, zu denen die Käufer in endlosen Blechkolonnen hinpilgerten, und deren überfüllte Parkplätze man wohl als Maßstab für die erzielten Umsätze nehmen kann.
Weniger gut sieht die Sache jedoch für die kleinen und mittleren Betriebe im ländlichen Raum aus, denn das Geld, das die dort ansässigen Menschen in die strahlenden und lärmenden Einkaufstempel getragen haben, können sie in den regionalen und lokalen Geschäften natürlich nicht mehr ausgeben. So standen viele dieser Kaufleute vor der Alternative, entweder am 8. Dezember offenzuhalten und dabei vielleicht gerade ihre Unkosten abdecken zu können, oder die Läden erst gar nicht aufzuschließen und damit im wahrsten Sinne des Wortes nicht mehr im Geschäft zu sein.
Das ganze Problem des 8. Dezembers wäre im Übrigen gar keines mehr, wenn man eine schon vor geraumer Zeit von Ihrem Fensterspucker geäußerte Idee aufgreifen würde. Ich plädiere nämlich dafür, diesen Feiertag überhaupt auf einen anderen Termin zu verlegen. Während sich bekanntlich im Dezember und Anfang Jänner die Festtage geradezu aneinanderreihen, herrscht vom 7. Jänner bis zu Ostern hin ein riesiges, rund drei Monate währendes Feiertags-Vakuum, in dessen Mitte sich der Faschingsdienstag als Fest des Frohsinns und der Heiterkeit zum Tausch mit Marä Empfängnis förmlich anbietet. Nebenbei würde auch wieder einer der so beliebten Zwickeltage und damit die Möglichkeit auf ein verlängertes Faschingswochenende entstehen.
Ein Blick auf den Kalender zeigt jedoch auch im Mai und Anfang Juni eine starke Massierung von Feiertagen. Hier wäre es zum Beispiel vorstellbar, den 1. Mai vom Tag der Arbeit wieder zum schlichten Arbeitstag werden zu lassen und den somit freigewordenen Feiertag auf den Aschermittwoch zu verlegen. Aus langjähriger Erfahrung weiß ich, daß gerade dieser von sehr vielen Menschen als Tag der Ruhe und Erholung äußerst geschätzt wird und so wäre dieser Tausch eine, wie ich glaube, wirklich gute und im Sinne des Proporzes zwischen geistlichen und weltlichen Feiertagen fast schon ein wenig geniale Idee. Wie denken Sie, verehrte LeserInnen eigentlich darüber? Teilen Sie mir doch bitte Ihre Meinung dazu mit, spätestens bis zum 1. April nächsten Jahres
meint Ihr F.G.R
12/98_1 Die Schießbürger
Einige Tage voll Hektik und Streß sind noch zu überstehen bis zum Fest der Lichter und der Stille. Weihnachten ist eben doch etwas ganz besonderes und dem Zauber des Heiligen Abends vermag sich wohl kaum jemand zu entziehen. Wenigstens für ein paar Stunden macht sich in den Herzen der meisten Menschen eine besinnliche Ruhe breit, für die sie sich sonst kaum Zeit nehmen können oder wollen.
Eine Woche später steht wieder ein Abend der Lichter ins Haus, kein besinnlicher und stiller freilich, sondern ein greller, lauter und krachender. In der Silvesternacht wird der Abschied vom alten und der Beginn des neuen Jahres traditionell mit Böllerschüssen, Kanonenschlägen und Feuerwerken gefeiert. Wie lange diese Tradition zurückgeht, vermag ich nicht zu sagen, klar ist jedoch, daß sie erst entstehen konnte, nachdem das Pulver entdeckt war.
In der westlichen Welt hat sich allgemein die Ansicht, der Franziskanermönch Berthold Schwarz habe im Jahr 1313 das Schießpulver erfunden, durchgesetzt. Zwar ist anzunehmen, daß zuvor auch schon andere Alchimisten die explosiven Eigenschaften eines Gemisches aus Kohlenstoff, Schwefel und Salpeter erkannt hatten, allerdings erst in einem Augenblick, da sie dies ihrer Nachwelt nicht mehr mitteilen konnten. Manchen Sagen, in denen der Teufel einen dieser geheimnisvollen Gelehrten durch den Schornstein holte, liegt wohl ein derartiges Ereignis zu Grunde.
Etwa dreihundert Jahre früher als in Europa war das Pulver freilich schon in China bekannt. Einen namentlich genannten Erfinder gibt es dort meines Wissens zwar nicht, aber die Entwicklung wird wohl ähnlich wie bei uns abgelaufen sein. So vermag heute niemand mit Sicherheit zu sagen, wie viele und welche Personen als Urheber des Sprengstoffes, der die Welt veränderte, in Frage kommen. Fest steht allerdings, daß der Großteil der Menschheit das Pulver zwar nicht erfunden, seine Nutzung und Anwendung jedoch gelernt und perfektioniert hat. Hier ins Detail zu gehen würde aber den Rahmen dieses Berichtes bei Weitem sprengen und in eine mehrbändige Enzyklopädie des Mordens und der Kriege ausarten.
Im übrigen verwendeten die Chinesen das Pulver ja wirklich Großteils für Feuerwerke (ein bißchen Raketen schossen sie aber schon auf die immer wieder einfallenden Mongolen), womit ich wieder beim Silvesterschießen angelangt wäre. Wie gesagt, ein sehr traditioneller Brauch und falls Sie sich einmal wegen der allzu große Knallerei über Ihre Mitbürger ärgern sollten, bedenken sie: An einem Tag zum Spaß schießen ist sicherlich das wesentlich kleinere Übel im Vergleich zu 364 Tagen Krieg im Jahr! Und auch das gibt es. Ganz im Ernst!

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